Reiste für seinen Kurzauftritt eigens aus Berlin an: Kabarettist HG. Butzko.
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Reiste für seinen Kurzauftritt eigens aus Berlin an: Kabarettist HG. Butzko.

Gedenkveranstaltung im Hinterhalt

„Charlie Hebdo“: Künstler erinnern an Attentat auf das französische Satire-Magazin

  • vonPeter Herrmann
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Im Gedenken an „Charlie Hebdo“ fanden sich Künstler in der Kulturbühne Hinterhalt zusammen. DIe Veranstaltung wurde als Live-Stream übertragen.

Gelting – Am 7. Januar 2015 stürmten zwei radikale Islamisten in die Redaktionsräume der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris und ermordeten elf Menschen. Sechs Jahre später erinnerten Künstler und Vertreter von Bürgerrechtsorganisationen im Rahmen einer Livestream-Aufzeichnung in der Kulturbühne Hinterhalt an dieses schreckliche Ereignis.

„Noch immer werden Menschen, die sich mit religiösen Glaubensvorstellungen kritisch auseinandersetzen, weltweit verfolgt oder gar getötet“, stellte Assunta Tammelleo fest. Die Betreiberin der Kulturbühne Hinterhalt und Vorsitzende des Kulturvereins Isar-Loisach (KIL) sowie des Bundes für Geistesfreiheit hatte deshalb am Jahrestag des Attentats erneut ein umfangreiches Programm mit Reden, Musikbeiträgen und Kabarettauftritten prominenter Künstler zusammengestellt.

So plädierten Dr. Jacqueline Neumann vom Institut für Weltanschauungsrecht und Dr. Hans-Joachim Schemel von der Humanistischen Union für eine Abschaffung des in Deutschland geltenden Blasphemie-Paragraphe. Dieses Gesetz Gesetz verbietet die Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen. Dazu zählt auch die Veröffentlichung von kritischen Karikaturen. Nach Ansicht von Neumann und Schemel unterstütze eine Strafverfolgung jedoch die Ansichten religiöser Fundamentalisten und sei nicht mit dem im Grundgesetz verankerten Recht der Meinungsfreiheit vereinbar.

Dass die Gefahr im Nachbarland Frankreich sogar noch größer als hierzulande sei, beweise die Ermordung des französischen Lehrers Samuel Paty, der am 16. Oktober 2020 in seinem Unterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte. „Das ist schon starker Tobak“, befand Moderatorin Tammelleo.

Zur Auflockerung präsentierte sie zwischendurch eine musikalische Einspielung: Der Münchner Liedermacher Konstantin Wecker hatte zusammen mit Sarah Straub, Tamara Banez, Fany Kammerlander und Jo Barnikel für den Gedenkabend im Hinterhalt eine neue Version seines Liedes „Sage Nein“ aufgenommen.

Für anspruchsvolle Unterhaltung sorgten der Kabarettist HG. Butzko, der für seinen Kurzauftritt sogar extra aus Berlin anreiste, sowie der in München lebende Musikkabarettist Andreas Rebers. Letzterer warnte vor der Verharmlosung islamistischer Extremisten. „Ich bin ein Mann der Mathematik: Ich ziehe Ihnen einen geraden Strich von der Imam-Ali-Moschee an der Hamburger Außenalster bis zu den Terrorcamps der Al-Qaida bei Teheran“, sagte Rebers. Die während der Livestream-Aufzeichnung über einen PayPal-Button gesammelten Spenden werden unter anderem zur Finanzierung des mit 3000 Euro dotierten Kunstpreises „Der Freche Mario“ verwendet. „Er soll alle Künstler ermutigen, sich mit den sogenannten ewig währenden religiösen Wahrheiten und Autoritäten zu befassen“, wünschte sich Tammelleo.

Drei der preisgekrönten Karikaturen aus den vergangenen 13 Jahren zeigte sie während der Übertragung, die der Bund für Geistesfreiheit, der KIL und der Verein „Das andere Bayern“ veranstaltet hatten. Finanzielle Unterstützung für den Gedenkabend leisteten die Giordano-Bruno-Stiftung und die Galerie der Kirchenkritik. ph

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