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Großbritannien wird über kurz oder lang die EU verlassen. Deshalb lassen sich viele Exil-Briten einbürgern - auch im Landkreis

Nach Brexit-Entscheidung

Viele Briten wollen Deutsche werden

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Nach dem Brexit-Votum wollen viele Exil-Briten eine zweite Staatsbürgerschaft annehmen. Das gilt auch für den Landkreis: Zwei Briten haben sich bereits einbürgern lassen, andere spielen konkret mit dem Gedanken. 

Bei den irischen Behörden gingen binnen weniger Stunden 4000 Einbürgerungsanträge ein, nachdem die Entscheidung feststand. Und die Stadt Frankfurt führte bis zu 50 Beratungsgespräche pro Tag. Gemessen an diesen Zahlen hält sich die Nachfrage im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen stark in Grenzen. Und doch spricht Klaus Köhler, Sachgebietsleiter für das Ausländerwesen, von einer „bemerkenswerten Steigerung“. In Zahlen bedeutet dies konkret: Zwei Briten haben sich seit dem Brexit einbürgern lassen, vier Verfahren sind am Laufen. Hinzu kommen zehn mehr oder weniger verbindliche Anfragen. „Wenn man bedenkt, dass es bei uns in den vergangenen fünf Jahren keine einzige Einbürgerung von Briten gegeben hat, ist das schon eine Riesenzahl“, sagt Köhler.

Die Einbürgerung ist nicht schwierig

Schwierig sei es für die Briten nicht, sich einbürgern zu lassen – wenn sie einen Kriterienkatalog erfüllen. Sie müssen einen Einbürgerungstest bestehen, die deutsche Sprache beherrschen, einen Job haben, seit mindestens 60 Monate Rentenversicherungsbeiträge zahlen und strafffrei sein. Das Verfahren selbst dauere sechs bis acht Wochen und koste 255 Euro, ergänzt Andrea Keller, die im Tölzer Landratsamt für Einbürgerungen zuständig ist. In Gesprächen gaben die Bewerber immer wieder den Brexit als Grund für den Einbürgerungswunsch an: „Niemand weiß, ob in Zukunft die doppelte Staatsbürgerschaft noch möglich ist.“  

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