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Christkindlmärkte: So haben die drei Städte im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen entschieden

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Von: Carl-Christian Eick

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Glühweinstand
Zur Einstimmung auf die Adventszeit eine Tasse Glühwein auf dem Christkindlmarkt (wie hier 2019 in Geretsried) genießen. Darauf müssen die Wolfratshauser und Bad Tölzer auch heuer aufgrund der Corona-Pandemie verzichten. © Hermsdorf-Hiss/Archiv

Die Würfel sind gefallen. Die drei Städte im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen haben mit Blick auf die Christkindlmärkte entschieden.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Hoffnung auf Glühwein, Crêpe und Bratwurst in der Vorweihnachtszeit war groß. Angesichts der steigenden Infektionszahlen wird derzeit in Bayern nun aber ein Christkindlmarkt nach dem anderen abgespeckt oder gleich abgesagt. Wie die 21 Kommunen im Landkreis mit der Situation umgehen, haben die Rathauschefs am Dienstag in einer Videokonferenz diskutiert.

Bürgermeistersprecher Michael Grasl kommunizierte am Ende eine gemeinsame Linie: „Christkindlmärkte sind dieses Jahr im üblichen Format leider nicht möglich.“ Ob im Einzelfall Alternativen möglich sind, prüfe jede Kommune für sich. Im Hinblick auf Feierlichkeiten im Privatbereich appellieren die Bürgermeister „an die Eigenverantwortung und Vernunft aller einzelnen Bürgerinnen und Bürger“, so Grasl.

Christkindlmarkt: So entschied die Stadt Geretsried

„Das einfachste wäre, alles abzusagen. Aber einfach kann jeder“, sagt Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller mit Blick auf den Christkindlmarkt am zweiten Adventswochenende, 3., 4. und 5. Dezember. Wie schon im vergangenen Jahr wolle die Stadt sich im Rahmen der Möglichkeiten um eine Alternative bemühen. Er sei der Auffassung, man müsse legale Angebote für diejenigen schaffen, für die 2G möglich ist, so Müller, „verbunden mit einem klaren Impfaufruf an alle Bürgerinnen und Bürger.“ Bei allem Respekt gegenüber denjenigen, die an vorderster Front kämpfen, „es muss eine andere Antwort geben als wegsperren“.

Im Rathaus werden verschiedene Varianten geprüft: Inseln mit Buden beziehungsweise Zäune am Karl-Lederer-Platz oder mit einer Waldweihnacht auf den Festplatz auszuweichen. Letztere wäre Müllers Favorit. Das Gelände an der Jahnstraße könnte man eingrenzen und Einlasskontrollen durchführen. „Das hat beim Kulturherbst gut funktioniert“, sagt Müller. Doch zunächst müsse die Stadt mit den potenziellen Standbetreibern sprechen und schauen, was möglich ist. Und was die Regeln angeht, werde sich in den nächsten zwei Wochen sicher noch etwas ändern. „Wir müssen flexibel reagieren.“

Stadt Wolfratshausen: Christkindlmarkt ist abgesagt

Von wegen „O du fröhliche“: Der Christkindlmarkt in seiner traditionellen Form fällt nach 2020 das zweite Mal in Folge der Corona-Pandemie zum Opfer. Das bestätigte Bürgermeister Klaus Heilinglechner am Dienstag gegenüber unserer Zeitung. Schon am Donnerstag vergangener Woche hatte der städtische Marktmeister David Wehner die Vereine und Organisationen, die am ersten Adventswochenende einen Stand auf dem Markt betreiben wollten, per E-Mail wissen lassen, dass es heuer mutmaßlich keinen Christkindlmarkt in der Flößerstadt geben wird. Nun hat der Rathauschef Fakten geschaffen.

In einer am Dienstagabend kurz vor der Stadtratssitzung verbreiteten Pressemitteilung schreibt der Wolfratshauser Bürgermeister: Die weiterhin steigenden Inzidenzwerte in der Region „erfordern mit Blick auf die Christkindlmärkte in ihrer gewohnten Form ein Umdenken“. Eine Zugangskontrolle in der Altstadt/Marktstraße hält Heilinglechner für nicht praktikabel. „Somit entfällt leider im zweiten Jahr nach Ausbruch der Pandemie unser beliebter Weihnachtsmarkt.“ Die „angespannte Situation auf den Intensivstationen in den Kliniken im Landkreis und in der Region erfordern noch größere Sorgfalt im Umgang mit der Pandemie und die Solidarität der Gesellschaft“, betont Heilinglechner.

Einen Marktsonntag/Verkaufsoffenen Sonntag am 28. November („im Rahmen eines kleinen Adventsmarktes“) hält der Bürgermeister nach Rücksprache mit dem Vorstand des Werbekreises, der Heilinglechner ein diesbezügliches Konzept vorgelegt hat, dagegen für vertretbar. Aber: „Eine Sperrung der Marktstraße wird am 28. November nicht erfolgen.“

Bad Tölz: Christkindlmarkt wäre „unverantwortlich“

Vor dem Hintergrund „der dramatischen Situation in den Krankenhäusern“ hat auch die Stadt Bad Tölz den Christkindlmarkt am Dienstag definitiv abgesagt. Für Bürgermeister Ingo Mehner wäre es mit Blick auf die aktuelle Belastung des Gesundheitssystems „einfach unverantwortlich, in der jetzigen Situation fünf Wochen lang ein Event zu veranstalten, zu dem täglich mehrere tausend Besucher kommen und bei dem das Einhalten von Abständen und die Kontrolle der Regeln nicht realistisch sind“. Mehner zitiert aus der gemeinsamen Erklärung der 21 Rathauschefs: „Die Hilferufe der Ärzte und Pflegenden in den Krankenhäusern müssen gehört werden und dürfen uns in der Gesellschaft jetzt bitte nicht mehr gleichgültig sein.“

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