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Noch Plätze frei: Rund 150 Besucher kamen zur Bürgerversammlung in die Loisachhalle.

Bürgerversammlung

Baumfrevel, Stadtbus, Schmierereien: Hier will der Bürgermeister anpacken

Die Wolfratshauser haben das Wort: In der Bürgerversammlung der Stadt beklagten die Anwesenden verschiedene Probleme. Bürgermeister Klaus Heilinglechner versprach, sich einigen Anliegen anzunehmen.

Wolfratshausen – Die Bürgerversammlung läuft alljährlich nach dem gleichen Prozedere ab. Rathauschef Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) berichtet über die Finanzlage der Kommune und gibt einen Überblick über laufende Projekte, ein Vertreter des Landkreises spricht ein Grußwort. Danach haben die Bürger die Möglichkeit, ihre Anliegen vorzutragen. Obwohl nur rund 150 Wolfratshauser die Versammlung in der Loisachhalle besuchten, kamen einige Themen zur Sprache.

Surfwelle

Lucia Schmidt beklagte sich über die Höhe der Zuwendungen für die geplante künstliche Surfwelle in Weidach. Die Stadt hat einen Zuschuss von 100.000 Euro zugesagt, aus der EU-Leader-Förderung fließen 172.000 Euro in das Projekt. „Solche Summen sollten für mehr Bürger zur Verfügung gestellt werden und nicht für unsinnige Projekte für zwei Leute.“ Auch wenn Schmidt keine Namen nannte, war klar, wen sie meinte: Marcus und Stefanie Kastner, ein Ehepaar aus Waldram, das das Projekt initiiert hat. Bürgermeister Heilinglechner erklärte, dass er die Gelder als „Sportförderung“ begreife. „Das steht der Allgemeinheit zur Verfügung.“

Sicherheitswacht

Schmidt monierte ein zweites Thema: Ende vergangenen Jahres ging die Wolfratshauser Sicherheitswacht erstmals auf Streife. „Das macht mir Angst und erinnert mich an ungute Zeiten. Ich stelle den Antrag, die Sicherheitswacht so bald wie möglich abzuschaffen.“ Der Rathauschef sagte zu, das Thema nochmals im Stadtrat anzusprechen. Er könne Schmidts Gefühl nachvollziehen, „aber ich persönlich stehe voll hinter der Sicherheitswacht“.

Baumfällungen

Otto Martin hat in Farchet einen „Umweltskandal“ beobachtet: „An der Stobäusstraße wurden flächendeckend sehr viele, teilweise sehr alte Bäume abgeholzt.“ Er befürchtet, dass „jede Ecke zugebaut wird“ und weiterhin Bäume fallen müssen, um eine Nachverdichtung zu ermöglichen. „Es fehlt eine Baumschutzverordnung.“ Heilinglechner erklärte, eine solche „nie abgelehnt“ zu haben. Aber: „Mir wurde noch kein Antrag zu diesem Thema vorgelegt. Darauf warte ich immer noch, dann kann der Stadtrat darüber entscheiden.“

Stadtbus

Ilse Nietzsche und Wolfgang Schubert aus Waldram traten gemeinsam ans Mikrofon. „Der Stadtrat hat vor über einem Jahr eine neue Stadtbuslinie eingeführt, die Verbesserungen bringen sollte. Allerdings sind die Zeiten unregelmäßiger und man muss teilweise 80 Minuten warten“, klagte Nietzsche. In dasselbe Horn stieß Schubert: „Die Abfahrtszeiten sind derartig unregelmäßig. Wer soll das im Kopf behalten?“ Die Bitte der Waldramer: Der Stadtrat soll sich erneut Gedanken machen. „Es ist sicher möglich, noch Anpassungen vorzunehmen“, räumte Heilinglechner ein. Ganz einfach würde das Vorhaben jedoch nicht: „Der Bus muss passend zum S-Bahn-Fahrplan am Bahnhof ankommen. Das macht es schwierig.“

Parkplätze

Am Hatzplatz soll ein Parkdeck gebaut werden, hinter der Happschen Apotheke am Untermarkt sollen neue Stellflächen entstehen. „Wieso baut man nicht stattdessen vor der Loisachhalle ein großes Parkhaus?“, fragte Heinz Wensauer. Nach seiner Vorstellung könne man eine Großmarkthalle, ein Café und eine Zuschauertribüne für Kulturveranstaltungen unterbringen. Heilinglechner berichtete, dass Wensauer seine Planung bereits mehrfach im Rathaus vorgestellt habe. „Das wurde abgelehnt. Damit müssen sie jetzt einfach leben.“

Verkehr

Mehrere Bürger beklagten sich über den Verkehr in der Loisachstadt. Lucia Schmidt monierte, dass die Stadt mit ihrer Parkplatzplanung „autofreundlich und fahrradfeindlich“ agiere. Der Bürgermeister verwies auf die sogenannte Modal-Split-Erhebung, die in Wolfratshausen vorgenommen wurde. Ihr zufolge seien mehr als ein Drittel der Verkehrsteilnehmer Radfahrer. Weniger als die Hälfte würden mit dem Auto fahren. Christian Michel kritisierte, dass in einigen Straßen Waldrams das Parken verboten sei. „Senioren müssen mehrere hundert Meter von ihrem Haus entfernt parken und ihre schweren Einkäufe zu Fuß nach Hause schleppen.“ Heilinglechner entgegnete, dass die enge Bebauung an mehreren Orten nicht erlaube, an der Straße zu parken. „Rettungsfahrzeuge müssen immer durchfahren können.“

Schmierereien

Gregor Kleine fragte, ob die Stadt den Kampf gegen illegale Schmiereien – zum Beispiel an der Schule am Hammerschmiedweg – aufgegeben habe, da nichts dagegen unternommen werde. Der Rathauschef gab zu: „In gewisser Weise haben wir das. Zweimal hat die Stadt die Graffitis schon übermalt, nur damit kurz danach wieder geschmiert wird.“ Für die Schulwand schwebt ihm eine Idee vor: „Man könnte Jugendlichen erlauben, die Wände mit ansehnlichen Malereien zu schmücken.“

Stellte sich den Fragen der Bürger: Rathauschef Klaus Heilinglechner.

Dominik Stallein 

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