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Sein Kreuz machen darf jeder Erwachsene – das Wahlrecht endet nicht, wenn ein höheres A lter erreicht ist.

Bundestagswahl

Wie funktioniert Wählen im Seniorenheim? 

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Die Bundestagswahl steht vor der Tür. Gewählt werden kann im Lokal oder per Brief. Aber was machen ältere Menschen, die im Seniorenheim wohnen? 

Bad Tölz-Wolfratshausen – In wenigen Tagen steht Deutschlands wichtigste Polit-Wahl an. Wer bislang noch nicht per Brief abgestimmt hat, pilgert am 24. September ins Wahllokal, um sein Kreuzchen für die Bundestagswahl zu machen. Aber wie machen das ältere Landkreisbürger, die nicht mehr zu Hause, sondern im Seniorenheim wohnen?

Die meisten machen Briefwahl

Im Seniorenwohnpark Isar-Loisach in Wolfratshausen nehmen Bewohner, die Benachrichtigungen erhalten haben, oft das Angebot der Briefwahl wahr. „Viele haben ihre Unterlagen bei mir abgegeben, um sie wegzuschicken“, berichtet Mitarbeiter Dominik Kern.

Im Caritas-Altenheim St. Hedwig in Geretsried ist es ähnlich. „Viele der hier lebenden Frauen und Männer nutzen die Möglichkeit, ihre Stimme per Brief abzugeben“, sagt eine Mitarbeiterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Wenn jedoch jemand am 24. September ins zuständige Lokal gehen möchte, kümmern sich die Angehörigen oder Betreuer darum.

Einrichtung nicht in Wahlangelegenheiten involviert

Im Josefistift in Bad Tölz ist die Wahl ebenfalls ein Thema zwischen den alten Herrschaften und ihren Betreuern. „Das Personal ist in diese Angelegenheiten nicht involviert“, betont die Stellvertretende Heimleiterin Petra Reitz. Die meisten Stimmberechtigten hätten Briefwahl beantragt. „Manche haben bereits seit Langem Vertrauenspersonen bevollmächtigt, die sich neben geschäftlichen Dingen auch der verschiedenen Wahlen annehmen“, erklärt die Pflegedienstleiterin. Wenn noch fitte und mobile Bewohner selbst ins Wahllokal gehen möchten, organisieren die Mitarbeiter des Josefistifts Familienmitglieder oder Betreuer als Begleitpersonen.

In einem Pflegeheim im Südlandkreis, das namentlich nicht genannt werden will, gilt für ein Drittel der Bewohner das Betreuungsrecht. „Sie werden vom Amt nicht benachrichtigt und dürfen demzufolge nicht ihre Stimme abgegeben“, erklärt ein Mitarbeiter. Da die meisten der anderen Senioren nicht mehr mobil seien, werden auch in diesem Haus viele Briefwahlzettel ausgefüllt – je nach dem Gesundheitszustand des Bewohners eigenständig oder in Absprache mit dem Bevollmächtigten. Wie in Tölz hält sich das Pflegeheim in dieser Sache heraus. „Wenn jemand selbst ins Wahllokal gehen möchte, informieren wir die Angehörigen“, heißt es.

Keine Wahl im Demenz-Zentrum

Dass Frauen und Männer, die im Seniorenzentrum Loisachtal in Benediktbeuern wohnen, außer Haus wählen werden, bezweifelt Eva Liebenstein-Seiffert. „Die meisten sind nicht mehr mobil genug, sie beantragen Unterlagen für die Abstimmung per Brief“, sagt die Einrichtungsleiterin. Das Seniorenzentrum informiert zwar über die Wahl, alles weitere werde jedoch zwischen den Bewohnern und ihren Betreuern vereinbart. „Allerdings haben wir den Auftrag, einen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem die Senioren, von denen viele in Doppelzimmern leben, ungestört ihr Kreuzchen machen können“, erklärt Liebenstein-Seiffert.

Im AWO-Demenz-Zentrum am Wolfratshauser Paradiesweg ist das anstehende Großereignis dagegen überhaupt kein Thema. „Alle unsere Bewohner werden gesetzlich betreut“, berichtet Sozialdienstleiterin Gabi Strauhal. „Sie sind an mittlerer oder schwerer Demenz erkrankt und bekommen daher keine Stimmzettel mehr.“

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