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Häufiger Anblick: In den vergangenen Monaten ist nach Ansicht des Bund Naturschutz weit mehr abgeholzt worden als üblich. 

Baumbestand in Ortschaften

Bund Naturschutz schlägt Alarm

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Selten ist in den vergangenen Jahren in den Wintermonaten so massiv abgeholzt worden wie heuer. Das stellt der Bund Naturschutz fest. Der Kreisvorsitzende Friedl Krönauer fordert ein Umdenken. 

Der Bund Naturschutz (BN) beklagt, dass in den Wintermonaten im Landkreis viel mehr und unkontrollierter abgeholzt worden ist als in den Jahren zuvor. „Das hat ein erschreckendes Ausmaß angenommen“, sagt Friedl Krönauer, Kreisvorsitzender des BN. Er fordert „ein längst fälliges Umdenken im Umgang mit Feldgehölzen und altem Baumbestand“. Das Abholzen von Sträuchern und Bäumen sei „einfach und kurzsichtig“. Pflegemaßnahmen seien ohne Zweifel notwendig. Doch müsse man vielen Ausführenden eine gewisse Willkür im Vorgehen attestieren. Als „symptomatisch“ für die Gleichgültigkeit im Umgang mit innerörtlichem Baumbestand nennt Krönauer die rigorose Entfernung von Bäumen auf dem Gelände des künftigen Ickingers Supermarkts. Auf der dortigen Maibaumwiese waren im Februar vom Pächter mehrere Bäume gefällt worden, was manche Bürger der Isartalgemeinde als „grausam“ empfanden.

Negativbeispiel Ickinger Maibaumwiese

Doch auch im Südlandkreis findet Krönauer Belege für einen allzu sorglosen Umgang mit Bäumen. So seien in Kochel vor zwei Wochen außerhalb der erlaubten Frist zwei uralte Silberweiden der Säge zum Opfer gefallen. In Benediktbeuern mussten drei alte Linden am nördlichen Ortsausgang weichen, weil eine davon die notwendige Standfestigkeit eingebüßt hatte. Das in diesem Zusammenhang oft genannte Argument der Verkehrssicherungspflicht bezeichnet Krönauer als „überstrapaziert“. Gerade Linden seien für ihre Standfestigkeit bekannt, auch wenn sie in die Jahre gekommen sind. Krönauer weist darauf hin, dass das Abholzen von Bäumen und Sträuchern einen Verlust an Lebensräumen für zahlreiche Vögel, Kleinlebewesen und Insekten darstelle. Doch nicht nur das. Auch der Mensch profitiere in erheblichem Maße von baumreichen Landschaften. „Die Funktion als Sauerstofflieferant ist hinlänglich bekannt, zudem agieren Bäume auch als Feinstaubfilter.“ Ersatzpflanzungen können nach Ansicht Krönauers den Verlust eines alten Baumes weder optisch noch ökologisch annähernd ausgleichen.

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