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Zeitzeugnis in Gefahr: Dem Gebäude mit der Adresse Alpenstraße 14 droht der Abriss.

Chancen zur Erhaltung stehen schlecht

Alpenstraße 14: Entscheidung noch diese Woche

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Abriss ja oder nein? Diese Frage wird das Landratsamt noch in dieser Woche beantworten. Die Chancen, das historische Ensemble zu erhalten, stehen schlecht.

Wolfratshausen – Wie berichtet hatten am vergangenen Sonntag Anwohner und Mitglieder des Historischen Vereins eine Protestaktion organisiert, um auf das Schicksal aufmerksam zu machen, das dem Gebäude an der Alpenstraße 14 droht. Sie verwiesen auf die Historie des gesamten Ensembles. Die Siedlung wurde in den Jahren 1936 bis 1939 für Angestellte der Sprengstoffwerke in Geretsried-Gartenberg errichtet und sei untrennbar mit dem Badehaus Waldram-Föhrenwald verbunden. In Föhrenwald entstand Wohnraum für die Arbeiter und kleineren Angestellten, zwischen der heutigen Schießstätt- und der Alpenstraße für leitende Angestellte, Ingenieure und Direktoren.

Denkmalschutz: Ein prägendes Einzeldenkmal muss vorhanden sein

Historischer Blick auf ein historisches Ensemble: Die Siedlung Alpen-/Schießstättstraße wurde für Angestellte der Sprengstoffwerke im Geretsrieder Stadtteil Gartenberg gebaut.

Dem gegenüber steht, dass die Siedlung zwar in der Denkmalliste als Ensemble eingetragen ist. „Aufgrund von Gerichtsentscheidungen ist jedoch nur dann ein Ensembleschutz rechtlich wirksam, wenn mindestens ein prägendes Einzeldenkmal im Ensemble vorhanden ist“, teilte Marlis Peischer mit. „Das ist in diesem Fall nicht so“, ergänzt die Pressesprecherin des Landratsamts. Demzufolge bestehe nach Entscheidungen des Verwaltungsgerichtshofs keinerlei rechtlich verbindlicher Denkmalschutz. Zugegeben: Es handelt sich hierbei um eine Gesetzeslücke, an deren Beseitigung der Bayerische Landtag gerade arbeitet. Solange es aber keine neue Gesetzeslage gibt, gilt die alte.

Adldinger: „Der Eigentümer für die Alpenstraße 14 möchte für die Zukunft bauen“

Der städtische Bauausschuss hatte im Februar des vergangenen Jahres entschieden, dass das Haus abgerissen und neu gebaut werden darf. Im Auftrag des Eigentümers hatte das Wolfratshauser Architekturbüro Adldinger zwei Varianten vorgelegt. Die eine, ein Mehrfamlienhaus, lehnte das Gremium ab. Die andere Variante, ein Vierspänner mit Maßen von 27,5 mal zehn Meter, segnete der Ausschuss mit 7:3 Stimmen ab. Eine Sanierung hielt das Architekturbüro aus wirtschaftlicher Sicht damals nicht für sinnvoll. „Das Gebäude ist baulich in einem schlechten Zustand und erfüllt nicht mehr die Anforderungen an Wohnqualität und Wärmeschutz“, sagte Wolfgang Adldinger am Mittwoch auf Nachfrage. Natürlich könne man ein solches Gebäude auch sanieren. Sein Büro habe genau das bei einem der danebenliegenden Anwesen auf Wunsch eines anderen Bauherrn auch gemacht. „Das ist sehr teuer, und man muss massive Einschränkungen machen, zum Beispiel bei der Wärmedämmung.“ Auch seien die Fenster winzig, gemessen am heutigen Standard. „Der Eigentümer für die Alpenstraße 14 möchte für die Zukunft bauen“, ergänzte Adldinger. Das bedeute nicht, dass man die Vergangenheit beim Neubau außer Acht lasse. „Es ist selbstverständlich, dass sich dieser in puncto Dachform, verwendeter Materialien, Farbe und Gesamtform in das Ensemble einfügen wird.“

Kreisheimatpflegerin Mannes: „Ein Neubau kann das Original nicht ersetzen“

Maria Mannes ist damit nicht zufrieden. Die Kreisheimatpflegerin betont, dass es nicht möglich sei, ein Glied aus der Reihe herauszubrechen, ohne dem Gesamtbild Schaden zuzufügen. „Ein wie auch immer gearteter Neubau kann das Original nicht ersetzen.“ Mannes betont weiter, dass bereits viele der zum Ensemble gehörenden Häuser durch eine Sanierung auf einen modernen Stand gebracht worden seien und einen zeitgemäßen Wohnkomfort böten. Außerdem betreffe der Ensembleschutz ohnehin nur Außenmauern, Fenster, Türen und Dach. Die Mauerstärke von etwa 40 Zentimetern mache eine Dämmung überflüssig, die Innensanierung unterliege keinen Beschränkungen. „Ich hoffe sehr“, so Mannes, „dass der Abbruch unterbleibt, dass das Gebäude saniert wird und damit kein irreparabler Schaden für das Ensemble Alpenstraße/Schießstättstraße entsteht.“

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