Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

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Lebensrettung an der Loisach: Vor dem Wirtshaus Flößerei zogen Kunden und Angestellte einen Buben (11) aus dem Wasser, der nicht schwimmen konnte. Sein Freund (14) trieb weiter, bis ihn ein Münchner entdeckte.

Lebensrettung in der Loisach

Retter der untergegangenen Flüchtlingsbuben geehrt

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Wolfratshausen – Sie haben zwei Kinder vor dem sicheren Ertrinkungstod bewahrt. Für ihren beherzten Einsatz wurden die drei Retter von der Polizei geehrt.

Es war Mittwoch, der 29. Juni, gegen 17 Uhr. Martin M. (Name geändert, die drei Retter wollen ihre Namen nicht in der Zeitung lesen) wollte vor seiner Bandscheibenoperation in der Kreisklinik noch einmal raus. Zusammen mit seiner Ehefrau und seiner vierjährigen Tochter spazierte er durch die Stadt – und wurde am Loisachufer Teil einer dramatischen Rettungsaktion. Zwei Buben, elf und 14 Jahre alt, waren in den Fluss gestürzt und mitgerissen worden. Einer hatte bereits das Bewusstsein verloren.

Der Diplom-Ingenieur sah vom Sebastianisteg aus, dass links von ihm ein Bub flussabwärts im Wasser trieb. Der 45-Jährige zögerte nicht lange und sprang hinein. Seine Schuhe steifte er noch ab, Jeans und Poloshirt behielt er an. Er packte den Buben und zog ihn gemeinsam mit einem 28-jährigen Wolfratshauser heraus, der ebenfalls herbeigeeilt war. Es war Rettung in letzter Sekunde.

Genauso beherzt reagierte eine 38 Jahre alte Wolfratshauserin. Sie war im Biergarten des Wirtshauses Flößerei, als sie die Hilfeschreie hörte. Auch sie dachte nicht lange nach, sondern setzte alles daran, den Buben zu retten – mit Erfolg. Die beiden haben Glück im Unglück – und werden wieder gesund.

Wie sich herausstellt, haben die Buben – beide sind die Kinder syrischer Asylbewerber – vor dem Unglück etwa 60 Meter flussaufwärts an der alten Floßlände gespielt. An Ufersteinen rutschten sie aus und fielen in die Loisach, die wegen der starken Regenfälle in den Wochen zuvor viel Wasser führte. Die Kinder, die mit ihren Eltern in einer Asylbewerberunterkunft in Wolfratshausen leben, können nicht schwimmen, die Strömung riss sie mit.

Für ihren Rettungseinsatz an der Schwanenwiese wurde das Trio dieser Tage in der Wolfratshauser Polizeiinspektion geehrt. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd sprach jedem von ihnen eine Belohnung von 150 Euro zu. Wie Polizeihauptkommissar Christian Neubert mitteilte, hätten alle drei bei dem Treffen zum Ausdruck gebracht, dass es für sie selbstverständlich gewesen sei, in die Loisach zu springen und die Kinder aus dem Wasser zu ziehen. Eine Tücke sei gewesen, die Gefährlichkeit der Situation zu erkennen und in Sekundenbruchteilen zu realisieren, dass die Lage lebensbedrohlich ist. „Die Kinder hatten offensichtlich die Gefahren des Loisachwassers völlig unterschätzt“, sagte Neubert. „Vorsicht und Respekt vor den Naturgefahren müssen deshalb immer wieder ins Bewusstsein gerufen werden.“ Dieser Fall zeige auch, wie wichtig es sei, schwimmen zu lernen.

fla

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