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Murenabgang: Anfang Juni 2016 stürzten nach stundenlangem Starkregen rund 15 Kubikmeter Geröll und Kies aus dem Bergwald auf den Untermarkt.

„Wir müssen unsere Bürger schützen“

Bergwaldsicherung: Stadt unternimmt neuen Vorstoß

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Starkregen hat in den vergangenen Jahren immer wieder zu Schäden im Wolfratshauser Bergwald geführt. Im Juni 2016 stürzten 15 Kubikmeter Geröll und Kies von der Frauenkapelle hinab auf den Untermarkt. Nun plant die Stadt die Beteiligung am Förderprogramm „Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“.

Wolfratshausen– Nach stundenlangem Starkregen in der Nacht und am frühen Morgen schwappte am 5. Juni eine riesige Mure auf den Birnmühlplatz. „Der Bergwald hat sich komplett vollgesogen, speziell beim Wasserreservoir“, erklärte Andreas Spohn, Kommandant der Wolfratshauser Feuerwehr, die Ursache. Mit Sandsäcken und Bierbänken gelang es rund 40 Einsatzkräften, die Wasser- und Schlammmassen „in geordnete Bahnen“ (Spohn) zu lenken. Die Häuser am Untermarkt blieben unbeschädigt. Als am Nachmittag erneut dunkle Wolken über der Flößerstadt aufzogen, trafen Stadt und Feuerwehr Vorsichtsmaßnahmen: Oberhalb des Bergwalds wurde als Regenrückhaltebecken ein großes Loch gegraben und zwei Pumpen installiert. Zwei Monate vor dem Murenabgang hatte der von der Stadt beauftragte Bauingenieur Josef Wehbe im Bauausschuss ein aufwendiges Konzept zur Sicherung des Berghangs mit Stützwänden und Erdnägeln vorgestellt. Gesamtkosten: knapp eine halbe Million Euro. Aufgrund der hohen Kosten lehnte das Gremium den Vorschlag ab.

Nun unternimmt die Stadt einen neuen Vorstoß: „Auch wenn das Risiko durch gezielte bauliche Maßnahmen – Stichwort Regenrückhaltebecken – bereits reduziert werden konnte, besteht noch erhebliches Gefahrenpotenzial“, sagte Bürgermeister Klaus Heilinglechner in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Aufgrund des Klimawandels müsse künftig häufiger mit Extremwetter gerechnet werden. „Um die negativen Auswirkungen der Wassergefahren zu reduzieren, hat das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz das Förderprogramm ,Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement‘ aufgelegt.“

Ziel des Risikomanagements ist, Möglichkeiten „zur Vermeidung, Vorsorge, Ereignisbewältigung und Nachsorge“ aufzuzeigen. Das Konzept umfasst laut Bürgermeister unter anderem eine Bestandsanalyse, eine Gefahrenermittlung, eine Gefahren- und Risikobeurteilung sowie eine Strategie hinsichtlich der Gesamtwirkung der erarbeiteten Vorschläge. „Anschließend geht es in die Maßnahmenumsetzung, für die wiederum verschiedene Fördermöglichkeiten bestehen“, erläuterte Heilinglechner. Die Ingenieurleistungen zur Erstellung des Sturzflut-Risikomanagements werden nach seinen Worten mit 75 Prozent gefördert – die Höchstgrenze liegt bei 150 000 Euro.

CSU-Fraktionschef Günther Eibl und Stadtrat Dr. Hans Schmidt (Grüne) äußerten sich skeptisch. Sie wollten von der Verwaltung wissen, wie hoch die Gesamtkosten voraussichtlich werden. „Wir geben hier etwas auf den Weg, ohne zu wissen, was auf uns zukommt“, warnte Eibl. „Zunächst stellen wir erst mal den Antrag, ins Förderprogramm aufgenommen zu werden“, entgegnete Bauamtsmitarbeiterin Susanne Leonhard. Die Planungskosten würden „keine Millionen verschlingen“, so ihre Mutmaßung. Eibl ließ nicht locker: Wenn bei der Bestandsanalyse unterm Strich eine „Gefahrenermittlung“ stehe, „dann muss die Gefahr gebannt werden“ – ungeachtet der Kosten. „Im Rahmen unserer finanziellen Leistungsfähigkeit“, beruhigte Leonhard das Gremium. „Dass Handlungsbedarf besteht, ist uns ja nicht neu“, räumte der Fraktionsvorsitzende der Bürgervereinigung, Josef Praller, ein. Die Bergwaldsicherung „wird kostenintensiv, das muss uns klar sein – aber unsere Aufgabe ist es, unsere Bürger zu schützen“.

Dem Beschluss, dass Bürgermeister Heilinglechner beim Wasserwirtschaftsamt den Antrag auf Aufnahme in das staatliche Förderprogramm stellt und bei Aufnahme ein Ingenieurbüro mit der Erarbeitung eines Konzepts beauftragt, verwehrte allein Stadtrat Schmidt seine Zustimmung.

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