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Gefährliche Lücke: Wo statt junger Bäumchen nur glattes Gras im Bergwald zu finden ist, gingen in den vergangenen Tagen und Wochen bevorzugt Lawinen ab.

Der Bergwald ist Wolfratshausens Lebensversicherung

  • Volker Ufertinger
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Die starken Schneefälle haben es gezeigt: Der Bergwald ist für Wolfratshausen Gold wert. Das sagt Christian Webert, Bereichsleiter Forsten im Amt für Landwirtschaft.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Die starken Schneefälle der vergangenen Wochen haben den Bergwald auf eine erhebliche Bewährungsprobe gestellt. Schwerer Nassschnee hat – neben vielen gebrochenen Bäumen – das Risiko von rutschendem Schnee und Waldlawinen stark erhöht. Nach Einschätzung von Christian Webert, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen, haben die Schutzwälder im Amtsbereich die Belastungsprobe im Großen und Ganzen relativ gut überstanden: „Es zeigt sich gerade in solchen Situationen, wie wichtig intakte Bergwälder für uns Menschen sind. Eine echte Lebensversicherung, die ihre Funktion derzeit weitgehend noch erfüllt hat.“

Christian WebertBereichsleiter Forsten imAmt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Gerade in grasigen Waldbereichen ohne ausreichend jungen Waldnachwuchs war zu beobachten, dass die vom Regen zusätzlich durchfeuchtete Schneedecke ins Rutschen gekommen ist. „Zuerst werden dadurch die kleinen Bäumchen herausgerissen oder abgebrochen. Aus kleinen Lücken entwickeln sich im Laufe der Jahre gefährliche Lawinengassen, die dann nur noch mit teuren Verbauungen gesichert werden können, um nicht etwa Straßen zu gefährden“, so Webert. Nach dem Motto „Vorsorgen ist besser als heilen“ brauche der Schutzwald dringend genügend Nachwuchs.

Genau das ist der Grund, warum der Verjüngung gut gemischter und strukturierter Wälder mit alten und vielen jungen Bäumen in verschiedenen Höhenstufen eine entscheidende Bedeutung zukomme. „Diese können den Schnee wie ein Nagelbrett am Hang fixieren“, so Webert. Die aktuell hohen Schneemengen lassen Ereignisse wie den vergangenen Trockensommer schnell in den Hintergrund rücken. Gerade diese gegensätzlichen Extreme zeigen aber umso deutlicher, wie wichtig stabile und widerstandsfähige Bergmischwälder aus Tanne, Fichte, Buche und Bergahorn für die Zukunft sind. Der Waldpflege durch Waldbesitzer und Förster sowie der Jagd komme hier eine hohe gesellschaftliche Bedeutung zu. Nur durch konsequente Pflege und angepasste Wildbestände werden sich die Wälder auf großer Fläche natürlich erneuern können.

Aber auch dort, wo Wälder derzeit ihre Funktion nicht mehr erfüllen und von der Forstverwaltung und den Staatsforsten gemeinsam saniert werden, sei erfreulich wenig passiert. „Die Maßnahmen der Schutzwaldsanierung haben sich bewährt, Pflanzungen und Lawinenverbauungen haben an den neuralgischen Punkten im Amtsbereich die Lawinengefährdung spürbar verringern können“, sagt Webert. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hat die Forstverwaltung bisher 15,1 Millionen Euro in die Sanierung der Schutzwälder investiert.

vu

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