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Tolle Stimme, tolle Lieder, tolles Spiel: Christina Lux verzauberte die Gäste im D’Amato.

Christina, Roberta und der rote Teppich

Christina Lux verzaubert das D’Amato

Wolfratshausen – Christina Lux verzauberte das D’Amato mit ihrer Stimme und mit einer Gitarre, die einen eigenen Namen hat.

Drei Gitarren warteten am Freitag Abend bereits auf der heimeligen Bühne in der Wolfratshauser Bar D’Amato, als die zierliche Christina Lux unter großem Applaus des zahlreichen, überwiegend weiblichen Publikums dort Platz nahm. Bereits zum vierten Mal seit 2009 spielte die vom Münsinger Label BSC Music betreute Sängerin und Gitarristin im Norden des Landkreises und hat hier eine echte Fan-Gemeinde. Wie schon bei ihren früheren Konzerten zog Christina Lux vom ersten Ton an mit ihrer einerseits glockenklar wie andererseits rauchig klingenden Stimme das Publikum in ihren Bann. Auf den ersten Blick würde man dieser jugendlich wirkenden 51-jährigen Profimusikerin mit blondem Pferdeschwanz weder eine derart selbstbewusste, klanggewaltige Stimme, noch ein derart mitreißendes, abwechslungsreiches Gitarrenspiel zutrauen. Doch in den kommenden fast zwei Stunden verzauberte sie das Schützenheim mühelos.

Beeindruckend souverän sang und spielte „die Lux“ zum einen über die Gefahr des religiösen Fundamentalismus, über die „grausige Frisur und die darunter liegenden grausigen Gedanken von Donald Trump“ wie auch über die hierzulande „reich gedeckten Tische“, die man doch „einfach nur länger machen“ sollte, damit mehr Menschen daran Platz haben. Doch auch ihr eigenes Leben verarbeitet die Künstlerin – oft nicht ohne Ironie – in ihren Liedern. Die späte Erkenntnis, dass es nicht unbedingt etwas bedeuten muss, wenn „jemand sagt, dass er Dich liebt“ ist genauso Thema wie ihr eigener, selbstbestimmter Weg. Er nahm seinen Anfang bei der einstmals Zwölfjährigen, die nach einer Begegnung mit der oberbayerischen Kultband „Guru Guru“ im elterlichen Haus sich erste Gitarrengriffe zeigen ließ und sich das Spielen fortan selbst beibrachte. „Wege entstehen dadurch, dass Du sie gehst“ ist ihr Credo. Und letztlich wisse man ja nie, ob einem nicht beim Fliegen Flügel wachsen.

In ihrem eigenen Fall scheint dies tatsächlich geschehen zu sein. Seit ihrem ersten Konzert im Landkreis ist Christina Lux mit ihrem aktuell erschienenen Album „Embrace“ nicht nur zum wiederholten Mal für den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ nominiert, sondern hat sowohl musikalisch als auch als Entertainerin irgendwie Flügel bekommen. Einfach großartig und souverän ist ihr Gitarrenspiel, mitreißend ihre Stimme, und die Moderation zu ihren Liedern so reich an Gestik und Mimik. Ihre Lieder pendeln zwischen Folk, Pop, Jazz und Weltmusik und lassen sich doch nirgendwo wirklich einordnen.

Zum Ende dieses Konzertes erklatschte sich ein begeistertes Publikum zwei Zugaben von Christina Lux und ihrer Gitarre „Roberta“, bei denen nicht zum ersten Mal das Publikum mehrstimmig mitwirkte. Den roten Teppich, den sie – wie sie schelmisch anmerkte – „sicherheitshalber immer selber mitbringe“, hätte sie an diesem Abend nicht mitzubringen gebraucht. Die Zuhörer in der Bar D’Amato haben ihr in Gedanken viele davon ausgerollt.

von Assunta Tammelleo

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