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Wegen vorsätzlicher Körperverletzung musste sich ein 52-jähriger Wolfratshauser vor dem Amtsgericht verantworten. 

Verhandlung vor dem Amtsgericht

Blaues Auge,gebrochene Nase

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Ein 52-Jähriger musste sich wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten.

Wolfratshausen – Sehr schmerzhaft endete für einen 36-jährigen Wolfratshauser der Besuch einer Kneipe in der Altstadt. „Ich ging mit ganzer Nase rein und habe sie mit gebrochener Nase wieder verlassen“, begann der Mann zu erzählen, was am 9. Juli vorigen Jahres zwischen 2 und 4 Uhr in der Früh passiert war. Konkrete eigene Erinnerungen habe er kaum, ließ er das Gericht wissen. „Ich saß an der Bar, dann habe ich einen Blackout.“

Irgendwann habe er sich blutverschmiert auf der Straße wiedergefunden, schilderte der Wolfratshauser weiter. „Wie es zustande gekommen ist, wusste ich nicht.“ Weil ihm der Vorfall „sehr peinlich“ gewesen sei („Blaues Auge, gebrochene Nase – so möchte man sich nicht gerne zeigen“), habe er sich eine Weile „zu Hause verkrochen“. Erst vier Wochen später habe er den Wirt des Lokals auf der Straße getroffen. So klärte sich die Sache auf.

Es hatte an jenem Abend Ärger mit dem betrunkenen 36-Jährigen gegeben. Der Mann habe kein Geld mehr dabei gehabt und „ein bisschen rumgeschrien“, berichtete der Wirt als Zeuge vor Gericht. Es gab einen kurzen Streit. „Aber ich wäre mit ihm zurecht gekommen“, beteuerte der Zeuge. Dann sei ein anderer Gast plötzlich von seinem Tisch aufgestanden, habe dem 36-Jährigen unvermittelt zwei Mal mit der Faust ins Gesicht geschlagen – und sich wieder hingesetzt. „Warum er schlug ist mir unerklärlich“, so der Wirt. „Er hatte mit der Sache nichts zu tun.“

Eine Zeugin (45) bestätigte im Wesentlichen die Aussage des Wirtes. Sie hatte jedoch den Auftritt des Geschädigten etwas intensiver in Erinnerung. Dass der Mann sich tatsächlich lautstark aufgeführt hatte, belegte ein Video, dass die Ickingerin mit ihrem Handy gemacht hatte. Darauf waren aber auch deutlich die Schläge des ebenfalls in Wolfratshausen lebenden arbeitslosen 52-Jährigen zu sehen, der sich nun wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten musste.

Der Angeklagte raunte während der Verhandlung nur einen Satz: „Ich habe nichts zu sagen.“ Richter Helmut Berger verurteilte den mehrfach vorbestraften Wolfratshauser zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 15 Euro (gesamt 2700 Euro) und blieb damit deutlich unter dem Antrage der Staatsanwältin. Die Anklagevertreterin hatte acht Monate Gefängnis auf Bewährung sowie 120 Stunden gemeinnützige Arbeit beantragt.

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