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„Agieren statt reagieren“: Als Bewerberin der Grünen will Annette Heinloth dem amtierenden Bürgermeister Klaus Heilinglechner seinen Posten streitig machen. 

Grüne nominieren

Kommunalwahl 2020: Annette Heinloth will Bürgermeisterin werden

Seit Montagabend ist es Gewissheit: Annette Heinloth bewirbt sich um das Bürgermeisteramt im Wolfratshauser Rathaus. Der Ortsverband der Grünen hat sie nominiert.

Update, 24. Juli: Das Teilnehmerfeld ist komplett: Die Grünen haben am Montagabend im Wirtshaus Flößerei Stadträtin Annette Heinloth mit 10:0 Stimmen zur Bürgermeisterkandidatin für die Kommunalwahlen am 15. März 2020 nominiert (wir berichteten). Sie ist die einzige Frau, die ihren Hut in den Ring wirft. 

Lesen Sie auch: Grünen-Bürgermeisterkandidatin Annette Heinloth im Porträt

Die Wahlergebnisse der jüngsten Landtags- und Europawahl zeigen laut Grünen-Ortsverbandssprecher und Stadtrat Dr. Hans Schmidt, „dass es hier ein großes Potenzial für eine Veränderung gibt“. Wählerstimmen sieht Schmidt als „eine Verpflichtung, Personal zu stellen, das diese Themen weiterträgt“. 

Dass Heinloth genau das vor hat, machte sie in ihrer Vorstellung deutlich. „Ich möchte sozialen und günstigen Wohnungsbau stärken, die Mobilitätswende vorantreiben, eine Baumschutzverordnung schaffen und den öffentlichen Raum begrünen“, nannte die 49-Jährige einige klassisch grüne Themen. Auch Integration und ein gutes soziales Miteinander seien ihr wichtige Anliegen. Die Diplom-Psychologin möchte das Mitspracherecht der Bürger verstärken. „Man hat oft bei Initiativen aus der Bürgerschaft das Gefühl, dass sie nicht ernstgenommen werden. Ich will ein Klima schaffen, in dem sich Bürger mit ihren Anliegen willkommen fühlen und dieses große Potenzial nicht mehr verschwendet wird.“ Heinloth hat sich vorgenommen, eine vorausschauende Politik im Stadtrat zu etablieren – „agieren statt reagieren“. Ein Klima der guten Zusammenarbeit und des Dialogs hätte „eine Ausstrahlung auf die ganze Stadt“. 

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Heinloth erklärte, dass sie durchaus eine „typische“ Bürgermeisterkandidatin sein kann. Sie habe sich im Vorfeld ihrer Bewerbung überlegt, welche Attribute eine stereotypische Stammtischgesellschaft wohl für einen Bürgermeister in Bayern voraussetzen würde: „Er muss tief verwurzelt in der richtigen Partei sein, ein Hiesiger, das richtige Geschlecht haben, Seilschaften schmieden können, er braucht einen großen Erfahrungsschatz und sollte fest im Glauben sein.“ Heinloth bilanzierte: „Das trifft alles auf mich zu.“ 

Seit sie 14 Jahre alt ist, hat sie Verbindungen zu den Grünen, „der richtigen Partei, die es schafft, Antworten auf drängende Fragen zu bieten“. Als „Hiesige“ sieht sich die Mutter eines 29-jährigen Sohnes und einer neunjährigen Tochter auch. „Als Kleinkind mit unter zwei Jahren bin ich nach Wolfratshausen gekommen, habe in Farchet, Waldram und in der Altstadt gelebt.“ Durch längere Aufenthalte in Hamburg und Spanien habe sie sich dennoch stets einen „Blick von außen“ auf Wolfratshausen bewahrt. „Ich bin die einzige Frau im Bürgermeisterwahlkampf“, stellte Heinloth fest.“ Für sie sei das ein wichtiges Signal. Als Frau könne sie „einen Beitrag zur Parität in Wolfratshausen leisten“. 

Stichwort Erfahrung: Seit sieben Jahren sitzt Heinloth im Stadtrat, vier Jahre führte sie die Grünen-Fraktion. Darüber hinaus arbeitete sie nach eigenen Angaben viele Jahre in der Jugendhilfe vor Ort und übte acht Jahre lang eine Lehrtätigkeit aus. „Darunter waren Themen wie Qualitäts- und Projektmanagement“, erläuterte Heinloth ihren Parteifreunden. 

Den Begriff „Seilschaften“ empfinde sie zwar als missverständlich, „aber ich bin es gewohnt, im Team zu arbeiten und gemeinsam Lösungen zu schaffen“. Fest im Glauben sei sie sowieso: „Ich glaube zum Beispiel daran, dass Wolfratshausen Potenzial hat und glaube, dass Zusammenarbeit wichtig ist.“ Heinloth tritt im Bürgermeisterwahlkampf gegen Günther Eibl (CSU) und Manfred Menke (SPD) an. Amtsinhaber Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) hat bereits angekündigt, sich erneut bewerben zu wollen – ist von seiner politischen Gruppierung aber noch nicht offiziell nominiert worden.

Erstmeldung vom 21. Juli:

Wolfratshausen – Die Grünen-Stadträtin wurde auf der Nominierungsversammlung des Ortsvereins mit zehn von zehn Stimmen ins Rennen geschickt.

Seit 2012 sitzt die Diplom-Psychologin im Stadtrat – seinerzeit kam sie als Nachrückerin in das Gremium. Nach der Kommunalwahl 2014 führte sie die Fraktion an, gab diesen Posten aber an Dr. Hans Schmidt ab. Bis 2017 war Heinloth außerdem Sprecherin des Ortsverbands.

Sie ist die einzige Frau im Wahlkampf. Neben Heinloth wollen Günter Eibl (CSU) und Manfred Menke (SPD) dem Amtsinhaber Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) den Posten streitig machen. Heilinglechner kündigte ebenfalls an, sich für eine Wiederwahl bewerben zu wollen.  dst

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