Eine Frau telefoniert.
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Die Polizei warnt aus aktuellem Anlass: „Geben Sie keine privaten Daten preis.“

Polizei ermittelt

Betrüger installieren Schadsoftware auf PC eines Wolfratshausers (76)

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Sie behauptete, dass sie für Microsoft arbeiten würde: Eine bislang unbekannte Anruferin hat einen Wolfratshauser (76) übers Ohr gehauen.

Wolfratshausen – Ein 76 Jahre alter Wolfratshauser ist einer Betrügerin aufgesessen. Die Frau gab sich laut Polizei als Microsoft-Mitarbeiterin aus und entlockte dem Senior einen dreistelligen Geldbetrag.

Die Unbekannte hatte den 76-Jährigen am Freitagmorgen gegen 10 Uhr angerufen und ihm mitgeteilt, dass sein Computer von Hackern angegriffen worden sei. „Die Betrügerin forderte den Wolfratshauser auf, seinen Computer anzuschalten und ein Programm zu installieren, damit sie ihm helfen könne“, berichtet Oberkommissar Benedikt Schlichte. Der 76-jährige kam der Aufforderung nach und installierte die vermeintliche Support-Software.

Betrügerin legt PC des Rentners lahm

Dadurch bekam die Betrügerin tatsächlich Zugriff auf den bis dato virenfreien Computer des Rentners und installierte in der Folge eine Schadsoftware. Schlichte: „Jetzt war das System des Wolfratshausers wirklich infiziert und sein PC funktionierte nicht mehr.“ Die angebliche Microsoft-Mitarbeiterin stellte den Geschädigten vor die Wahl: Er könne seinen nun unbrauchbaren Computer wegwerfen – oder 134 Euro bezahlen, „damit die Hacker von seinem Computer verschwinden“. Der Senior entschied sich zur Bezahlung des geforderten Betrages und meldete sich am nächsten Tag bei der Wolfratshauser Polizei, weil ihm der Vorfall merkwürdig vorkam. Es wurde Anzeige wegen Betrugs aufgenommen.

Polizei warnt vor Tech-Support-Scam

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang vor der Betrugsmasche des sogenannten Tech-Support-Scam. Die Firma Microsoft schickt nach eigenen Angaben weder unaufgefordert E-Mails, noch fordern Mitarbeiter die Bürger per Telefonanruf auf, persönliche Daten preiszugeben beziehungsweise Software-Programme zu installieren. Schlichte: „Geben Sie keine privaten Daten heraus, und kommen Sie nicht den Forderungen der Anrufer nach. Beenden Sie sofort das Gespräch, trennen Sie ihren Computer vom Internet, wenden Sie sich an die Polizei und lassen Sie ihren Computer von einem Experten überprüfen.“ (cce)

Lesen Sie auch: Wolfratshauser (80) gewinnt angeblich 40.000 Euro.

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