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Die Versetzung des Marienbrunnes kommt für die Wolfratshauser Liste um ihren Bürgermeisterkandidaten Richard Kugler nicht in Frage. 

„Lieben unser Altstadtzentrum wie es ist“

Wolfratshauser Liste sammelt Unterschriften gegen „überzogenen Ausbau“

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Die Wolfratshauser Liste will die historische Altstadt schützen. Damit wehrt sich die neue Gruppierung gegen einige Vorschläge zu deren Aufwertung.

Wolfratshausen – Von November 2018 bis Mai 2019 hat mit Blick auf die vom Stadtrat beschlossene Aufwertung der Altstadt ein aufwendiger Bürgerbeteiligungsprozess stattgefunden. Einige dabei erarbeiteten Vorschläge stoßen bei der Wolfratshauser Liste, der neuen politischen Kraft um den Bürgermeisterkandidaten Richard Kugler, auf wenig Gegenliebe. Im Gegenteil: Die Wolfratshauser Liste hat eine Unterschriftenaktion für „den Schutz der historischen Altstadt“ initiiert.

„Die Innenstadt soll lebendiger werden und mehr Aufenthaltsqualitäten bieten“: Das ist laut Rathauschef Klaus Heilinglechner (BVW) und Stadtmanager Dr. Stefan Werner das Ziel. Auf dem Weg dorthin wurden die Wolfratshauser mitgenommen, in diversen Workshops konnten sie ihre Ideen und Wünsche anmelden. Dazu zählen wie berichtet unter anderem die Verschwenkung der Marktstraße und die Versetzung des Marienbrunnens, um auf dem Marienplatz mehr Fläche für Veranstaltungen zu schaffen.

Kommt nicht infrage, protestiert die Wolfratshauser Liste. Sie lehnt einen „überzogenen und teuren Ausbau“ der historischen Altstadt ab. Kugler sowie seine prominenten Mitstreiter Helmut Forster und Dr. Manfred Fleischer appellieren an die Bürger, sich per Unterschrift mit der Forderung solidarisch zu erklären: Der Bürgermeister soll „das Ensemble im Marktzentrum aus Mariensäule, Marienbrunnen und Freundschafts-Platanen und die Brockard-Leuchten an Ort und Stelle erhalten und auf einen höhengleichen Ausbau der Straße verzichten“.

Lesen Sie auch: Wolfratshauser Liste sammelt Unterschriften gegen „hausgemachten Stau“

Bereits im Stadtrat hatte sich Forster gegen die Versetzung des Marienbrunnens sowie der Höhenangleichung von Gehweg und Bundesstraße in der Innenstadt ausgesprochen. Letzteres erhöhe die Gefahr für Kinder und Senioren. Zudem fürchtet Forster, dass bei Starkregen das Wasser über die ebene Fläche ungehindert in die Hausflure strömt. Fleischer haderte grundsätzlich mit dem Ergebnis des Bürgerbeteiligungsprozesses. Die Vorschläge müssten „zunächst hier im gewählten Gremium“ diskutiert werden. Und: Das Ergebnis der Bürgerbeteiligung habe in seinen Augen „keinerlei Repräsentativität“. Nach Fleischers Rechnung basieren die Empfehlungen nur auf der Meinung von zwei Prozent der Wolfratshauser Wahlberechtigten.

Die Wolfratshauser Liste ist überzeugt: Die Bürger sowie tausende Besucher und „hunderttausende Fernsehzuschauer“ (Stichwort Hubert ohne Staller) „lieben unser Altstadtzentrum mit dem Ensemble und den Brockard-Leuchten so wie es ist“. Natürlich, das hat die Liste Wor auf den Unterschriftenlisten ergänzt, „muss auch das ehemalige Isar-Kaufhaus bald wieder in neuem Glanz erstrahlen und das Stadtcafé wieder als Kristallisationszentrum neu eröffnet werden“.

Eine dieser Forderungen erfüllt sich wie berichtet voraussichtlich im Herbst dieses Jahres: Für das seit geraumer Zeit leer stehende Rathauscafé hat sich eine Pächterin gefunden.  cce

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