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Vermieter geprellt

Betrügerin zu 11.250 Euro Geldstrafe verurteilt

Wolfratshausen – Sie fälschte eine Lohnabrechnung, um den Mietvertrag für eine Zweizimmerwohnung zu bekommen. Dann blieb sie ihrem Vermieter die Miete schuldig.

Sie fälschte eine Lohnabrechnung, um den Mietvertrag für eine Zweizimmerwohnung zu bekommen. Dann blieb eine 59-jährige Wolfratshauserin ihrem Vermieter sechs Monatsmieten (insgesamt 5700 Euro) sowie die Kaution in Höhe 1600 Euro schuldig. Nun stellte das Gericht der gelernten Altenpflegerin eine gesalzene Rechnung aus: Wegen Betrug und Urkundenfälschung wurde die Frau zu 11 250 Euro Geldstrafe verurteilt. Das ist sehr viel Geld, aber für die Angeklagte dennoch so etwas wie ein ordentliches blaues Auge, mit dem sie noch einmal davon gekommen ist.

Es war nämlich nicht das erste Mal, dass sie vor Gericht stand. Die Dame brachte 13 Vorstrafen mit in die Verhandlung. Viele davon ebenfalls wegen Betrug, weshalb sie bereits einige Jahre hinter Gittern verbracht hatte. Zuletzt war sie 2013 vom Amtsgericht Augsburg wegen einem nahezu identischen Einmietbetrug zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. „So, wie es dasteht, ist es bis auf Kleinigkeiten richtig“, räumte die Angeklagte ein. Die getürkte Verdienstbescheinigung begründete sie wahrheitsgemäß: „Sonst hätte ich die Wohnung nicht gekriegt.“

Die Wolfratshauserin betritt jedoch, in vorgefasster Betrugsabsicht gehandelt zu haben. Eine unerwartete Pfändung habe sie nach dem Einzug Anfang Februar vergangenen Jahres in erhebliche Schwierigkeiten gebracht. „Plötzlich blieben mir nur noch 1200 Euro übrig“, erklärte die Beschuldigte. Ihren Vermieter vertröstete sie ein ums andere Mal. Auf schriftliche Zahlungsaufforderungen reagierte sie nicht, bis der Eigentümer sie schließlich aus der Wohnung klagte.

Mitte August 2015 zog die Frau aus, hinterließ die Wohnung laut Aussage des Vermieters aber in „einwandfreiem Zustand“. Womöglich war das ein Grund, warum die junge Staatsanwältin mit ihrem Antrag Gericht und Verteidigung überraschte. Trotz der zahlreichen einschlägigen Vorstrafen hielt die Anklagevertreterin eine Geldstrafe für ausreichend. Sie beantragte 150 Tagessätze zu je 75 Euro. Dem kam das Gericht nach.

„Man sieht mir meine Bauchschmerzen hoffentlich an“, sagte Richter Helmut Berger in der Urteilsbegründung und machte damit deutlich, dass er den Antrag für „sehr milde“ hielt. „Wer unter einschlägiger offener Bewährung erneut eine gleich gelagerte Straftat begeht, hat normalerweise keine Chance, dem Gefängnis zu entgehen.

von Rudi Stallein

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