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Vor Geretsried ist Endstation: Die S7 soll aber verlängert werden.

Landtagsabgeordneter übt Kritik

Bei S 7-Verlängerung „mehr Tempo an den Tag legen“

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In München geht das Projekt voran, die zweite Stammstrecke kommt, während sich die Planungen zwischen Wolfratshausen und Geretsried ziehen. Florian Streibl sagt: Das geht so nicht.

Geretsried/Wolfratshausen – Der Landtagsabgeordnete und Parlamentarische Geschäftsführer der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, Florian Streibl, fordert anlässlich des Baubeginns der zweiten S-Bahn-Stammstrecke eine beschleunigte Umsetzung „der Eisenbahn-Infrastrukturprojekte im Oberland, die weiterhin nicht vorankommen“. Ganz oben auf der Prioritätenliste des Oberammergauers steht die S 7-Verlängerung von Wolfratshausen nach Geretsried. Die Verantwortlichen müssten „mehr Tempo an den Tag legen“.

Die Region München verzeichnet laut Streibl enorme Zuwächse an Pendlerzahlen, gleichzeitig sei der Wohnungsmarkt in der Landeshauptstadt „völlig überhitzt“. Um den Menschen, die in München arbeiten, eine Wohnperspektive im Umland zu eröffnen, sei die schnelle Umsetzung der geplanten S 7-Verlängerung in die größte Stadt im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen unverzichtbar. Die Staatsregierung sonne sich gerne im Erfolg der Großprojekte wie der zweiten Stammstrecke, aber: „Ich erwarte mir gleichzeitig ein entsprechendes Engagement pro S 7-Verlängerung. Der Worte sind genug gewechselt, nun braucht es Taten und einen zeitnahen Baubeginn“, so Streibl.

Verlängerung soll erst 2026 stehen

Tatsächlich hat Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) vor wenigen Wochen wie berichtet auf die Euphoriebremse getreten. Herrmann betonte zwar, dass der Bau der zweiten Stammstrecke die S 7-Verlängerung, die laut Planungsstand aus dem Jahr 2009 rund 165 Millionen Euro kosten wird, nicht gefährden wird. Er kündigte im selben Atemzug allerdings an: Der Baubeginn wird sich um rund zweieinhalb Jahre verschieben. Der Grund: Die aufwendigen Planungen für das rund 900 Meter lange, zweigleisige Trog-/Tunnelbauwerk an der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen.

Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller (CSU) nahm die Nachricht seinerzeit gelassen auf. Dass der erste Zug zwischen den Nachbarstädten mutmaßlich nun frühestens 2026 rollen wird, ist für Müller nach eigenen Worten keine Überraschung. Er habe – Stichwort Tieferlegung der Gleise in Wolfratshausen – „mit einer Verzögerung gerechnet“.

Streibl ist weniger nachsichtig. Neben der Gleisverlängerung nach Geretsried hat der Abgeordnete den Ausbau der Bahnstrecke zwischen München und Garmisch-Partenkirchen im Auge. Dazu sei unter anderem ein zweigleisiger Ausbau zwischen Tutzing und Murnau notwendig, außerdem eine Ertüchtigung im Bereich Tutzing bis Gauting, wo sich die Regionalzüge die zwei Gleise mit der S-Bahn teilen. Bei der CSU im Maximilianeum würden seine Vorschläge allerdings auf taube Ohren stoßen. Streibls Fazit: „Die Staatsregierung stellt aktuell unser Oberland aufs eisenbahntechnische Abstellgleis. Das ist eine Ohrfeige für die Pendler in der Region.“

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