Geschützter Nager: Schäden in Höhe von knapp 136 000 Euro richteten Biber 2019 in Oberbayern an.
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Geschützter Nager: Schäden in Höhe von knapp 136 000 Euro richteten Biber 2019 in Oberbayern an.

Umweltministerium erhöht Zahlungen

Biberschäden: Ausgleich für angestauten Frust

  • vonPeter Borchers
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Der Biber ist in Bayern auf dem Vormarsch - und richtet Schäden an. Landwirte, Fischzüchter und andere Betroffene dürfen mit Ausgleichszahlungen rechnen.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Anerkannte Schäden in Höhe von exakt 135 806 Euro richteten Biber im Jahr 2019 in Oberbayern an. Das dürfen die Tiere ungestraft, denn sie stehen unter strengem Schutz. Immerhin: Geschädigte wie Landwirte, Fischzüchter und Fischereivereine erhalten Entschädigungen.

Florian Streibl, Stimmkreisabgeordneter und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Landtag, äußert sich nun zufrieden darüber, dass das Bayerische Umweltministerium erneut Mittel bereitstellt, um Schäden durch Biber auszugleichen. „Die bislang dafür zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 450 000 Euro pro Jahr werden ab 2021 auf 550 000 Euro aufgestockt“, heißt es in einer Pressemitteilung Streibls. Außerdem würde rückwirkend für das Jahr 2020 diese auf 550 000 Euro erhöhte Summe bereitgestellt – ein großer Erfolg.“

Mittel für Entschädigungen auf 550 000 Euro pro Jahr erhöht

Aus „eigener Anschauung“ weiß Streibl, „wie sehr die Rückkehr der Biber für Veränderungen in unserer Landschaft sorgt. Oft genug sind Landwirte die Leidtragenden, deren Wiesen und Äcker durch das Aufstauen von Gewässern in Mitleidenschaft gezogen werden.“ An anderer Stelle würden Fischzüchter in ihrer Existenz bedroht, wenn Biber ihre Bauten in Teichanlagen anlegen und diese damit beschädigen.

Laut dem Politiker aus Oberammergau reichten „bedauerlicherweise die bislang zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel nicht aus, die anerkannten Schadenssummen tatsächlich vollständig auszugleichen“. Beispielhaft hierfür die Zahlen für 2019: In Oberbayern lag die anerkannte Schadensumme bei 135 806 Euro, erstattet worden sind lediglich 91 666 Euro. Von den im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen von Bibern verursachten Schäden in Höhe von 1456 Euro flossen 983 Euro an die Geschädigten zurück.

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Konkret heiße das, so Streibl, „dass durch die deutliche Erhöhung der Mittel künftig eine höhere Ausgleichsquote erreicht werden und damit ein noch größerer Anteil der anerkannten Schadenssummen vom Freistaat ersetzt werden“.

Geschätzt 22 000 Biber – verteilt auf rund 6000 Reviere – leben aktuell in Bayern. Damit besiedeln diese Nagetiere den Freistaat inzwischen fast flächendeckend. Das Umweltministerium hat vor mehr als zehn Jahren das Bayerische Bibermanagement etabliert. „Ziel ist es, schadensbedingte Konflikte so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig einen günstigen Erhaltungszustand der bayerischen Biberpopulation sicherzustellen“, heißt es dazu aus dem Umweltministerium. Im Zentrum stehen die vier Säulen Beratung, Prävention, Zugriffsmaßnahmen und Ausgleichszahlungen. Die Zuständigkeit für das Bibermanagement liegt bei den Landratsämtern. Sie können Entscheidungen zeitnah und vor Ort treffen. Je ein Bibermanager für Nord- und Südbayern sowie rund 400 lokale ehrenamtliche, fachlich geschulte Biberberater unterstützen die Behörden.

peb

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