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Das alte Krankenhaus an der Sauerlacher Straße: Hier sollen 37 Wohnungen entstehen.

„Ein Anfang ist gemacht“

Bezahlbarer Wohnraum: Ersten Reaktionen auf neue Pläne

Wolfratshausen – Die einen fühlen sich schon beauftragt, die anderen stehen bereit. Bei der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft will man den Beschluss, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, allerdings nicht kommentieren. Die Baugenossenschaft begrüßt diesen Schritt.

Der Stadtrat hat den Bau von 90 bis 100 Wohnungen auf den Weg gebracht. Auf der „Coop-Wiese“ in Waldram, an der Auenstraße, am alten Krankenhaus an der Sauerlacher Straße und an der Bahnhofstraße sind Neubauten geplant. Die Errichtung von zwei Gebäuden auf der Coop-Wiese soll die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (StäWo) vornehmen. „Ich habe den Stadtratsbeschluss als Auftrag verstanden“, berichtet Geschäftsführer Lothar Ortolf. Als hundertprozentige Tochter der Stadt müsse sich die Baugesellschaft für den Auftrag nicht bewerben. Für die drei anderen Projekte interessiert sich der StäWo-Chef nicht. „Wir konzentrieren uns jetzt auf die ,Coop-Wiese.‘“

Das Klein-Anwesen an der Bahnhofstraße: Ein noch zu bildendes Gremium soll ein Konzept für das Gebäude entwerfen.

Stadtrat Benedikt Brustmann (Bürgervereinigung Wolfratshausen) hatte Bedenken geäußert, ob die städtische Tochter der richtige Bauherr sei. „Die StäWo hat enorme Schulden.“ 14 Millionen Euro betrug das Minus auf dem Konto der Gesellschaft im Jahr 2014. Darauf angesprochen sagt Geschäftsführer Ortolf: „Wir müssten für den Bau zwar erhebliche Kredite aufnehmen. Das Geld für das Projekt haben wir nicht in der Portokasse.“ Aber durch die erheblichen Mieteinnahmen werde sich diese Investition lohnen. Die Schaffung von 50 einkommensgeförderten (EOF) Wohnungen sei „eine gute Variante, die sich rechnet. Unter normalen Umständen machen wir damit kein Defizit.“ Obwohl Ortolf laut Eigenaussage in die Vorgespräche zur Wohnbau-Offensive involviert war, möchte der StäWo-Geschäftsführer den Stadtratsbeschluss, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, nicht kommentieren: „Das ist eine Entscheidung der Politik.“
 
Ob die Wolfratshauser Baugenossenschaft (BG) bei den Neubauten eine Rolle spielen wird, ist ungewiss. „Wir haben von den Planungen erst nach der Stadtratssitzung erfahren“, berichtet Britta Wurm. Sollte die Stadt wünschen, dass eins der Vorhaben in die Hand der BG fiele, „sind wir jederzeit gesprächsbereit“, deutet Wurm an. „Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn man dabei an uns denkt.“ Finanziell könne die Genossenschaft einen Neubau stemmen. „Das wäre absolut möglich“, ist sich Wurm sicher – auch wenn die BG auf „eher günstige Grundstücke“ angewiesen sei. Die Stadtratsentscheidung hält die Wolfratshauserin für richtig: „Das ist ein Anstoß in die richtige Richtung. Es ist erfreulich, dass sich die Stadt diesem wichtigen Thema annimmt.“ Allerdings gibt Wurm zu bedenken, dass 100 Wohnungen langfristig nicht ausreichen. Auf der Warteliste der Baugenossenschaft stünden rund 300 Bewerber, „davon sind 250 aus Wolfratshausen und Geretsried“. Die Offensive sei ein Anfang. „Aber immerhin ist jetzt ein Anfang gemacht.“

Im Zusammenhang mit dem alten Krankenhaus war im Stadtrat davon die Rede, dass „eine“ Baugenossenschaft die Neuplanungen realisieren soll – also käme auch die aus Geretsried in Frage. Die dortige Baugenossenschaft wird aber keines der Projekte realisieren. „Daran haben wir kein Interesse“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Selig. „Wir haben unsere Aufgaben in Geretsried und schauen derzeit nicht über den Gemeinderand hinaus.“

von Dominik Stallein

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