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Land unter: Im Juni 2016 ließ die Stadt nach stundenlangem Dauerregen oberhalb des Bergwalds zunächst provisorisch eine Grube ausheben und das Wasser abpumpen – und schließlich ein Rückhaltebecken anlegen.

Regenrückhaltebecken am Bergwald

Bürgermeister kritisiert den Kritiker

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Wolfratshausen - Um die Innenstadt nach Starkregenfällen vor Überflutung zu schützen, hat die Stadt oberhalb des Bergwalds ein Rückhaltebecken anlegen lassen. Alfred Fraas hält das für Augenwischerei. Bürgermeister Klaus Heilinglechner bescheinigt dem CSU-Stadtrat wiederum, die Bevölkerung zu verunsichern.

Wolfratshausen– Nach stundenlangem Dauerregen war die Aufnahmekapazität des Waldbodens erschöpft: Am frühen Morgen rauschte am 5. Juni 2016 eine riesige Mure aus dem Bergwald auf den Birnmühlplatz hinab. Die Feuerwehr verhinderte mit Barrikaden und Sandsäcken, dass die Gebäude Schaden nahmen. Da der Regen unaufhörlich weiter prasselte, ließ die Stadt oberhalb des Bergwalds zunächst provisorisch eine Grube ausheben sowie das Wasser abpumpen – und schließlich ein Rückhaltebecken anlegen.

Für Stadtrat Alfred Fraas (CSU) ist das eine Lösung, für die Steuergeld verschleudert wurde – mehr nicht. Er plädiert stattdessen dafür, den kleinen Wall an der Kante zum Golfplatz Bergkramerhof in Richtung Westen zu verlängern. So könnte das Regenwasser kontrolliert durch den sogenannten Rauschergraben abfließen. Eine Maßnahme, die nach seinen Worten auch das Wasserwirtschaftsamt präferiert.

Zur Visualisierung seines Vorschlags erstellte der Kulturreferent des Stadtrats ein Video, das wie berichtet auf der Internet-Plattform YouTube zu sehen ist. Das Filmchen hatte Fraas gedreht, nachdem der Bauausschuss kürzlich beschlossen hatte, dass die Stadt sich für ein „Kommunales Sturzflut-Risikomanagement“-Konzept bewirbt. Auch davon hält der CSU-Stadtrat wenig bis nichts. Fraas fragt sich, welche Planer da mit welchem Auftrag ans Werk gehen.

Das Rückhaltebecken, so Fraas, sei kein Schutz, sondern eine Gefahr: Sollten sich die Abflussrohre verstopfen, könne sich wieder Wasser in den Bergwald ergießen – das veranschaulicht er in seinem Video. Bürgermeister Klaus Heilinglechner widerspricht vehement. In einer Bekanntmachung, die er entgegen der üblichen Gepflogenheit nicht in der Stadtratssitzung verkündete, sondern nur auf der Homepage der Stadt veröffentlichen ließ, stellt der Rathauschef fest: Die von Fraas in seinem Video aufgestellten Behauptungen entsprächen in mehrfacher Hinsicht nicht den Tatsachen. Es sei falsch, dass es eine einfache, kostengünstige und erlaubnisfreie Möglichkeit der Ableitung des Niederschlagswassers in den Rauschergraben geben würde; dass in „erheblichem Umfang“ Steuergeld verschwendet worden sei; und das Regenrückhaltebecken eine Gefahr für Wolfratshausen darstelle. Die Behauptungen führten zu einer „nicht hinnehmbaren Verunsicherung der Bevölkerung“.

Das Rückhaltebecken ist von Fachleuten geplant

Richtig ist laut Heilinglechner vielmehr, dass für die von Stadtrat Fraas vorgeschlagene Ableitung in den Rauschergraben ein wasserrechtliches Verfahren erforderlich gewesen wäre. „Dies beinhaltet – wie im eingeschlagenen Weg – die Erstellung von Berechnungsmodellen und entsprechend dimensionierten Rückhaltesystemen, die eine gedrosselte Ableitung gewährleisten“, erklärt der Rathauschef. Er weist darauf hin, dass die Planung und Vorarbeiten für das im Juni 2016 angelegte Rückhaltebecken bereits 2013 eingeleitet worden seien. Dazu gehörte laut Bürgermeister der Kauf notwendiger Grundstücksflächen aus Privatbesitz. Das Rückhaltebecken sei „von Fachleuten geplant und von den zuständigen Behörden genehmigt“.

Das Becken diene dazu, das Gefahrenpotenzial bei Starkregenereignissen zu mindern. Bei Extremwetterlagen werde es – so wie Wehranlagen und Uferwege – besonders überwacht. Und: „Im Rahmen der regelmäßigen Wartung, abseits von besonderen Regenereignissen, werden die Einläufe des Regenrückhaltebeckens analog zu den Sinkkästen in öffentlichen Verkehrsflächen überprüft und bei Bedarf gereinigt.“

Heilinglechner steht auf dem Standpunkt, dass das Becken bereits im Juni 2016 seinen Zweck erfüllt hat. „Bisher gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die getroffenen Maßnahmen ihre geplante Wirkung verfehlen könnten“, lässt er die Kritiker wissen.

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