Symbolfoto Click & Meet
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Mit Termin und Maske: Für den Einzelhandel gelten nun einheitliche Regeln. (Symbolfoto)

Corona

Wieder neue Regeln für Einzelhandel: „Da müssen wir jetzt durch“

Zuletzt gab es in Bayern für einzelne Geschäfte Ausnahmen. Ab Montag sind auch die dahin. Kunden müssen für alle Einkäufe, die nicht Lebensmittel oder Drogerie betreffen, Termine vereinbaren.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Bücher, Blumen und Baumarktartikel zählen ab diesem Montag nicht mehr als Produkte des täglichen Bedarfs. Zuletzt durften die entsprechenden Geschäfte inzidenzunabhängig öffnen. Nun gelten für den Einzelhandel einheitliche Regeln.

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100, dort bewegte sich der Wert im Landkreis bis Samstag, gilt das sogenannte „Click & Meet“, also Terminshopping. Nach drei Tagen mit einer Inzidenz von über 100 muss zusätzlich ein aktueller negativer Corona-Test vorgelegt werden. Unter 50 ist Einkaufen bei Einhaltung der gewohnten Hygienekonzepte möglich.

Bücher

Sarah Ulbrich von der Geretsrieder Buchhandlung Osiander hatte schon befürchtet, dass der Sonderstatus für ihre Branche fällt. „Ich hätte mich gefreut, wenn wir weiterhin inzidenzunabhängig öffnen dürften. Aber nun ist es so“, sagt die Filialleiterin. Für die Kunden ändere sich nicht so viel, betont Ulbrich. „Wir werden eine Terminvergabe vor Ort anbieten.“ Wenn bereits drei Kunden im Laden seien, müsse man gegebenenfalls warten. „Aber ich glaube, das hält sich in Grenzen.“ Das Wichtigste sei, dass die Kunden wissen, dass sie zum Einkaufen kommen dürfen. „Viele haben Angst, es ist kompliziert oder denken, es geht gar nicht und bestellen gleich online“, berichtet Ulbrich. Doch auch das sei ja beim Einzelhändler vor Ort möglich.

Blumen

Auch Elmar Müller, der die BlumenGalerie in Lenggries betreibt, hatte gehofft, dass es so bleibt, wie es war. „Das wäre auch gut gegangen“, findet er mit Blick auf Abstände, Masken und Plexiglas im Laden. Dennoch werde man nun selbstverständlich auf „Click & Meet“ umstellen. „Wir sind ja in Übung mittlerweile.“ Müller denkt nicht, dass die neuen Regeln die Kunden abschrecken. „Click & Collect“ habe auch super funktioniert. „Wir freuen uns, dass die Kunden so treu sind. Wenn es so bleibt, werden wir die Zeit überstehen.“

Gärtnerei

Über schlechte Belüftung oder Platzprobleme kann Epp’s BlumenCult in Reichersbeuern nicht klagen. Dass Gärtnereien nun wieder auf strengere Regeln zurückfallen, ist für Wolfgang Epp insofern „unverständlich“. Er sieht die Sache dennoch pragmatisch: „Da können wir nichts machen. Da müssen wir jetzt durch.“ Ab Montag werde ein Mitarbeiter telefonisch Termine entgegennehmen, ein weiterer draußen für Vor-Ort-Termine vereinbaren. Entsprechend der Quadratmeterregel dürften 120 Kunden in das Geschäft, Epp werde es aber voraussichtlich bei 80 belassen. „Das ist für uns leichter zu bewerkstelligen“, sagt der Gärtnerei-Chef. Er hoffe, dass die Kunden das Angebot annehmen. „Sonst machen Edeka und Aldi das Geschäft.“ Das Frühjahr sei mit die wichtigste Saison im Jahr. „Wir leben vom Mai- und Dezembergeschäft. Wenn nun auch noch die zweite Saison in die Hose geht, wird es eng bei vielen Gärtnereien.“ Bis vor dem Wintereinbruch vergangene Woche sei es aber sehr zufriedenstellend gelaufen, sagt Epp. „Es war ein normales, gutes Geschäft.“

Gastronomie

Für Gastronomen bestand ursprünglich die Hoffnung, ihre Außenbereiche Ende März öffnen zu dürfen. Daraus wurde nichts, und vergangenen Mittwoch vertröstete die Staatsregierung sie erneut. „Wir sind natürlich enttäuscht“, sagt DEHOGA-Kreisvorsitzende Monika Poschenrieder, die den Walgerfranz in Bad Tölz betreibt. Angesichts der steigenden Zahlen habe sie nicht damit gerechnet, öffnen zu dürfen. Obwohl die Gastronomie nicht Schuld daran sei. „Wir haben seit November geschlossen“, betont Poschenrieder. Sie fordert eine Perspektive für ihre Branche. „Wir waren bisher ruhig und vernünftig. Aber man merkt, dass es brodelt.“

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