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Die Pläne für die Coop-Wiese gefallen nicht allen Waldramern.

Bürgervereinigung Wolfratshausen

Coop-Wiese: Kritik an beschlossener Bebauung reißt nicht ab

Nicht alle Waldramer sind begeistert davon, was mit der Coop-Wiese pasieren soll. Einige Awohner äußern heftige Kritik an der beschlossenen Bebauung.

WolfratshausenÜber 50 Wohnungen und 100 Stellplätze: Nicht alle Waldramer sind begeistert von den Plänen der Stadt, einen Teil der so genannten Coop-Wiese zu bebauen. In der Monatsversammlung der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) äußerten einige Anwohner heftige Kritik an dem Vorhaben, das Rathauschef Klaus Heilinglechner (BVW) im Gasthof zur Post noch einmal erläuterte.

Die Errichtung von preisgünstigen Wohnungen ist laut Heilinglechner eine Pflichtaufgabe der Kommune: „Wir haben 400 Wohnungssuchende auf den Wartelisten der Baugenossenschaft und der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft.“ Der Stadtrat habe deshalb einen Grundsatzbeschluss gefasst: 100 Wohnungen sollen auf vier städtischen Grundstücken entstehen. Die Hälfte davon in zwei Gebäuden auf der Coop-Wiese in Waldram, der Rest an der Bahnhof-, Sauerlacher und Auenstraße.

Bürger fühlen sich nicht gehört

Unter den gut 30 Besuchern der BVW-Versammlung waren viele Waldramer – und äußerten Kritik: „Ich finde es unmöglich, da zu bauen, ohne die Bürger einzubeziehen“, sagte Rudolf Lindermair. Traudl Pfitzer stieß ins gleiche Horn: „Das ist doch schon beschlossene Sache. Wir können machen, was wir wollen.“ Werner Henschelchen pflichtete ihr bei: „Wir können jetzt noch schimpfen, aber an den Plänen ändert sich nichts.“

Änderungen hielten viele Waldramer aber für zwingend notwendig: „Die ganze Sudetenstraße ist schon vollgeparkt. Wenn jetzt noch einmal mehr Leute kommen, müssen die irgendwo parken können“, gab Pfitzer zu bedenken. Der Bürgermeister betonte, dass 100 Parkplätze für 50 einkommensorientiert geförderte Wohnungen mehr als ausreichend seien. Einige Waldramer könnten die nicht genutzten Stellflächen des Bauvorhabens anmieten. „Es parken doch jetzt schon 30 Autos auf der Wiese“, raunte ein Zuhörer. „Wo sollen die hin?“

„Pferd von hinten aufgezäumt“

Doch nicht nur der ruhende Verkehr ist in den Augen vieler Waldramer ein Problem. „Es gibt nur eine Zufahrt. Wo sollen denn die ganzen Leute rein- und rausfahren?“, fragte Pfitzer. Heilinglechner antwortete: „Ich kann jetzt nicht sofort eine Lösung aus dem Hut zaubern, aber der Stadtrat hat Unterlagen zum Thema Verkehr vorliegen. Damit müssen wir uns beschäftigen und uns Gedanken machen.“ Ex-Bürgermeister Helmut Forster sprang Heilinglechner zur Seite. Er bat die Waldramer, dem Stadtrat die Möglichkeit zu geben, „in Ruhe eine Lösung auszuarbeiten“. Dazu Henschelchen: „Man löst doch erst die bestehenden Probleme, bevor man da noch mehr hineinbaut.“ Das Pferd, so der Vorsitzende der DJK Waldram, würde in puncto Coop-Wiese von hinten aufgezäumt. Im Bürgermeisterwahl 2014 habe Heilinglechner versprochen, sich mit der Verkehrsproblematik im südlichsten Stadtteil Wolfratshausens befassen zu wollen. „Passiert ist aber nichts.“

Forster und Heilinglechner bekräftigten unisono, dass das Bauvorhaben eine Notwendigkeit darstelle. „Es gibt viele junge Familien in Waldram und Wolfratshausen, die hierbleiben möchten, sich aber keine teure Wohnung leisten können“, berichtete Forster. „Sollen wir denen sagen, dass sie woanders hinziehen sollen?“ Bei den einkommensorientiert geförderten Wohnungen habe die Kommune ein Mitspracherecht, wer einziehen darf. „Da werden wir Wolfratshauser vorziehen.“ Heilinglechner fügte an: „Auch die Waldramer waren einmal froh, dass sie hier Wohnraum bekommen haben.“ Dominik Stallein

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