Der Christkindlmarkt in der Stadt Wolfratshausen.
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„Ihr Kinderlein, kommet“: Doch ob es heuer in Wolfratshausen am ersten Adventswochenende einen Christkindlmarkt gibt, steht laut Rathauschef noch nicht fest.

Christkindlmarkt könnte Coronavirus zum Opfer fallen

Christkindlmarkt: Der Wolfratshauser Bürgermeister will „nichts riskieren“

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Noch ist die Adventszeit weit entfernt. Doch angesichts der Corona-Pandemie ist fraglich, ob es heuer in Wolfratshausen einen Christkindlmarkt geben wird. Der Bürgermeister ist skeptisch.

  • Wolfratshausens Rathauschef ist mit Blick auf den Christkindlmarkt Anfang Dezember skeptisch
  • Er werde in puncto Großveranstaltungen „nichts riskieren“, sagt der Bürgermeister
  • Fraglich ist zudem, ob die heuer noch geplanten verkaufsoffenen Sonntage stattfinden

Wolfratshausen – Die Sommersonne lacht vom Himmel, der Badesee liegt nur einen Steinwurf entfernt – den Christkindlmarkt, der traditionell am ersten Adventswochenende in der Loisachstadt stattfindet, hat derzeit kaum jemand auf dem Radar. Bürgermeister Klaus Heilinglechner allerdings schon – und er macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Wie groß ist die Chance, dass es heuer einen Christkindlmarkt in Wolfratshausen geben wird? „Stand heute keine 50 Prozent“, antwortet der Rathauschef. Mutmaßlich werde auch dieses spezielle Wintervergnügen dem Coronavirus zum Opfer fallen.

Mitte Juni sprach Markus Söder ein Machtwort, der bayerische Ministerpräsident verlängerte das Verbot von Großveranstaltungen im Freistaat bis Ende Oktober. Doch noch ist das gefährliche Virus nicht aus der Welt, immer wieder entzünden sich neue Brennpunkte. Söder mahnt ein strenges Einhalten der Regeln zur Bekämpfung der Pandemie an, andernfalls schließt der Ministerpräsident die Anordnung lokaler Lockdowns nicht aus.

„Ein zweiter Lockdown hätte schmerzliche, wenn nicht sogar verheerende Folgen für unsere Wirtschaft“, weiß Rathauschef Heilinglechner. Deswegen plädiere er mit Blick auf potenzielle Lockerungen zu größter Vorsicht: „Ich werde nichts riskieren“, so der Bürgermeister gegenüber unserer Zeitung – „und das hat nichts mit Feigheit zu tun.“ Heilinglechner ist recht skeptisch, was die zwei in diesem Jahr noch ausstehenden Märkte in Verbindung mit verkaufsoffenen Sonntag betrifft: den Kirchweihmarkt am 11. Oktober sowie den Martinimarkt am 8. November. Doch noch sei keine finale Entscheidung gefallen.

Tausende Menschen und dazu der Teufel Alkohol

Der Blick des Rathauschefs reicht über die Herbstmonate hinaus. Der dreitägige Christkindlmarkt lockte in den vergangenen Jahren nach seinen Worten pro Tag zwischen 3000 und 6000 Besucher in die Altstadt. „Das ist eine Großveranstaltung“, erklärt der Bürgermeister. Unter die vielen Menschen mische sich vor allem in den Abendstunden der Teufel Alkohol: „Und wenn man ein bisschen getrunken hat, wird man ein bisschen lockerer“, hat Heilinglechner festgestellt. Auf den Mindestabstand werde dann mutmaßlich weniger Wert gelegt. „Auch mir geht das gesellschaftliche Leben ab“, betont der 53-Jährige, „auch ich bin froh über die erfolgten Lockerungen.“ Doch das Erreichte dürfe nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. „Wir dürfen auf keinen Fall einen neuen Hotspot generieren.“

Noch sind die Würfel in puncto Christkindlmarkt 2020 nicht gefallen – dasselbe gilt für die „Eiszeit“ im Dezember/Januar. Zwar sei sie noch zuversichtlich, dass an der alten Floßlände zum vierten Mal in Folge eine künstliche Eisfläche errichtet werden könne, sagt Kulturamtsleiterin Marlene Schretzenmaier. Doch eine belastbare Aussage sei aufgrund der fragilen Gesamtlage „super, super schwer“ bis „völlig unmöglich“. Schretzenmaier hat wie berichtet bereits Kontakt mit der Stadt Penzberg aufgenommen, beide Kommunen beauftragen mittlerweile dieselbe Spezialfirma mit der Bereitstellung der „Eiszeit“ beziehungsweise des „Eismärchens“. Schretzenmaier setzt auf ein Entgegenkommen der Firma, konkret auf einen Vertrag, „der eine Stornierungsoption beinhaltet“.

Zu lange will Heilinglechner die Themen Christkindlmarkt und „Eiszeit“ nicht aufschieben. Zum einen benötigten die vielen beteiligten Vereine und zum anderen die Firmen „einen entsprechenden Vorlauf“. cce

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