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„Kinder müssen schwimmen lernen“: Auf dem Wolfratshauser Marienplatz demonstrierten am Samstag zahlreiche Bürger für eine Beteiligung der Flößerstadt an einem interkommunalen Bad in Geretsried.

„Listen werden uns aus der Hand gerissen“

Bürgerbegehren fürs Hallenbad: So läuft die Unterschriftensuche

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Wolfratshausen – Die „Listen werden uns aus der Hand gerissen“, sagen die Organisatoren des Bürgerbegehrens fürs interkommunale Hallenbad. Mehr als 500 der benötigten 1258 Unterschriften liegen schon vor. Eine Zwischenbilanz.

Noch sechs Tage, dann sind die Unterschriften beisammen. Rein rechnerisch könnte das hinkommen. Mehr als 500 Menschen haben sich in den ersten drei Tagen des Bürgerbegehrens mit ihrer Signatur dafür ausgesprochen, dass sich die Stadt Wolfratshausen am Betriebskostendefizit eines interkommunalen Hallenbads in Geretsried beteiligt. Wenn sich die Listen in diesem Tempo weiter füllen, könnte das Bürgerbegehren tatsächlich schon kommenden Sonntag von Erfolg gekrönt sein. Ganz so weit will sich Stephanie Hanna-Necker jedoch nicht aus dem Fenster lehnen, auch wenn sie zugibt: „Es läuft gut.“

Hanna-Necker ist Teil des Trios, das die Aktion koordiniert, bei ihr laufen sämtliche Fäden der Aktion zusammen. Bereits vor rund drei Jahren hat sie Unterschriften für eine Beteiligung an dem Bad gesammelt. Zu einem Bürgerentscheid kam es damals nicht, weil der Stadtrat seine Meinung noch änderte.

Die Reaktionen der Menschen sind anders als seinerzeit, sagt Hanna-Necker. „Auch damals standen die Wolfratshauser hinter uns. Aber jetzt sind sie viel enthusiastischer, sie reißen uns die Listen regelrecht aus der Hand.“ Immer wieder komme es vor, dass ein Bürger unterschreibe und gleich noch eine Liste mitnehme, um beim Sammeln zu helfen.

Insgesamt müssen laut Verwaltungsdirektor Franz Gehring mindestens 1258 Unterschriften wahlberechtigter Wolfratshauser (Stand Mitte September) zusammenkommen. Die Initiative möchte mindestens 1500 sammeln, „um auf der sicheren Seite zu sein“ (Hanna-Necker). Schließlich seien immer wieder Signaturen unleserlich, oder es tragen sich Befürworter ein, die nicht in Wolfratshausen wohnen.

Die Unterschriften werden bei der Stadt eingereicht. Dann hat der Stadtrat einen Monat Zeit, um das Bürgerbegehren abzulehnen, einen Beschluss zu fassen, der dem Begehren entspricht oder das Begehren zuzulassen. In diesem Fall kommt es spätestens drei Monate nach dem Stadtratsbeschluss zum Bürgerentscheid. Dieser ist erfolgreich, wenn mehr als 20 Prozent der wahlberechtigten Wolfratshauser die Frage mit „Ja“ beantworten. Der Bürgerentscheid hat die Wirkung eines Stadtratsbeschlusses. Sollten einige Räte bis zum Beschluss über das Bürgerbegehren ihre Meinung zum Hallenbad ändern und doch dafür stimmen, wäre der Bürgerentscheid hinfällig.

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