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Die Familie und Freunde erleichtern dem schwer behinderten Wolfratshauser Christoph Pein das Leben. Jetzt brauchen die Helfer selbst Unterstützung.

Die Helfer brauchen Hilfe

Für Christoph: Eltern bitten um Geldspenden

Wolfratshausen – Hilferuf aus Wolfratshausen: Seit Oktober ist der schwerbehinderte Christoph Pein an sein Haus gefesselt. Der Bus, mit dem seine Eltern und er gerne Ausflüge unternommen haben, ist kaputt. Der Familie fehlt Geld. Nun hoffen die Eltern auf Spenden.

Was für die meisten Rollstuhlfahrer unerlässlich ist, ist für den 26-jährigen Christoph Pein aus Wolfratshausen nicht mehr möglich: ein Gesellschaftsleben. Seit seiner Geburt ist Christoph auf die Hilfe seiner Eltern angewiesen. Er war eine Frühgeburt, in der 32. Schwangerschaftswoche kam er zur Welt. Christoph musste beatmet werden, bekam hohes Fieber und Krampfanfälle. Im Brutkasten infizierte er sich mit Meningitis – eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, der Hüllen des zentralen Nervensystems. Seither ist der junge Wolfratshauser spastisch gelähmt, blind und geistig behindert. Seine Eltern, Norbert und Tina-Gabriele Pein, versuchen seitdem nach Kräften, ihrem Sohn das Leben 24 Stunden am Tag so abwechslungsreich und lebenswert zu gestalten, wie möglich.

Gemeinsam besuchte die Familie Verwandte, ging in den Tierpark oder im Englischen Garten spazieren. Ausflüge zu Ausstellungen, Messen, Möbelhäusern, Eiscafés oder in die Münchner Fußgängerzone haben dem Wolfratshauser immer sehr viel Freude bereitet. Ganz besonders liebte es der junge Mann, zu Spielen der Basketballmannschaft des FC Bayern München im Audi-Dome zu fahren. „Er hat die Stimmung in der Halle förmlich aufgesaugt“, berichtet seine Mutter Tina-Gabriele.

Möglich machte diese Ausflüge ein langjähriger Begleiter der Familie Pein: ihr VW-Bus. Der Wagen war mit einer besonderen Rollstuhlhalterung ausgestattet, ohne die Christoph nicht hätte mitfahren können. Anfang Oktober jedoch der große Schock für die Familie: „Der Bus blieb nach zwölf Jahren im Betrieb mit einem Motorschaden liegen“, erinnert sich Norbert Pein. „Eine Reparatur war nicht mehr möglich.“ Für Christoph bedeutet das: Er kann das Haus nicht mehr verlassen. Ein gesellschaftliches Leben außerhalb der eigenen vier Wände, Ausflüge, gemeinsame Einkaufsfahrten – all das ist nicht mehr möglich. Nicht einmal zum Arzt kann die Familie ihren Sohn fahren, wenn er medizinische Hilfe benötigt. Die Isolation merkt man dem sonst so lebensfrohen Christoph schon jetzt an. „Er ist auffallend häufig autoaggressiv gegen sich und aggressiv gegen uns“, berichtet seine Mutter. „Dieses Verhalten zeigt sich seit Oktober immer häufiger.“ Um seinen vielen Hobbys wieder nachgehen zu können, ist der Schwerbehinderte auf einen fahrbaren Untersatz mit einer Halterung angewiesen.

Einen solchen Bus kann sich die Familie nicht leisten. Im März 2015 musste Norbert Pein mit einem Getränkeladen Insolvenz anmelden. Als Pächter musste er für alle Kosten des Betriebes aufkommen, die immer weiter anwachsenden Steuerforderungen konnte er nicht mehr begleichen. Seine Frau leidet unter einer fortschreitenden Fibromyalgie – eine chronische Schmerzerkrankung. Die Krankheit und die vielen Fehltage, die sich wegen der Pflege ihres Sohnes angehäuft haben, machen es ihr unmöglich, einem Beruf nachzugehen. Kurzum: Die Anschaffung eines Busses und die Ausstattung, die Christoph so dringend benötigt, sind unmöglich für die sich rührend sorgenden Eltern.

Die Familie ließ sich einen Kostenvoranschlag erstellen. Über 26 000 Euro würde ein Auto mit dem entsprechenden Umbau kosten. 2400 Euro kann die Familie selbst dafür aufbringen. Der Verein Mobil mit Behinderung schaltete sich ein. 80 Stiftungen hat der Verein um eine Spende gebeten. Die vier, die zusagten, spenden zusammen einen Betrag von 8500 Euro. Hinzu kommen 200 Euro aus einer privaten Spende. Ausreichend ist dieser Betrag jedoch bei Weitem noch nicht. Etwas über 15 000 Euro fehlen der Familie für die Anschaffung.

Der Verein „Mobil mit Behinderung“ hat ein Spendenkonto für Christoph eingerichtet. Die Familie Pein hofft auf großen Zuspruch: „Wir möchten Christophs Leben wieder so abwechslungsreich und fröhlich gestalten können, wie es für ihn einmal war – mit ihm in den Zoo fahren, im Eiscafé sitzen oder Verwandte sehen.“

Spendenkonto

Mobil mit Behinderung e.V., Bank für Sozialwirtschaft, IBAN DE41 6602 0500 0008 7113 00, Stichwort: „Christoph“.

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