Am Tisch des Herrn: Am 1. und am 2. Mai feierten 26 Kinder in St. Andreas das Fest ihrer Erstkommunion.
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Erstkommunion unter Pandemiebedingungen: Am 1. und am 2. Mai feierten 26 Kinder in St. Andreas das Fest ihrer Erstkommunion. Weitere Feiern werden im Juli stattfinden.

Kirchen gehen neue Wege

Corona: Erstkommunions- und Konfirmationsgruppen werden Inhalte nun anders vermittelt

  • vonDominik Stallein
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Die Kirchen gehen neue Wege: Aufgrund der Corona-Pandemie sind keine persönlichen Treffen erlaubt. Den Erstkommunions- und Konfirmationsgruppen werden Inhalte nun anders vermittelt.

Wolfratshausen – Werte zu vermitteln, die Bedeutung des Glaubens im Alltag zu zeigen, ein schönes Miteinander zu schaffen – darum geht es in den Erstkommunions- und Konfirmationsgruppen der katholischen und evangelischen Kirche. Dass das in Zeiten einer Pandemie schwierig ist, versteht sich von selbst. Doch die Kirchen sind kreativ geworden.

„Im vergangenen Jahr hat uns Corona noch kalt erwischt“, erinnert sich Gabriele Seidnader. Heuer war die Stadtkirche gut auf die Einschränkungen vorbereitet. „Wir haben viele Ideen entwickelt, wie man neue, andere Wege beschreiten kann“, sagt die Pastoralreferentin der Stadtkirche St. Andreas. Das gelte insbesondere für die Vorbereitungen auf die Erstkommunion. „Wir haben verschiedene Projekte angestoßen, bei denen die Kinder zwar alleine mitgemacht haben, die aber trotzdem Gemeinschaft vermitteln“, berichtet Seidnader. So haben die rund 100 Kinder ein Hungertuch gestaltet, das traditionell in der Fastenzeit die bildlichen Darstellungen Jesu verhüllt. Die Mädchen und Buben haben dafür zu Hause eigene Stofftücher gestaltet, die schließlich zusammengefügt und in den Kirchen aufgehängt wurden. „Da sind richtige Kunstwerke entstanden“, sagt Seidnader beeindruckt.

Pilgerweg durch die Loisachstadt

Außerdem konnten die Mädchen und Buben gemeinsam mit ihren Eltern auf eigene Faust einen Pilgerweg durch die Loisachstadt erkunden. „An den Stationen konnten sie entdecken, dass die Kirche nicht nur ein Gebäude ist, sondern dass der Glaube das Leben, die Kultur und die Orte gestaltet hat.“ Bei diesen und ähnlichen Aktionen „war uns wichtig, dass Kirche und Glaube für die Kinder erlebbar wurde“. Die Rückmeldungen aus den Familien hätten gezeigt: „Heuer ist die Erstkommunion für viele Kinder besonders wichtig.“

Gabriele Seidnader ist katholische Pastoralreferentin.

Die Pastoralreferentin hat den Ablauf der Erstkommunion minutiös geplant. „Es ist ein Riesenaufwand“, sagt sie. Die Kirche bietet mehr Termine als üblich an, damit weniger Menschen auf einmal in den Gotteshäusern zusammenkommen. Einige Termine wurden in den Juli geschoben, in der Hoffnung, dass dann Lockerungen greifen. „Für viele Familien ist die Erstkommunion ein feierlicher Anlass, an dem die Verwandtschaft zusammenkommt, um den Tag gemeinsam zu gestalten.“ Aktuell sei das nicht möglich. „Manche werden die Familienfeier dann eben nachholen.“

Buben und Mädchen treffen sich online

Verschoben hat auch die evangelische Kirche die Konfirmations-Termine. „Vielleicht – das ist zumindest unsere Hoffnung – ist es bis September oder Oktober möglich, dass wir noch gemeinsame Gruppenstunden abhalten können“, sagt Pfarrer Florian Gruber. „Eine Konfirmanden-Freizeit wäre natürlich noch schöner.“ Im Moment treffen sich die Buben und Mädchen lediglich zu Online-Stunden, die etwa alle drei Wochen stattfinden. Der Seelsorger ist froh, dass sich bei diesem Angebot die vollzählige Gruppe einwählt und sich auf die Treffen vorbereitet. „Wir stecken viel Arbeit in diese Stunden.“

Florian Gruber ist evangelischer Pfarrer.

Dennoch: „Das Format ist etwas ganz anderes als die wöchentlichen Treffen, die wir vor der Pandemie durchgeführt haben.“ Natürlich könne man Inhalte des Glaubens und grundsätzliche Werte des menschlichen Zusammenlebens auch auf virtuellem Wege vorstellen und darüber sprechen. „Aber das Nonverbale, das Gemeinschaftliche, das diese Zeit für die jungen Menschen auch ausmacht, das bleibt ein bisschen auf der Strecke.“ Gruber setzt auf das Prinzip Hoffnung: „Vielleicht ergibt sich vor den Feiern eine neue Situation.“

dst

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