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Der Blick von Claudia Lichtenberg geht in Richtung Rio de Janeiro.

Radsport

Claudia Lichtenberg verpasst die Top-Ten

Wolfratshausen - Radsport-Ass belegt beim belgischen Klassiker "Fléche Wallone" den elften Platz und konzentriert sich jetzt auf die Olympischen Spiele in Brasilien.

Eigentlich hatte sich Claudia Lichtenberg für das Weltcuprennen um den „Flèche Wallonne“ mehr ausgerechnet. Der „Wallonische Pfeil“, wie das belgische Eintagesrennen auf Deutsch genannt wird, gilt als eines der anspruchsvollsten Eintagesrennen im Rennkalender. Für die Bergspezialistin aus Wolfratshausen schien das Profil wie auf den Leib geschneidert. „Irgendwie war es dieses Mal aber nicht mein Tag. Das Rennen verlief von Anfang an nicht in meinem Sinn, es war viel zu langsam“, erzählt die 30-Jährige, die auf einen schwierigen, schnellen Rennverlauf gehofft hatte. „Erst 40 Kilometer vor dem Ende wurde es anspruchsvoller. Aber da war es schon zu spät für mich“, so Lichtenberg. Das Ziel erreichte sie als Elfte, und 53 Sekunden hinter der niederländischen Siegerin Anna Van der Breggen.

Dass Lichtenberg nach dem Abschluss der Klassikersaison – so nennt man im Radsport die vielen Eintagesrennen im März und April, die vom „Flèche Wallonne“ beendet werden – mit ihren Ergebnissen zufrieden ist, liegt an ihren konstant guten Leistungen, die sie über das Frühjahr erbracht hatte. Zwei Ergebnisse unter den besten Zehn bei Weltcuprennen, dazu das knapp verpasste Top-Ten-Resultat in Belgien – schon lange nicht mehr war die Wolfratshauser Vorzeigeradsportlerin derart gut in die Saison gestartet. „Sicherlich läuft es dieses Jahr sehr gut. Gerade deshalb habe ich mir für den Flèche Wallonne aber mehr ausgerechnet. Man muss aber auch sagen, dass das Niveau im internationalen Frauenradsport in den vergangenen Jahren enorm angestiegen ist“, sagt Lichtenberg. 2009 hatte sie das Rennen auf dem Podium beendet.

Für die Wolfratshauserin beginnt nun der wichtige zweite Teil der Saison: In dieser Woche wird sie noch die Luxemburg-Rundfahrt bestreiten, ehe sie eine kurze Trainingspause einlegen und im Anschluss mit den Vorbereitungen auf ihre Saisonhöhepunkte beginnen wird: den Giro d’Italia der Frauen im Juli sowie die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro Anfang August. Besonders Letztere könnten dabei zu einem Highlight für die 30-Jährige werden: Nach ihrem guten Frühjahr darf sie sich nämlich berechtigte Hoffnungen darauf machen, vom Bund Deutscher Radfahrer für das Olympia-Aufgebot nominiert zu werden. „Natürlich hoffe ich, dort antreten zu können. Das wäre ein einmaliges Erlebnis, das ich so in meiner Karriere noch nie zuvor hatte.“ Der Kurs in Rio soll übrigens noch schwerer sein als der des „Flèche Wallonne“. Sollte sie für Brasilien nominiert werden, könnte Lichtenberg das dortige Rennen also deutlich besser in die Karten spielen.

wms

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