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Vorösterliche Tradition: Das Bairische Passionssingen sorgte für eine vollbesetzte Stadtpfarrkirche. 

Passionssingen der Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen

Brauchtum mit Tiefgang

Wolfratshausen - 400 Zuhörer lauschtem am Wochenende dem Passionssingen der Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen in der Stadtkirche St. Andreas. 

Genau zwei Wochen vor dem Ostersonntag lud die Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen zum „Bairischen Passionssingen“ ein. Die vorösterliche Tradition, das Leben, Leiden und Sterben Jesu Christi mit Musik, Gesang und Gebetstexten lebendig werden zu lassen, ist vielerorts in Vergessenheit geraten. In Wolfratshausen hingegen wird das Passionssingen seit nunmehr 26 Jahren in regelmäßigen Abständen von zwei bis drei Jahren in der Stadtpfarrkirche aufgeführt. Diesmal konnte Ewald Brückl mit dem Solistenensemble des Tölzer Knabenchors sogar einen besonderen Publikumsmagneten in die Loisachstadt locken. Kein Wunder also, dass die Bänke schon eine Viertelstunde vor Beginn des Passionssingens nahezu vollständig besetzt waren.

Im Mittelpunkt steht die Geschichte von Simon von Cyrene

Pfarrer Gerhard Beham erinnerte zunächst an das Leiden von Jesus Christus. Nach Einlagen der Münsinger Sängerinnen und des Tölzer Knabenchors lasen die Gebirgsschützen Peter Plößl und Ewald Brückl weitere Textauszüge aus der Passionsgeschichte vor. Die Geschichte von Simon von Cyrene, der zeitweise das Kreuz von Jesu getragen hatte, wirkte wie ein Aufruf zur Hilfsbereitschaft: „Wer nicht viel fragt, sondern hilft, gewinnt tiefere menschliche Beziehungen“, las Brückl vor. Dieses Lebensmotto auch 2000 Jahre später noch zu beherzigen, ist die eigentliche Botschaft des Passionssingens.

Bachs "O Haupt voll Blut und Wunden" geht den Zuhörern zu Herzen

Zeit zum Nachdenken und zur Besinnung wurde den Kirchenbesuchern am frühen Sonntagabend selbstverständlich auch gelassen. Begleitet von den dezenten Klängen des Harfenduos Karin Steiner und Heidi Schroll sowie der Feichthof Saitenmusi ließ sich vortrefflich über den Sinn des Lebens meditieren. Als weiterer musikalischer Höhepunkt folgte der mehrstimmige Gesang des Tölzer Knabenchors. Während ein Teil der Buben hinter dem Altar sang, war die zweite Gruppe des Chors vom zweiten Stockwerk am anderen Ende der Kirche zu hören. Als nach einer Stunde alle Besucher in St. Andreas das Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ anstimmten, dürfte sich bei vielen ein positives Gänsehautgefühl bemerkbar gemacht haben. Peter Herrmann

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