+
Gefahr für die Baumbestände: Der Borkenkäfer ist extrem gefräßig. 

Experten am Runden Tisch sind sehr besorgt

Borkenkäfer: Amt ruft Waldbesitzer zu raschem Handeln auf

  • schließen

Was den Borkenkäfer angeht, ist das Jahr in einer entscheidenden Phase. Waldbesitzer, die jetzt Schadholz abtransportieren, verhindern das Schlimmste.

Alarmierender Befund: Das Bohrmehl auf den Blättern ist ein sicheres Indiz, dass der Borkenkäfer die nebenstehende Fichte befallen hat. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Borkenkäfer ist und bleibt eine große Gefahr für den Wald. Jetzt fliegt er wieder und befällt die Fichten, die zwischen Isar und Loisach immer noch vorherrschende Baumart. Um Schäden so gering wie möglich zu halten, ruft das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen alle Waldbesitzer dazu auf, noch vorhandenes Schadholz zu entfernen und die eigenen Bestände dringend auf Borkenkäferbefall zu untersuchen – leicht zu erkennen am typischen Bohrmehl, das der Schädling hinterlässt.

Wie ernst das Thema ist, zeigt die Tatsache, dass kürzlich ein Runder Tisch einberufen wurde, bestehend aus den AELF Holzkirchen, Ebersberg und Rosenheim, den Waldbesitzervereinigungen Wolfratshausen, Holzkirchen und Ebersberg sowie den Forstbetrieben München und Schliersee des Unternehmens Bayerische Staatsforsten AöR. „Neu dabei waren dieses Jahr auch je ein Vertreter des Erzbischöflichen Ordinariats und der Stadt München, die im Oberland nennenswerte Waldflächen besitzen“, berichtet der Holzkirchner Amtsleiter Christian Weber. „Alle Beteiligten waren sich einig, dass es unerlässlich ist, rechtzeitig auf die Suche nach frischem Befall zu gehen, die befallenen Fichten zu fällen und möglichst schnell aus dem Wald zu fahren.“

Im Vergleich zum Vorjahr hatte das nasskalte Wetter im Mai zunächst geholfen, die Borkenkäferentwicklung deutlich zu verzögern. Seit Anfang Juni ist im Flachland jedoch wieder Befall an den Fichten zu beobachten. „Es ist Eile geboten, damit diese Brutherde aufgearbeitet werden können“, so Webert.

Lesen Sie auch: Viel Totholz nach dem schweren Winter

Bei aller Brisanz sollte jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass Waldarbeit eine sehr gefährliche Tätigkeit ist. „Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind bereits mehr Personen bei der Holzernte in Bayern tödlich verunglückt, als im gesamten letzten Jahr“, so der Amtsleiter.

Lesen Sie auch: Was am Ulrichsberg alles kreucht und fleucht

Deshalb rät das AELF Holzkirchen allen Waldbesitzern, die größere Schadholzmengen in ihrem Wald haben oder sich unsicher im Umgang mit der Motorsäge sind, die notwendigen Arbeiten an Profis zu vergeben.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Alle Straßen leuchten künftig mit LED
Die Straßenbeleuchtung in Geretsried soll erneuert werden. Dabei will die Stadt weiter auf LED setzen. 
Alle Straßen leuchten künftig mit LED
Karl Johannbauer kutschiert Münchner Prominenz zur Wiesn
Seit zehn Jahren führt Karl Johannbauer das Feld der Kutschen beim Einzug der Wiesn-Wirte an. Seine Schwarzwälder Füchse lassen sich von dem Spektakel nicht beirren. 
Karl Johannbauer kutschiert Münchner Prominenz zur Wiesn
Drama im Starnberger See: Mann stirbt - 50 Meter entschieden über seinen Tod
Dramatischer Rettungseinsatz in Münsing: Ein Boot kentert im Starnberger See. Für einen jungen Mann kommt jede Hilfe zu spät.
Drama im Starnberger See: Mann stirbt - 50 Meter entschieden über seinen Tod
Guido Keller Bergmeister von null auf hundert 
Mit einem völlig neu entwickelten Auto schaffte Guido Keller in der Premieren-Saison das fast Unmögliche: Er wurde Deutscher Amateur-Bergmeister.
Guido Keller Bergmeister von null auf hundert 

Kommentare