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Grenzgänger zwischen Hochdeutsch und Bayerisch: Die „Mundwerk Crew“ ließ am Mittwochabend an der alten Floßlände die Bässe wummern.

Flussfestival

Chiemgauer „Mundwerk Crew“ holt das Publikum von den Sitzen

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Die Jungs der „Mundwerk Crew“ ließen sich beim Wolfratshauser Flussfestival nicht von Wetterkapriolen abschrecken, sondern verbreiteten mit Hip-Hop und Reggae gute Stimmung.

Wolfratshausen – Stürmische Böen gab’s am Mittwochabend. Aus diesem Grund kam kurzzeitig die Überlegung auf, ob die schwimmende Flussfestival-Bühne noch sicher auf der Loisach schwimmt. Doch keine Sorge: Sie ist fest verzurrt. Die acht Jungs der „Mundwerk Crew“ aus dem Chiemgau ließen sich sowieso nicht von den Wetterkapriolen abschrecken. Nur das Publikum schien zögerlich zu sein. Wo waren eigentlich all die jungen Leute, die sich vom Hammer-Sound der Chiemgauer mitreißen hätten lassen können? Fünf vor acht waren die Tribünenplätze noch verwaist, ehe die Mädels, die gerade noch an den Festival-Bars Hugo oder Aperol-Sprizz genossen hatten, vor der Bühne Platz nahmen.

Hip-Hopper nehmen solche Situationen sportlich. Pünktlich mit dem Acht-Uhr-Läuten der Kirchenglocken an der gegenüberliegenden Flussseite wummerte der dumpfe Bass bis nach Waldram. Die beiden Frontsänger Sebastian „Sebaino“ Riepp und Tobias „Touze“ Klauser wissen, wie man das Publikum vom ersten Takt an animiert. „Sitzt man bei euch in Wolfratshausen immer so brav?“, fragte er in die Runde. „Bei uns kommt man zur Bühne und tanzt“, forderte Sebaino die Zuhörer auf – und das musste er nicht zweimal tun. Aus der braven Wohnzimmer-Atmosphäre wurde auf einen Schlag tanzbegeisterte Party-Laune, und das sollte so bleiben, in den nächsten „stabilen eineinhalb Stunden“, wie es die „Mundwerk Crew“ nennt.

„Das ist Hip-Hop“ und „I bin a Weiß-Blauer“

Ihr deutschsprachiger Hip-Hop-Sound mit Reggae-Sprenkeln reißt mit. „Werft die Arme hoch und bounct den Beat“, forderten sie das Publikum auf, bei Songs mit dem Titel „Das ist Hip-Hop“ oder „I bin a Weiß-Blauer“ abzufeiern. Gemeint ist diese coole Auf-und-ab-Bewegung mit dem ausgestreckten Arm.

Die „Mundwerk Crew“ – wie der Name schon verrät – wechselt in ihren Liedtexten zwischen Hochdeutsch und Bayerisch. Ihre Musik ist ausgelassen. Sie transportieren Lebensgefühl, Spaß am Rhythmus sowie Lust aufs Party machen. Die beiden Frontmänner Sebaino und Touze fetzten über die Bühne. Sie brauchten, um auf Touren zu kommen, kein langes Warm-Up. „Du musst dich schneller bewegen, es ist nicht gern gesehen, auf der Stelle zu treten“, hörte man ihren Sprechgesang, obwohl der Sound schon deftig laut drüber lag.

Die Chiemgauer gründeten vor zehn Jahren ihre „Mundwerk Crew“, zunächst als Drei-Mann-Besetzung. 2011 kam ihr Debütalbum heraus. Seitdem tourt die inzwischen Acht-Mann-Besetzung kreuz und quer durch die Lande und mischt Festivals auf – so auch am Mittwochabend am Flussfestival. Von Flaute keine Spur. 

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