Pieks am Arbeitsplatz: Auch im Landkreis verimpfen Betriebsärzte nun Corona-Vakzine.
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Pieks am Arbeitsplatz: Auch im Landkreis verimpfen Betriebsärzte nun Corona-Vakzine.

Corona-Pandemie

Betriebsärzte impfen: So läuft es im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

  • Doris Schmid
    VonDoris Schmid
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Nach langer Diskussion: Betriebsärzte dürfen gegen das Coronavirus impfen. Endlich, sagen viele. Auch im Landkreis ist das Interesse von Beschäftigten sehr groß. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Nach langer Diskussion ging es vergangene Woche endlich los: Betriebsärzte dürfen gegen das Coronavirus impfen. Auch im Landkreis setzen die Mediziner zahlreiche Spritzen, denn das Interesse der Mitarbeiter ist groß.

An seinen Standorten in Wolfratshausen und Eurasburg beschäftigt Eagle-Burgmann etwa 1000 Mitarbeiter. Das Unternehmen bietet den Beschäftigten an, sich vom Betriebsarzt impfen zu lassen. Eagle-Burgmann sei ein werteorientiertes Unternehmen, sagt Pressesprecher René Heilmann. „Und wir verstehen uns als eine Art Familie, in der wir Verantwortung füreinander übernehmen“. Laut Heilmann zeigten die Mitarbeiter schon vor dem staatlichen Startschuss der Impfungen durch die Betriebsärzte Interesse und fragten nach. Beschäftigte, die sich impfen lassen wollen, könnten sich unbürokratisch anmelden und einen Impftermin bekommen. „Es ist ein Anamnesebogen auszufüllen, und dann kann geimpft werden“, so Heilmann. Organisiert werde das Angebot von einer speziellen Abteilung gemeinsam mit der internen „Corona Task Force“. Der Pressesprecher: „Aus Datenschutzgründen müssen alle Interessenten ihre Dokumente selbst ausfüllen, bekommen aber natürlich Beratung wenn nötig.“ Gemeinsam mit dem Mutterkonzern, der Freudenberg Gruppe, habe man Impfstoff bestellt. Wöchentlich werde das Unternehmen mit dem Biontech-Pfizer-Vakzin beliefert. Geimpft werde am Standort in Eurasburg.

„Wichtig ist, dass alle unsere Mitarbeiter gesund durch die Corona-Pandemie kommen“

An diesem Montag geht es auch bei der Sitec Aerospace GmbH in Bad Tölz mit dem Impfen durch eine Betriebsärztin los. „Wir haben Rundschreiben rausgeschickt“, sagt Pressesprecher Bernhard Pfreundner. „Jeder, der wollte, konnte sich in der Personalabteilung melden.“ 170 Mitarbeiter beschäftigt der Flugzeugbauer, und das Interesse an einer Impfung sei groß. Zur Verfügung steht der Impfstoff von Biontech-Pfizer. Wer bezahlt die Impfkampagne? „Wichtig ist, dass alle unsere Mitarbeiter gesund durch die Corona-Pandemie kommen“, sagt Pfreundner. „Wenn da ein paar Euro auf uns zu kommen, ist das auch kein Problem.“

Die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen bietet ihren Mitarbeitern ebenfalls eine Impfung durch den Betriebsarzt an. Der hat laut Alexander Potzka, Leiter Vorstandsstab, bereits Impfstoff bestellt. Denn die Nachfrage sei sehr groß. Am Donnerstag habe man die Info über die Impfung ins Intranet eingestellt, und innerhalb kurzer Zeit schon 20 Rückmeldungen bekommen. Drei Impftermine will die Sparkasse Bad Tölz-Wolfrathausen ihren 420 Mitarbeitern anbieten. Der Betriebsarzt wird Potzka zufolge die Impfung im Sparkassen-Center in Bad Tölz vornehmen. Organisatorisch unterstützt werde er von der Fachkraft für Arbeitssicherheit des Geldinstituts.

Auch das Geretsrieder Unternehmen Franco Fresco, das etwa 350 Mitarbeiter hat und unter dem Namen Gustavo Gusto Premium-Tiefkühlpizzen herstellt, beschäftigte sich mit der Thematik. Doch an der Böhmerwaldstraße wird es keine Impfungen durch einen Betriebsarzt geben. „Die Anforderungen sind für uns unter anderem hinsichtlich der Bereitstellung von notwendigen Räumen und Personal zu hoch“, teilt Erich Jeske von der Pressestelle mit.

Aber man habe mit Gesundheitsamt für die Mitarbeiter, die der Priorisierungsgruppe drei angehören, bereits Impftermine vereinbart. Darüber hinaus haben sich laut Jeske Mitarbeiter um eigene Impftermine gekümmert.

nej

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Wir geben einen Überblick während der Coronavirus-Pandemie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in diesem News-Ticker. Aktuelle Zahlen und Entwicklungen lesen Sie hier.

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