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Künftig Gewerbegebiet? Christian von Stülpnagel schlägt vor, die Felder westlich der B 11 gegenüber von Waldram als Gewerbeflächen ins Visier zu nehmen.

„Jetzt einen Meilenstein setzen“

Unternehmer-Idee: Gewerbegebiet bei Waldram bauen

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Wolfratshausen - Der Fall Loxxess zeigt es: In Wolfratshausen fehlen Gewerbeflächen. Für Neuansiedlungen schlägt Unternehmer Christian von Stülpnagel die Felder bei Waldram vor.

In der Flößerstadt ist zu wenig Platz. Um zu expandieren, zieht deswegen der Pharma-Logistikdienstleister Loxxess einmal über den Loisach-Isar-Kanal: von der Pfaffenriederstraße in Wolfratshausen ins neue Gewerbegebiet Gelting-Ost.

Dort hat die Firma 30 000 Quadratmeter Grund gekauft (wir berichteten). „Es gab schlichtweg keine Flächen in der Größe für uns“, sagt Loxxess-Geschäftsführer Helmut Müller-Neumayr. Ein Problem, mit dem der Wirtschaftsstandort Wolfratshausen zu kämpfen hat.

"Zu wenig Gewerbeflächen - deswegen neue erschließen"

„Ich finde es schade, dass der Betrieb weggeht“, sagt Christian von Stülpnagel, Chef der Unternehmervereinigung Wirtschaftsraum Wolfratshausen (UWW). „Aber es ist gut, dass das Unternehmen im Mittelzentrum bleibt. Ich sehe das inzwischen als Einheit.“ Die Flößerstadt habe „viel zu wenig Gewerbeflächen“. Deswegen müsse man jetzt neue Flächen erschließen und „einen Meilenstein setzen“. Freiflächen sind in Wolfratshausen aufgrund der Lage zwischen Bergwald und Isar sehr begrenzt.

In Weidach bis zum Isarspitz gäbe es welche, aber die sieht Stülpnagel eher als potenzielles Wohngebiet. Er bringt die Felder westlich der B 11 bei Waldram ins Spiel. Etwa 40 Hektar gehören dort zur Gemarkung Wolfratshausen. Dieses Gebiet sollte man nicht als Reserve zurückhalten, sondern verwerten, findet der Unternehmer. Das widerspricht dem Stadtrat, der beschlossen hatte, das Gebiet für die kommende Generation zu bewahren. „Das bringt nichts“, urteilt Stülpnagel. Stillstand ist Rückschritt. Wir könnten etwas säen, das der nächsten Generation nutzt.“

Eine kleinere Fläche gäbe es zudem doch an der Geltinger Straße bis zur Loisach. Sie wird derzeit landwirtschaftlich genutzt. „Das ist auch wichtig, aber man muss überlegen, ob Landwirtschaft nicht auch weiter außerhalb angesiedelt sein kann“.

"Wolfratshausen braucht einen Wirtschaftsförderer"

Für die Standortentwicklung wünscht sich der Wolfratshauser einen hauptamtlichen Ansprechpartner im Rathaus – keine neue Forderung der Unternehmer. Einen eigenen Wirtschaftsförderer wie in Geretsried gibt es nicht. Den Kontakt zu den Unternehmen suchen Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Wirtschaftsreferent Helmut Forster. Rathausmitarbeiterin Gisela Gleißl kümmert sich in ihrer Teilzeitstelle um die drei Fachgebiete Tourismus, Wirtschaftsförderung und City Management zusammen. „Das ist zu wenig“, sagt Stülpnagel. Aufgrund der geringen Übernachtungszahlen solle die Stadt „das Kapitel Tourismus schließen und die Wirtschaft als Schwerpunkt sehen“. Nur wenn die Stadt frühzeitig wisse, bei welchen Betrieben es platzmäßig eng wird und wo der Schuh drückt, könne man die Weichen richtig stellen. „Wenn es nicht passt, ziehen die Unternehmen eben um.“

dor

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