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Gefahr am Ickinger Wehr: Feuerwehrleute ziehen ein havariertes Schlauchboot mit Leinen aus der Isar.

Isar bleibt für Boote gesperrt

Bootsunfälle von Isar-Chaoten: Wer zahlt die Einsätze?

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 Bad Tölz-Wolfratshausen –Auch das Verbot hält leichtsinnige Bootsbesitzer nicht davon ab, auf der Isar zu fahren. Ihnen drohen hohe Bußgelder. Für die Rettungseinsätze kommt meist die Allgemeinheit auf. 

Hochwasser, Treibholz und Schlauchboote vertragen sich nicht. Bootsfahrten auf der Isar bleiben deshalb vorerst verboten. Die Landratsämter in Bad Tölz und München haben ihre Verfügungen vom Wochenende verlängert – „bis auf Weiteres“, sagt Cornelia Breiter vom Tölzer Amt. Die Isar ist somit von der Tattenkofener Brücke in Geretsried bis zur Großhesseloher Brücke im Kreis München gesperrt. Wer das Verbot ignoriert, muss mit einem Bußgeldbescheid rechnen.

Wer das Verbot missachtet, muss bis zu 50.000 Euro zahlen

Bis zu 50 000 Euro werden für Ordnungswidrigkeiten fällig. Die genaue Höhe ist eine Einzelfallentscheidung des Landratsamts. „Es geht uns bei der Verfügung nicht um die Strafe“, sagt Breiter. „Wir wollen auf die Gefahr aufmerksam machen.“ Meist bleibt es bei einem symbolischen Betrag.

Grundsätzlich darf jeder mit unmotorisierten Booten auf bayerischen Seen und Flüssen fahren. Einschränkungen sind möglich, um Gefahren für Leib und Leben abzuwenden. Die Behörden handelten, nachdem es am Wochenende wie berichtet auf der Isar zwischen Geretsried und München zu mehreren Unfällen gekommen war. Die Strömung drückte etwa ein Boot am Ickinger Wehr an die Staumauer. Wären die Insassen gekentert, hätte der Wassersog die Ausflügler unter Wasser gezogen.

Für die kommenden Tage sind neue Regenfälle angekündigt. Am Sylvenstein-Stausee wird in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim vorsorglich viel Wasser abgelassen. Der Pegelstand der Isar bleibt hoch – und die Situation angespannt.

Rettungseinsätze auf der Isar: Die Bilder

Die Bootsfahrer spielen Katz und Maus mit der Polizei

Die Polizei patrouilliert seit Sonntag an den bekannten Einstiegsstellen für Schlauchbootfahrer. Schilder weisen auf die Gefahren hin, Einstiege sind mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Viele Hobby-Paddler ignorieren das aber. „Manche sind einsichtig, manche stur und manche einfach nur blöd“, sagt Werner Resenberger, Leiter der Wolfratshauser Polizei. Ausflügler würden häufig trotz der Warnung der Beamten „hinter dem nächsten Busch in ihr Boot hüpfen. Sie ärgern damit nicht uns, sondern sie setzen ihr Leben aufs Spiel.“

Die Kosten für die Einsätze muss meistens die Allgemeinheit bezahlen

Die Kosten für mögliche Rettungseinsätze müssen die Betroffenen meist nicht selbst bezahlen. Wenn Gefahr besteht, sind Feuerwehreinsätze kostenfrei. Das regelt ein Gesetz. Es gibt aber Ausnahmen, wenn der Betroffene fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat. Fahrlässig sei es, überhaupt auf der tobenden Isar zu fahren, erklärt Alexander Bauer vom Tölzer Landratsamt. „Vorsätzlich ist es, wenn man vom Verbot weiß und es ignoriert.“ Wie viel solche Einsätze kosten, legen die Gemeinden fest. Sie erhalten auch das Geld. Je nach Personal- und Materialaufwand kommt schnell ein vierstelliger Betrag zusammen.

Rettungsorganisationen wie Wasserwacht und Rotes Kreuz schreiben unabhängig von der Schuldfrage grundsätzlich Rechnungen, sagt Wolfgang Hofmann von der Kreiswasserwacht Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Krankenkassen würden die Kosten meist erstatten. Die Allgemeinheit springt also ein. Auch der Einsatz des Rettungshubschraubers bleibt unterm Strich für den Einzelnen kostenfrei. „Das wird über die Kassen abgerechnet“, sagt ein Sprecher der ADAC-Luftrettung.

dor

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