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„Alle Lieder sind gesungen“: Nach rund zehn Jahre n haben Bürgermeister und Stadtrat die Akte Loisachhalle/Wirtshaus Flößerei endgültig geschlossen.

Aufklärung

Causa Loisachhalle: Bürgermeister zieht Schlussstrich

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Exakt 13 Minuten nahm Bürgermeister Klaus Heilinglechner in der Stadtratssitzung am Dienstagabend Stellung zur causa Loisachhalle/Wirtshaus Flößerei. Für echte Aufklärung sorgte indes sein Stellvertreter Fritz Schnaller.

Wolfratshausen – Rund zehn Jahre liegt die Sanierung der Loisachhalle und der damit verbundene Bau des Wirtshauses Flößerei zurück. Zum damaligen Zeitpunkt gehörte der heutige Rathauschef Heilinglechner dem Stadtrat noch nicht an. Aber: Stadtrat Alfred Fraas (CSU), der Bund der Steuerzahler Bayern und Hobby-Politiker Heinz Wensauer überzogen ihn in den vergangenen Monaten wie berichtet mit Fragen. Im Kern geht es darum: Wieso hat der Vertragspartner der Kommune, die Loisachauen GmbH, für den Neubau des Wirtshauses Flößerei mutmaßlich deutlich mehr Steuergeld verwendet, als die 400 000 Euro, die der Stadtrat der Gesellschaft zugestanden hatte?

Ergebnis: Es gibt keinen Grund zur Beanstandung

Nach einer sehr zeit- und personalintensiven Recherche im Rathausarchiv betonte Heilinglechner am Dienstag einmal mehr, dass die Rechtsaufsicht des Landratsamtes, der Kommunale Prüfungsverband und die Staatsanwaltschaft München das Vertragswerk mit der Loisachauen GmbH überprüft haben. Das übereinstimmende Ergebnis: Es gibt keinen Grund zur Beanstandung.

Für ihn sei das Thema „ein für alle mal abgeschlossen“, stellte der Bürgermeister kategorisch fest. Jede weitere Diskussion führe der Stadt und der Loisachhalle nur Schaden zu. Die Faktenlage sei eindeutig, es gebe keinen Beschluss, dass der Bauherr nur 400 000 Euro öffentliche Mittel ins Wirtshaus pumpen darf, sagte Heilinglechner.

Kompromiss wurde geschlossen

Das bestätigte am Dienstag Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller, seinerzeit Mitglied der Projektgruppe Loisachhalle. Schnaller berichtete, dass die Projektgruppe, die vom Stadtrat das Mandat zu Verhandlungen mit den Vertretern des Traunsteiner Hofbräuhauses bekommen hatte, auf die Obergrenze von 400.000 Euro fürs Wirtshaus gepocht habe. Doch das Ergebnis von Verhandlungen sei in der Regel ein Kompromiss, das heißt: Die Bierbrauer hätten die Forderung nicht akzeptiert. „Die hätten den Vertrag nicht unterschrieben“, sagte Schnaller. Um das Gesamtvorhaben, primär die Sanierung der Loisachhalle nicht zu gefährden, sei die Projektgruppe zurückgerudert. Die Folge: Die Zuschussgrenze von 400.000 Euro sei nicht in den Loisachhallenvertrag aufgenommen worden.

„Ich als Stadtrat Josef Praller habe daraus gelernt“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Bürgervereinigung Wolfratshausen. Er werde nur noch „unterschriftsreifen Verträgen zustimmen“´. Denn der Loisachhallenvertrag sei dem Stadtrat seinerzeit jeweils nur in Teilentwürfen zur Genehmigung vorgelegt worden.

„Alle Lieder sind gesungen.“

„Ein strafrechtlicher Vorgang liegt nicht vor“, bilanzierte CSU-Fraktionssprecher Günther Eibl. Er zitierte den 2011 verstorbenen Stadtrat Heinz Bröker: „Alle Lieder sind gesungen.“ Eibl plädierte wie Heilinglechner dafür, einen Schlussstrich unter das „mehrjährige Prozedere“ zu ziehen „und in die Zukunft zu schauen“. Auch SPD-Fraktionschef Fritz Meixner vertrat den Standpunkt, die „Vergangenheitsbewältigung“ zu beenden und stattdessen „zukunftsorientiert“ zu arbeiten.

Weitere Fragen zum Thema Loisachhalle/Wirtshaus Flößerei „können sie mir so viele stellen wie sie wollen“, ließ Bürgermeister Heilinglechner die Stadträte und die Zuhörer auf der Empore des Sitzungssaals wissen – „aber ich werde keine mehr beantworten.“

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