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Dominik Tabak will  sein Wirtshaus Flößerei der AfD kein zweites mal als Veranstaltungsort zur Verfügung stellen. 

AfD tagt in der Wolfratshauser Flößerei

Ein einmaliges Gastspiel

Wolfratshausen - Am Samstag war im Wirtshaus Flößerei einer der bekanntesten AfD-Vertreter zu Gast, Björn Höcke. Wirt Dominik Tabak wusste bis kurz vor Beginn der Veranstaltung von nichts. Fest steht: Er will die AfD nicht wieder im Haus haben.

Dass der Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) am Samstag Björn Höcke empfangen wollte, war bekannt. Nur wo – das war ein gut gehütetes Geheimnis. Bis zum Vorabend der Veranstaltung wussten nicht einmal die rund 80 Gäste, wo der Sprecher der AfD Thüringen auftreten würde. Erst dann teilte die Partei den Teilnehmern mittels einer E-Mail mit, dass die Wahl auf das Wirtshaus Flößerei in Wolfratshausen gefallen war.

Der Veranstaltungsort war lange geheim

Warum die Geheimniskrämerei? Der Kreisvorsitzende Mario Buchner nennt Sicherheitsgründe. Es gehöre schon seit längerer Zeit zu den Erfahrungen der AfD, dass ihre Veranstaltungen, sobald Ort und Zeit bekannt würden, von „gewaltbereiten linksextremistischen Chaoten“ gestört oder gar verhindert würden. Die Geheimhaltungsstrategie ging auf: Das Treffen lief ohne Störung ab. „Wir konnten unsere Veranstaltung friedlich abhalten“, teilt Buchner mit. 

Reserviert war auf den Namen eines Privatmannes

Zu Unstimmigkeiten kam es jedoch offenbar mit Wirt Dominik Tabak. Er fühlt sich ein wenig überrumpelt, denn: Dass die AfD am Samstag in der Flößerei auftauchen würde, war ihm nicht bekannt. „Der Saal wurde für einen Privatmann reserviert“, berichtet er. Erst kurz vor Beginn habe er bemerkt, was sich wirklich abspielte. „Wir haben das Ganze dann unaufgeregt zu Ende gehen lassen.“ Danach habe Tabak das Gespräch mit dem Veranstalter gesucht und diesem erklärt, dass es bei einem einmaligen Gastspiel bleiben werde. Er habe dem Verantwortlichen „ruhig und sachlich“ klar gemacht, dass er befürchtet, derlei Veranstaltungen könnten seinem Wirtshaus schaden. Die Reservierung für eine Mitgliederversammlung der AfD in einigen Wochen habe ein Vertreter der Partei daraufhin einsichtig storniert.

Die AfD beklagt, dass man nicht bedient wurde

Als „Schmarrn“ bezeichnet Tabak Gerüchte, die im Internet kursieren. Demnach hätte Bürgermeister Klaus Heilinglechner von der Veranstaltung Wind bekommen und den Wirt gedrängt, die unwillkommenen Gäste nicht mehr zu bedienen. Das Gegenteil ist richtig, beteuert Tabak. Es hätten sich Besucher der AfD-Veranstaltung davon gestört gefühlt, wenn seine Bedienungen den Saal betreten hätten, um zu servieren. Daraufhin sei man dazu übergegangen, dass die Besucher der Veranstaltung an der Bar bestellen konnten. Kreisvorsitzender Mario Buchner bewertet die Situation ganz anders. Er fühlt seine Veranstaltung vom Wirt torpediert. „Die Bewirtung wurde kurz nach Beginn der Veranstaltung abgebrochen.“ Das sei jedem aufgefallen. Die Bitte, die Besucher zu bewirten, sei leider ergebnislos geblieben. Außerdem habe sich eine Servicekraft auffallend laut verhalten. „Sie hat die Rede von Herrn Höcke gestört“, so Buchner. Dominik Stallein

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