Plakate mit den Spitzenkandidaten: Im Endspurt des Wahlkampfs – die Entscheidungen fallen am 26. September – wollen die Parteien und politischen Gruppierungen im Landkreis für sich noch einmal kräftig die Werbetrommel rühren.
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Plakate mit den Spitzenkandidaten: Im Endspurt des Wahlkampfs – die Entscheidungen fallen am 26. September – wollen die Parteien und politischen Gruppierungen im Landkreis für sich noch einmal kräftig die Werbetrommel rühren.

Nur noch drei Wochen bis zum Urnengang

Bundestagswahl 2021: So starten die Parteien in die heiße Wahlkampf-Phase

  • Volker Ufertinger
    VonVolker Ufertinger
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In drei Wochen, am 26. September, wird ein neuer Bundeskanzler oder eine neue Bundeskanzlerin gewählt. Die Parteien schalten jetzt deutlich in den Wahlkampfmodus.

Bundestagswahl 2021: CSU wirbt auf Social Media und bei Veranstaltungen

„Wir decken alles ab, Infostände, Plakate, Flyer“, sagt Florian Sperl, Schriftführer des Kreisvorstands. Coronabedingt liegt der Schwerpunkt der Partei – Spitzenkandidat im Stimmkreis ist Alexander Radwan aus Rottach-Egern – in den sozialen Netzwerken. „Der Spatenstich zur Tölzer Nordspange war in dieser Hinsicht ein Highlight, da haben wir schon gemerkt, dass das Aufmerksamkeit erregt.“ Bei den analogen Veranstaltungen wird versucht, die Auftritte im Stimmkreis – er umfasst die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach – gerecht zu verteilen, nämlich 50:50. So sucht der Kandidat auf seiner RADWANdertour 2021 Kontakt zu seinen Wählern und spricht mit ihnen über ihre Sorgen, Nöte und Erwartungen. Was die Plakate angeht: Sie werden derzeit angebracht. Mitten im Söder-Land wird selbstverständlich auch Armin Laschet zu sehen sein, etwa jetzt schon in Endlhausen. Sperl: „Wir unterstützen Armin Laschet, so wie Markus Söder das auch tut.“ Darüber hinaus hat die CSU als Regierungspartei den Vorteil, Minister vor Ort präsentieren zu können. Die neueste Nachricht: Auch die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber wird sich für den Erfolg der Union im Landkreis stark machen, und zwar mit einem Auftritt am 13. September in Egling. „Wir werden auf jeden Fall eine hohe Veranstaltungsdichte haben“, so Sperl.

Bundestagswahl: SPD wittert Wahlerfolg - Vorsicht wegen Corona

Dank dem aktuellen Umfragehoch von Kanzlerkandidat Olaf Scholz wittert die SPD – Direktkandidat ist Hannes Gräbner aus Holzkirchen – bekanntlich Morgenluft. Gerade deshalb ist der Wahlkampf für Kreisvorsitzenden Klaus Barthel aus Kochel am See eine „schwierige Gratwanderung“. Er sagt: „Wir wollen uns auf keinen Fall nachsagen lassen, Superspreader zu sein.“ Daher hat auch die SPD ihren Wahlkampf in die sozialen Medien ausgelagert, was natürlich nicht heißt, dass es keine Plakate und Infostände gibt. Fest steht, dass der Chef der Bayern-SPD, Florian von Brunn, eine Rundreise durch den Stimmkreis machen wird, mit Schwerpunkt im Miesbacher Raum. Am 18. September wird er in Icking zu Gast sein, wo er selbst lange im Ortsverein tätig war. Die große Unbekannte ist für Barthel, der selbst 24 Jahre lang dem Bundestag angehört hat, die Briefwahl, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. „Ich vermute, dass sich viele schon entschieden haben.“

(Übrigens: Alle Entwicklungen und Ergebnisse zur anstehenden Bundestagswahl aus Ihrer Region sowie alle anderen wichtigen Geschichten aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter.)

Wahlkampf: Die Grünen - Politik erlebt man vor der Haustür

Auch die Grünen starten jetzt in die „heiße Phase“. Das heißt laut Jovana von Beckerath, Sprecherin des Kreisverbands: „Haustürwahlkampf, Infostände, Veranstaltungen und andere Aktionen, mit denen wir im Landkreis sichtbar werden.“ Die Grünen – ihr Direktkandidat ist Karl Bär aus Holzkirchen – haben in den vergangenen Monaten einige neue Mitglieder gewonnen, „entsprechend gestärkt können wir diesen Wahlkampf angehen“. Der Kampf um die Bürger konzentriert sich im Landkreis auf die Städte Wolfratshausen, Bad Tölz und Geretsried, aber auch die kleineren Ortsverbände wie Eurasburg oder Münsing sind dabei. Von Beckerath verweist darauf, dass es vor einigen Monaten noch keineswegs absehbar gewesen ist, dass man mit dem Bürger leibhaftig ins Gespräch kommen kann. „Wir haben zunächst alle Veranstaltungen digital oder hybrid konzeptioniert.“ Umso größer ist die Erleichterung. Die Grünen haben sich vorgenommen, den Zusammenhang zwischen Bundespolitik und dem Leben direkt vor unserer Haustür erfahrbar zu machen, besonders bei den umwelt- und sozialpolitischen Themen. Im September erwartet der Kreisverband unter anderem die ehemalige Parteivorsitzende Claudia Roth und die Stellvertretende Bundesvorsitzende Jamila Schäfer im Landkreis. Die genauen Daten werden noch kommuniziert.

Bundestagswahl: Freie Wähler hoffen auf Hubert Aiwanger

Die Freien Wähler im Landkreis hätten gerne ihren Spitzenkandidaten Hubert Aiwanger präsentiert. „Aber unsere bekannten Gesichter sind dermaßen unterwegs in ganz Deutschland, dass kein Termin zu ergattern war“, erklärt Konrad Specker, Vorsitzender der Kreisvereinigung. Wobei er Wert auf die Feststellung legt, dass es „Parteigrößen“ bei den Freien Wählern gar nicht gibt: „Wir alle stehen im Dienst des Bürgers und nicht im Dienste einer Partei.“ Auch die Freien Wähler, die gerade in Bayern viele Bürgermeister und Landräte stellen, sind laut Specker „vollauf damit beschäftigt, in den Regionen zu plakatieren, Banner aufzustellen und Flyer zu verteilen.“ Am 13. September wird Direktkandidat Christian Kaul aus Bad Heilbrunn in Geretsried mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Specker ist zuversichtlich, dass der Einzug in den Bundestag endlich gelingt. „Die mantraartigen Versprechungen der bisher im Bundestag vertretenen Parteien sind dem Bürger nicht mehr zuzumuten.“ Landrat Josef Niedermaier hat angekündigt, für den Wahlkampf der Freien Wähler nicht zur Verfügung zu stehen. Er steht den bundespolitischen Ambitionen skeptisch gegenüber.

Wahlkampf: FDP - Junge machen Online-Wahlkampf

Auch die Liberalen – Direktkandidatin ist Beatrice Westerling aus Holzkirchen – hoffen, dass es jetzt langsam losgeht. Die FDP vor Ort hat schon einiges dafür getan, um am 26. September erfolgreich zu sein. Kreisvorsitzender Simon Roloff aus Bichl erinnert etwa an den Besuch von Bundesvorsitzendem Christian Lindner vor einiger Zeit am Tegernsee. Und seit einigen Wochen sind die Liberalen auch mit Infoständen vertreten. „Das ist wichtig, online holt man nicht alle ab.“ In Wolfratshausen ist die FDP bis zur Wahl immer samstags am Schwankl-Eck ab 10 Uhr vertreten, in der Marktstraße in Bad Tölz am 4. September und am Karl-Lederer-Platz in Geretsried am 11. und 18. September ab 9 Uhr. Um den Onlinewahlkampf kümmern sich in erster Linie die Jungen Liberalen (JuLis). Es gilt, Erstwähler zu mobilisieren. Und es wird auch schon fleißig geklebt, um die 200 Plakate im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, etwa die gleiche Anzahl im Landkreis Miesbach. Besonders freut sich Roloff auf das „Walk & Talk“ mit Béatrice Vesterling und Landtagsabgeordneten Albert Duin am 12. September am Kloster Reutberg. „Es wird wirklich Zeit, dass es langsam in die Vollen geht“, findet er.

+++ Alle Infos zur Bundestagswahl, Bayern-Umfragen vor der Wahl und Ergebnisse am Wahltag finden Sie in unserem großen Überblicksartikel zur Bundestagswahl in Bayern. Alle Direktkandidaten und den genauen Zuschnitt des Wahlkreises Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach hier. +++

Wahlkampf: Die Linke setzt auf neuen Kandidaten

Andreas Wagner aus Geretsried hat für die Linken im Bundestag nicht mehr kandidiert. Jetzt bewirbt sich sein Mitarbeiter, Erich Utz, um das Direktmandat für den Bundestagswahlkreis 223 Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach. Er hat in den vergangenen Wochen durch mehrere Aktionen auf sich und zentrale Themen der Linken aufmerksam gemacht, etwa durch ein „Open-Air-Monopoly“ in Bad Tölz, Wolfratshausen und Geretsried. So sollten die inzwischen horrenden Mietkosten veranschaulicht werden. Außerdem wird Utz das Gespräch mit den Bürgern suchen, so an diesem Freitag, 3. September, in der Marktstraße in Bad Tölz. Auch auf den Wochenmärkten in Geretsried in Wolfratshausen konnten ihn Wähler bereits nach seinen politischen Zielen befragen. „Ich hoffe, dass ich es schaffe, jeden Wochenmarkt im Wahlkreis einmal zu besuchen.“

Bundestagswahl: AfD hat keinen Direktkandidaten

Der AfD ist ein Missgeschick unterlaufen: Ihr Direktkandidat, Axel Zamzow aus Gröbenzell, hatte bei der Einreichung der Unterlagen die Zustimmungserklärung nicht unterzeichnet. Somit kann er zur Wahl nicht antreten. Wahlkampf wird trotzdem gemacht. Wie der Kreisvorstand mitteilt, wird am kommenden Samstag, 4. September, ein Info-Stand am Schwankleck in Wolfratshausen aufgebaut. In der Zeit von 10 bis 13 Uhr steht unter anderem Landtagsabgeordneter Andreas Winhart, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Pflege, für Fragen zur Corona-Politik, aber auch zum Erhalt der Kreisklinik Wolfratshausen zur Verfügung.

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