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Der Wolfratshauser CSU-Stadtrat Alfred Fraas hadert mit der geplanten Surfwelle. Er fürchtet weitere Kostensteigerungen.

Geplante Surfwelle sorgt für Streit

Bürgermeister „schämt sich“ in WhatsApp-Gruppe: Wolfratshauser CSU reagiert empört

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Ein Kommentar von Wolfratshausens Rathauschef in einer WhatsApp-Gruppe zum Thema Surfwelle hat die CSU auf die Palme gebracht. Im Stadtrat kam‘s zum Streit.

Wolfratshausen – CSU-Stadtrat Alfred Fraas ist mit Blick auf die in Weidach geplante Surfwelle sehr skeptisch. Zudem erscheint ihm die Rolle fraglich, die Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) im Kontext des Projekts spielt. In der jüngsten Stadtratssitzung kritisierte Fraas den Rathauschef scharf – Heilinglechner konterte: „Wir sind hier nicht bei einem Tribunal.“

Fraas betonte, dass die CSU hinter dem beschlossenen Bau der Welle stehe. Doch mehr als den vereinbarten Zuschuss von 400 000 Euro aus dem Stadtsäckel werde es nicht geben. „Denn die freien Finanzen der Stadt sind äußerst beschränkt“, so Fraas mit Hinweis auf die Generalsanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg sowie die S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried. Diese zwei Vorhaben werden die Kommune wie berichtet einen hohen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

CSU-Stadtrat pocht bei Welle auf Transparenz

Vor diesem Hintergrund müsse die Surfwelle einmal mehr auf den Prüfstand. Fehler, die in Fraas Augen in der Vergangenheit geschehen sind, dürften sich nicht wiederholen. Darüber hinaus pochte der CSU-Stadtrat auf Transparenz. Er warf Bürgermeister Heilinglechner vor, der Öffentlichkeit lange verschwiegen zu haben, dass weniger EU-Fördermittel für die Welle fließen als ursprünglich angenommen.

Dass sich der Rathauschef in einer geschlossenen Whats-App-Gruppe zu dem Kommentar „Ich kann mich für Teile meines Stadtrats nur schämen“ hinreißen ließ, nachdem es der Rat mehrheitlich abgelehnt hatte, die Finanzierungslücke von rund 64 000 Euro mit Geld aus der Stadtkasse zu stopfen, verurteilte Fraas. „Glauben Sie, dass eine solche Äußerung der sachlichen Auseinandersetzung dient und dies ein respektvolles Verhalten zu Beschlüssen des Stadtrates darstellt?“, fragte er Heilinglechner. Darüber hinaus verlangte Fraas eine Antwort auf die Frage, ob es stimme, dass der Bürgermeister 2000 Euro „aus seinem Privatvermögen“ für die Surfwelle gespendet habe.

„Sind hier nicht bei einem Tribunal“

Für wen oder was er spende, sei seine „Privatsache“, stellte Heilinglechner mit Nachdruck fest. Den Whats-App-Kommentar bestritt der Bürgermeister nicht, legte aber Wert auf die Feststellung, dass es sich um einen nicht öffentlich einsehbaren Gruppen-Chat handelte. Ansonsten ließ er Fraas’ Fragenkatalog im Raum stehen. Heilinglechner: „Wir sind hier nicht bei einem Tribunal.“ cce

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