Ein Lkw fährt auf einer Straße.
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Ein Lkw-Fahrer musste vor Gericht.

Amtsgericht

Brummifahrer wird handgreiflich und muss Geldstrafe zahlen

Ein Lkw-Fahrer und ein Wolfratshauser gerieten aneinander. Letzterer klagte daraufhin über Schmerzen. Nun trafen die beiden sich vor Gericht wieder.

Wolfratshausen – Beim Rangieren steuerte ein Fernfahrer seinen 40-Tonner im März 2019 in die Einfahrt eines Privatgrundstücks in Wolfratshausen. Dem Eigentümer gefiel das gar nicht, was er dem Fahrer erst verbal und dann mit einem Tritt gegen den Lkw deutlich machte. Der Brummifahrer packte den Anwohner daraufhin am Kragen und stieß ihn zu Boden. Der Wolfratshauser wurde dabei verletzt – und erstattete gegen den 43-Jährigen Anzeige wegen Körperverletzung.

Schon im Vorfeld der Verhandlung am Amtsgericht legte der Fernfahrer ein Geständnis ab. Vor Gericht kam die Sache, weil der 43-Jährigen die von der Staatsanwaltschaft verhängte Geldbuße von 100 Tagessätzen á 40 Euro für „deutlich überzogen“ hielt. „Es sind wohl auch Schimpfworte von Seiten des Anwohners gefallen. Der Tritt gegen das Auto hätte auch nicht sein müssen. Der Anwohner hat sich auch nicht ideal verhalten“, erklärte der Verteidiger des Angeklagten. Sein Mandant habe zwar „sicherlich überreagiert“. Die Verletzungen des Opfers, der auf Schadensersatz geklagt hatte, seien dennoch „marginal“. Im Attest, das der Staatsanwalt verlas, war von Schürfwunden am Knie, Schmerzen in der Schulter und einem Kratzer an der Stirn die Rede, die er sich beim Sturz auf den Asphalt zugezogen hatte. Die Schadensersatzforderung des Geschädigten lag bei 700 Euro. Noch heute spüre dieser Schmerzen. „Der Arzt sagt, dass das noch Monate dauern kann“, erklärte sein Anwalt.

Die geforderte Summe „empfinde ich aber als sehr hoch“, erklärte der Richter. Auch die zweite Forderung des Nebenklägers in Höhe von 500 Euro lehnte er ab. Auch der Verteidiger des Angeklagten war der Ansicht: „Ich möchte das nicht bagatellisieren, aber wir reden von zwei Schürfwunden.“ Die Beteiligten einigten sich auf einen Schadensersatz von 300 Euro. Zudem verhängte der Richter eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen á 40 Euro. An der Schuld des 43-Jährigen gebe es schließlich keine Zweifel.  dst

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