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Bezahlbarer Wohnraum: So sieht das neue Projekt der Baugenossenschaft Wolfratshausen aus

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Von: Carl-Christian Eick

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Ein Luftbild.
Am Waldrand im Stadtteil Farchet: Die Baugenossenschaft Wolfratshausen will ihr Bestandsgebäude Hausnummer 26 (oben rechts) abreißen und durch ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage ersetzen. © Ingenieurbüro Wehbe Wolfratshausen

Der Wohnungsmarkt in Wolfratshausen ist mehr als angespannt. Vor allem bezahlbare Mietwohnungen sind Mangelware. Nun legt die Baugenossenschaft Wolfratshausen ein neues Projekt auf.

Wolfratshausen – Bezahlbaren Wohnraum in der Loisachstadt zu finden, ist ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Das ist seit Jahren eine Binsenweisheit. Ein wenig zur Linderung der Not beitragen will erneut die Baugenossenschaft (BG) Wolfratshausen. Sie plant, im Stadtteil Farchet eine ihrer Bestandsimmobilien, Baujahr 1969, abzureißen und an der Stelle ein Mehrfamilienhaus zu errichten. Dem Antrag der BG auf Vorbescheid stimmte der Bauausschuss am Mittwochabend einhellig zu.

Konkret geht’s um das Grundstück am Waldrand, ganz genau ums Haus Nummer 26. „Das ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt BG-Vorstandsmitglied Britta Wurm im Gespräch mit unserer Zeitung. Alle 15 Wohnungen seien noch mit Öl-Einzelöfen bestückt, „mehr muss ich dazu nicht sagen“, so Wurm. Geplant sind ein viergeschossiger Neubau sowie ein sich im rechten Winkel anschließender, ebenfalls viergeschossiger neuer Baukörper. Wohnfläche in Summe: 1900 Quadratmeter. „Im Vergleich zum Altbestand wäre das eine Verdoppelung der Wohnfläche“, erläutert Wurm.

Niemand steht also auf der Straße, das ist uns wichtig.“ 

Dr. Hans Schmidt, Grünen-Stadtrat

Noch steckt das Vorhaben in den Kinderschuhen, doch mit dem positiven Vorbescheid sei eine erste große Hürde genommen. Laut grober Kostenschätzung werde die BG etwa acht Millionen Euro investieren. Los gehen soll’s laut Wurm und ihrem Vorstandskollegen, Bauingenieur Josef Wehbe, „frühestens Mitte 2022“. Zu diesem Zeitpunkt sind die Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen der Baugenossenschaft an der Blombergstraße in Farchet mutmaßlich abgeschlossen (wir berichteten). Das würde den Mietern der Wohnungen am Waldrand 26 die Möglichkeit eröffnen, an die Blombergstraße umzuziehen. „Niemand steht also auf der Straße, das ist uns wichtig“, so Grünen-Stadtrat Dr. Hans Schmidt in der Bauausschusssitzung.

Votum freut die Baugenossenschaft sehr

Zur Detailplanung, die jetzt bei den Genossen auf der Agenda steht, gehört nach Wurms Worten auch ein Mobilitätskonzept. Carsharing, Ladestationen für E-Autos, Fahrradabstellplätze: Aspekte, die mit Blick auf das geplante Mehrfamilienhaus plus Tiefgarage eine Rolle spielen werden, kündigt das Vorstandsmitglied an. Über das einstimmige Votum des Ausschusses „freuen wir uns sehr“, betont Wurm. Es sei „schön“, dass der Einsatz der BG für bezahlbaren Wohnraum „gewürdigt wird“.

Ein Lob von BVW-Fraktionschef Praller

Das Vorhaben nach Maßgabe der Planunterlagen des Ingenieurbüros Wehbe füge sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die Umgebung ein; städtebauliche oder sonstige öffentlich-rechtliche Belange, die dem Projekt entgegenstehen, seien nicht zu erkennen: Zu diesem Ergebnis kam das städtische Referat Planen und Umwelt. Stadtrat Schmidt bat darum, im Sitzungsprotokoll zu vermerken, dass die Bäume auf der Südseite – „an der Grundstückskante zum Stadion“ – erhalten bleiben sollten. Der Fraktionssprecher der BVW, Josef Praller, erklärte, dass die Schaffung von „mehr Wohnraum sehr begrüßenswert ist“. Vor diesem Hintergrund wolle er der Baugenossenschaft „ein Lob aussprechen“. (cce)

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