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„War nicht mein Wunsch“: Bürgermeister Klaus Heilinglechner hadert mit der Entscheidung des Stadtrates. Demzufolge gibt es künftig nur noch eine Stabsstelle im Rathaus.

Stadt Wolfratshausen schreibt Stelle aus

City-Manager: Ein Komplett-Kümmerer soll’s sein

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Der Vorschlag wird bereits seit Jahren diskutiert: Wolfratshausen soll einen City-Manager bekommen. Jetzt hat die Kommune die Stelle ausgeschrieben - für Kulturmanagerin Marion Klement und Tourismusmanagerin Gisela Gleißl hat das Konsequenzen.

Wolfratshausen–  Nach einigem politischen Tauziehen fiel die Entscheidung: Die Loisachstadt bekommt einen Kümmerer, neudeutsch City-Manager. Die Stelle wird in der Stadtverwaltung geschaffen – und nicht, wie ursprünglich vorgesehen, extern angesiedelt. In einem Gespräch mit unserer Zeitung hatte Bürgermeister Klaus Heilinglechner prognostiziert, „dass wir im ersten Quartal 2018 einen City-Manager haben“. Ab sofort können sich Interessenten bei der Stadt bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 3. November.

Der neue Arbeitsplatz ist eine direkt dem Rathauschef unterstellte Stabsstelle „Stadt- und Veranstaltungsmanagement; Wirtschaft und Touristik“. Zu den Aufgaben des Gesuchten zählen

-der Aufbau und die Leitung der neuen Stabsstelle, die Integration der Bereiche Kultur, Veranstaltungsmanagement, Tourismus und Wirtschaftsförderung sowie der damit verbundenen Öffentlichkeitsarbeit;

-die Konzeptionierung, Weiterentwicklung und Pflege eines funktionierenden Stadtmarketings zur Sicherung und Verbesserung des Einzelhandelsstandortes;

-die Entwicklung einer Markenstrategie für Wolfratshausen unter Berücksichtigung der mittel- und langfristigen Stadtplanung in enger Abstimmung mit den Gewerbetreibenden und den ehren-amtlichen Initiativen zum Thema Stadtgestaltung;

-kreativer Ideengeber im Bereich Wirtschaftsförderung sein – mit dem Ziel, das kommunale Wirtschaftsförderkonzept weiter zu entwickeln und die Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsverbänden und den ortsansässigen Unternehmen zu koordinieren und zu optimieren;

-Bindeglied sein zwischen allen Bereichen der Stadtverwaltung, den Gewerbetreibenden sowie der innerstädtischen Hauseigentümer – und die Kommune in Gremien und Arbeitskreisen vertreten;

- Konzeption und Organisation von Veranstaltungen.

„Richtig“, sagt Bürgermeister Heilinglechner auf Nachfrage unserer Zeitung, „künftig gibt es nur noch eine Stabsstelle im Rathaus.“ Das habe der Stadtrat in einer nicht-öffentlichen Sitzung so beschlossen. „Das entspricht nicht meinem Wunsch“, betont Heilinglechner. Sowohl Marion Klement (Stabsstelle Kulturmanagement) als auch Gisela Gleißl (Stabsstelle Tourismusmanagement/Wirtschaftsförderung) werden dem City-Manager als „Fachgebietsleiterinnen zuarbeiten“, erklärt ihr Dienstherr. Ist das eine Herabstufung? „Wenn man es hart formuliert“, antwortet Heilinglechner und ergänzt: „Mir tut es wahnsinnig leid für die Damen, mit deren Arbeit ich immer äußerst zufrieden war.“

Heilinglechner hätte sich gewünscht, dass Tourismusmanagerin Gleißl, die aufgrund ihrer Familiensituation keine Vollzeitstelle bekleiden kann, „ein Unterstützer zur Seite gestellt wird“. Dieser hätte sein Augenmerk verstärkt auf die Wirtschaftsförderung richten sollen – doch der Stadtrat entschied anders.

Vom City-Manager erwartet werden unter anderem ein abgeschlossenes Studium in den Bereichen Stadtmarketing und Wirtschaft oder einer vergleichbaren Fachrichtung. Er sollte über mehrjährige einschlägige Berufserfahrung verfügen sowie „Freude und Erfahrung im Umgang mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung haben“. Gerne gesehen wird zudem Verhandlungsgeschick, strategische und kaufmännische Kompetenz sowie Erfahrung im Umgang mit der Presse.

„Wir suchen die berühmte eierlegende Wollmilchsau“, formuliert es der Bürgermeister flapsig. Ganz ernst gemeint ist dagegen sein Hinweis: Die künftig einzige Stabsstelle im Rathaus „trägt auch die volle Verantwortung in dem Bereich“.

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