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Gut vernetzt: Seit 20 Jahren verkauft Thomas Galli am Wolfratshauser Campingplatz Christbäume. 

Schön grad ist nicht alles

Christbaumkauf: Wo Kurzentschlossene in der Region noch fündig werden

Wer jetzt noch keinen Christbaum hat, sollte sich sputen. Der Verkauf lief den Anbietern zufolge bisher sehr gut. Bis spätestens Samstag haben Kurzentschlossene unter Umständen noch Glück.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Seit 20 Jahren verkauft Thomas Galli am Wolfratshauser Campingplatz an der Badstraße in der Adventszeit Weihnachtsbäume. Um das dritte Adventswochenende herrsche der größte Andrang, sagt Galli. Jetzt sei die Auswahl nicht mehr ganz so üppig, doch es gebe noch bis Ende der Woche einige Nordmanntannen, Blaufichten und Schwarzkiefern in sämtlichen Größen von klein bis sechs Meter hoch. Der Preis richtet sich nach der Größe, außer man entscheidet sich für ein Exemplar aus der Sonderaktion, von denen jedes 39 Euro kostet.

Thomas Galli hat nicht nur ein großes Angebot, seine Bäume stammen auch aus der Region, genauer gesagt aus Schechen bei Rosenheim. Sie besitzen laut Galli ein Zertifikat, dass sie frei von Pestiziden sind. Kurze Lieferwege und keine chemische Behandlung – darauf achtet der Pächter des Campingplatzes seit etwa sechs Jahren beim Einkauf seiner Ware. Also nicht erst, seit der Bund Naturschutz heuer ausdrücklich zu Bio-Christbäumen rät. Unter den Kunden hat sich das herumgesprochen. „Sie achten auf Qualität und haben die Erfahrung gemacht, dass meine Bäume länger halten als die aus dem Baumarkt“, sagt Galli.

In Eurasburg können Käufer den Baum selber schlagen

Hundert Prozent „öko“ sind auch Vollrad von Poschingers selbst gepflanzte und gepflegte Nordmanntannen und Blaufichten. Sie können auf Poschingers Gut Waltersteig in Eurasburg selbst von den Käufern geschlagen werden, was für viele ein besonderes Erlebnis darstellt. Am zweiten und dritten Adventswochenende seien vor allem Familien gekommen, um sich ihr Bäumchen auszusuchen, am Stamm abzusägen und ins Netz einpacken zu lassen. Noch bis Freitag gegen 16 Uhr besteht dazu die Möglichkeit. „Wir sind aber schon sehr ausgesucht. Große Bäume gibt es keine mehr“, sagt von Poschinger. Der massive Hagel im Jahr 2010 wirke sich immer noch auf den Bestand aus.

Bis zum 23. Dezember um 17 Uhr kann man bei Richard Kapp aus Herzogenaurach an der Böhmwiese noch einen Christbaum erstehen, den laufenden Meter für 22 Euro. Die Tannen und Fichten stammen überwiegend aus der Oberpfalz, einige kommen aus Polen und aus Dänemark. Kapps Mitarbeiter empfehlen, den Baum erst einen Tag vor dem Heiligen Abend vom Balkon oder der Terrasse zu holen, in einen mit Wasser gefüllten Ständer zu stellen und frisches Wasser nachzufüllen, sobald es verdunstet ist. Dann halte der Lichterbaum bis nach Heiligdreikönig, ohne viele Nadeln zu verlieren.

Ungespritzter Baum ist „sympathischer“

Auch Stefan Biller, Gärtner im Gartenfachmarkt Dehner in Wolfratshausen, weist auf die Wichtigkeit des regelmäßigen Wässerns hin. Von Glyzerin als Zusatz hält der Fachmann nichts. Vor dem Einspannen in den Christbaumständer sollte man den Stamm anschneiden. Bei Dehner gibt es noch Nordmanntannen, Rot- und Blaufichten. Die Fichten seien eher als Garten- und Terrassenbaum gefragt, weil sie stärker nadelten, erklärt Biller. Am Montag hatte er noch 300 Pflanzen auf Lager. Täglich würden etwa 100 weggehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kommt also nicht auf den allerletzten Drücker.

Bio-Bäume würden bei Richard Kapp und bei Dehner kaum nachgefragt, heißt es. Thomas Galli findet jedoch: „Bei Lebensmitteln schaue ich als Verbraucher doch auch darauf, was ich mir ins Haus hole. Ein Nadelbaum verliert Feuchtigkeit im Haus und gibt dadurch die zuvor gespritzten Pestizide an die Luft ab. Da ist mir ein ungespritzter Baum einfach sympathischer.“

Tanja Lühr

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