Bei der Aussendung.

Zur Not mit Händen und Füßen

Carolin Kinzl geht 1 Jahr in argentinisches Kinderdorf

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Waldram – Die Waldramerin Carolin Kinzl (17) arbeitet ein Jahr in einem argentinischen Kinderdorf. Die Aussendung findet am Tegernsee statt.

Sie reist gerne, mag Kinder und hat sich auch in Waldram bereits sozial engagiert. All das wird Carolin Kinzl bald unter einen Hut bringen. Die 17-Jährige verbringt ab dem 29. August ein Jahr in Argentinien. Als Freiwillige wird sie für die in Holzkirchen ansässige Pfarrer Walter Waldschütz-Stiftung im Kinderdorf Hogar Jesús Niño in dem argentinischen Städtchen Puerto Rico Mädchen und Buben zur Schule begleiten, ihnen bei den Hausaufgaben helfen oder mit ihnen spielen. Am Sonntagabend wurden die angehende Abiturientin – Carolin Kinzl besucht das Geretsrieder Gymnasium – und ihre beiden Mitstreiterinnen im Rahmen des Abendgottesdiensts in St. Quirinus Tegernsee ausgesandt und gesegnet.

Die Route.

Die Idee, nach dem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren, geisterte der 17-Jährigen schon länger im Kopf herum. Dass es auf den sogenannten Missionarischen Dienst auf Zeit in der Provinz Misiones hinauslaufen würde, kristallisierte sich erst nach und nach heraus. „Meine Mama hat von dem Kinderdorf gehört“, sagt Carolin Kinzl. „Das war mir sympathisch. Ich wusste: Das kann ich.“ Bei anderen Einsatzgebieten wie der Obdachlosenhilfe, sei sie sich nicht so sicher gewesen. Hinzu kommt: Die Stiftung ist eher klein, die Wege sind kurz. „Ich habe meine Ansprechpartner und wusste bald genau, wo ich wie eingesetzt werde.“

Rund 30 Kinder leben in dem Kinderdorf, das im Nordosten Argentiniens liegt, an der Grenze zu Paraguay und Brasilien. Sie sind Waisen oder stammen aus schwierigen familiären Verhältnissen. Dass die Begegnungen kompliziert werden können, dass es Konflikte geben kann, scheut die Gymnasiastin nicht. „Schließlich gibt es auch die Hausmütter, die letztendlich die Verantwortung haben.“ Und sie ist zuversichtlich, dass sie dank ihres Schulspanisch keine Verständigungsprobleme haben wird. „Zur Not kann man sich ja auch mit Händen und Füßen unterhalten.“

In mehreren Treffen wurden die Helferinnen – neben Carolin Kinzl reisen eine junge Dame aus Rohrbach und eine aus Holzkirchen nach Puerto Rico – auf ihren Einsatz vorbereitet. „Wir freuen uns darauf, eine andere Kultur kennenzulernen, Herausforderungen zu begegnen und unseren Horizont zu erweitern“, sagte die Waldramerin bei der Aussendung. „Wir hoffen auf einen sinnvollen sozialen Einsatz, bei dem wir Erfahrungen sammeln und etwas zurückgeben können.“ Pfarrer Waldschütz, Gründer und Namensgeber der Stiftung, staunte darüber, dass es noch immer solche „Verrückte“ gibt, „Abgerückte von der Norm“ also, die einen solchen Einsatz leisten wollen, „bei dem es nicht um das Verdienen, sondern um das Dienen geht“.

Bei aller Vorfreude: Erst nach den Prüfungen kann sich Carolin voll und ganz auf das Studium der Reiseführer konzentrieren. Die Sehenswürdigkeiten der Region will sie sowohl einigen Freunden als auch den Eltern zeigen. Die haben ihren Besuch bereits angekündigt und unterstützen die Tochter voll und ganz. Eine Wahl hatten sie nicht, sagt die 17-Jährige und lacht. „Sie wussten: Das können sie mir nicht ausreden.“

fla

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