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Corona: Fasching mit Fragezeichen - Wie können Feiern im Frühjahr aussehen?

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Von: Dominik Stallein

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Wollen wieder Pirouetten drehen: Die Narreninsel Wolfratshausen rüstet sich für den Fasching 2021/22 – die Jugendgarde hat aber eine dünne Personaldecke.
Wollen wieder Pirouetten drehen: Die Narreninsel Wolfratshausen rüstet sich für den Fasching 2021/22 – die Jugendgarde hat aber eine dünne Personaldecke. © Archiv

Wegen Corona ist vieles unklar: Die Faschingsgesellschaften in Bad Tölz-Wolfratshausen sind unsicher, wie der Fasching laufen kann - und ob Ungeimpfte kommen dürfen. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Seit über eineinhalb Jahren sind nirgendwo die Löcher aus dem Käse geflogen. Die Corona-Pandemie machte Faschingsfeiern im vergangenen Jahr unmöglich. Jetzt keimt Hoffnung auf unter den Karnevalisten im Landkreis: Einige Vereine planen bereits für die kommende Faschingssaison. Allerdings müssen sie noch ein paar Hürden nehmen, bevor die närrische Zeit beginnen kann.

Corona: Fasching mit Fragezeichen - 2G, 3GPlus? Wie können Feiern im Frühjahr aussehen?

Die Narreninsel Wolfratshausen plagen Nachwuchssorgen. Zuletzt drehten Faschingsprinzenpaare und deren Garden im Februar 2020 ihre Pirouetten. Dann veränderte das Coronavirus die Welt – auch die der Narren. „Das ist eine viel zu lange Zeit“, sagt Franz Hübler. In der Zwischenzeit sei ein großer Teil der Jugendgarde volljährig geworden und darf künftig bei den Erwachsenen mittanzen. „Aber es ist nicht viel nachgekommen“, klagt er. Drei Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren sind geblieben – für einen großen Gardeauftritt reicht das nicht einmal annähernd. „Wir sind dringend auf der Suche nach jungen Leuten, die gerne tanzen und mit uns feiern möchten“, sagt der Narreninsel-Chef. Wenn das nicht klappt, müsste die Jugendgruppe schlimmstenfalls noch ein Jahr pausieren – das will Hübler aber „auf keinen Fall“. Inzwischen ist es immerhin möglich, gemeinsam zu trainieren, Tanzschritte und Choreografien einzuüben. „Wir müssen zwar wegen Corona noch ein bisschen aufpassen, aber immerhin dürfen wir wieder.“

Wolfratshausen - Fasching soll stattfinden, aber es gibt Probleme

Für die kommende Saison plant Hübler ein Programm und möchte die Hoffnung nicht aufgeben, dass dann wie gewohnt drei Garden an den Start gehen können: Kinder, Erwachsene und das momentane Sorgenkind, die Jugendgarde. Immerhin: Die beiden Prinzenpaare des Vereins werden am 13. November in den Ratsstuben in Geretsried proklamiert.

Auch in Bichl bereiten sich die Faschingsfreunde auf die fünfte Jahreszeit vor. „Wir planen unser Programm“, sagt Benedikt Deiser, Chef der Maschkera Bichl. Wegen der vielen Unwägbarkeiten aufgrund der Corona-Pandemie möchte er sich aber nicht festlegen. „Wir müssen schauen, welche Regeln bis dahin gelten, aber ich sehe den Fasching im nächsten Jahr nicht so sehr gefährdet.“ Schließlich dürften sogar Nachtclubs unter Auflagen wieder betrieben werden. Für die Maschkera wäre das eine gute Nachricht: „Es haben alle wieder Lust auf Fasching“, glaubt Deiser, „vielleicht auch deshalb, weil es im letzten Jahr nicht gegangen ist.“ Dass die Vorfreude steigt, merkt der Maschkera-Chef an den Mitgliederzahlen seines Vereins: „Wir haben bei den Garden einen massiven Zuwachs bekommen“ – und zwar in allen Altersklassen.

Benediktbeuern und Bichl planen ganz unterschiedliche Faschings-Saisons

In Benediktbeuern, einer weiteren Faschingshochburg im Landkreis, ist die Euphorie noch gebremst. Zwar haben sich hier ebenfalls viele neue Tänzer in den verschiedenen Altersklassen zum Gardetraining gemeldet. Aber ob sie ihre Choreografien einem Publikum zeigen dürfen, steht noch überhaupt nicht fest. „Wir wissen nicht, wie und was wir machen“, sagt „Beira Maschkera“-Vorstand Bernd Schöpf. Die Entscheidung – das hört man, wenn Schöpf über Corona-Auflagen und Bedenken spricht – fällt den Faschingsfans im Loisachtal schwer. Allzu viel Zeit bleibt den Tänzern aber nicht mehr, um sich für die Saison zu wappnen. „Wir wollen in den nächsten 14 Tagen zusammen mit unseren Mitgliedern entscheiden“, sagt Schöpf. Noch ein Jahr ohne ausgelassene Narretei? Das wäre schade, findet er. Andererseits wolle er auch kein vermeidbares Risiko eingehen. „Es gibt andere Vereine, die haben schon jetzt alles abgesagt, weil sie Angst haben, dass etwas passieren könnte.“ „Etwas“, das wäre im schlimmsten Fall ein Corona-Ausbruch bei einer Veranstaltung. Eine Option für die Bichler könnte deshalb eine Open-Air-Veranstaltung sein. „Ein Faschingszug wäre eine gute Alternative, da ist man an der frischen Luft“, sinniert Schöpf. Eine Entscheidung steht aus. „Wir wollen jetzt auch nicht einfach losplanen, um dann am Schluss doch wieder alles absagen zu müssen. Im Moment steht alles in den Sternen.“

Lockdown? Faschingsfans haben keine Angst vor Corona-Einschränkungen

Diese Sorge teilt der Wolfratshauser Franz Hübler nicht: „Wenn der FC Bayern 75 000 Zuschauer haben darf, dann können wir vor 300 Leuten tanzen“, sagt er. Außerdem habe Ministerpräsident Markus Söder angekündigt, dass es keinen weiteren Lockdown mehr geben werde. „Da nehme ich ihn einfach beim Wort.“ Die Hoffnung auf eine Faschingssaison, sie lebt. Der Chef der Bichler Maschkera schränkt aber ein: „Fasching genau wie früher? Das wird’s noch nicht geben, glaube ich.“

Die Kinschdarfer Maschkera, ein überaus aktiver Faschingsverein, waren am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (dst)

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