Die Warteschlange vor dem Schwankl-Eck
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Lange Schlangen: Zu Spitzenzeiten – wie im April – musste man viel Zeit mitbringen für einen Schnelltest. Inzwischen ist das Interesse abgeflaut.

Teststationen auf Sparflamme

Corona: Schnelltests sind nicht mehr gefragt - Teststationen bleiben geöffnet, aber ziehen Konsequenzen

  • VonDominik Stallein
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Die Inzidenz ist niedrig, die Testpflicht gilt nicht mehr: Corona-Schnelltests sind nicht mehr gefragt. Die ehrenamtlich geführten Teststationen reagieren darauf.

Corona-Schnelltests braucht man im Alltag fast gar nicht mehr. In den ehrenamtlich geführten Teststationen in Wolfratshausen und Geretsried ist entsprechend weniger los als noch vor ein paar Wochen. Daraus ziehen die Ehrenamtlichen erste Konsequenzen.

Teilweise nur 30 Besucher pro Tag - so viel kamen früher in einer Stunde

75 Abstriche in den ersten zwei Stunden, und vor der Tür eine 15 Meter lange Schlange. So sah der Alltag an der Corona-Teststation in Geretsried noch vor wenigen Wochen aus. Es ist ruhiger geworden an der Sudetenstraße – viel ruhiger: „Letzte Woche kamen an einem Tag nur 30 Besucher“, sagt Philippe Goller, BRK-Bereitschaftsleiter und Chef der Teststation. Das Pensum, das die Mitarbeiter sonst in einer Stunde bewältigt haben, verteilt sich inzwischen auf die gesamte Öffnungszeit von vier Stunden. „Wir haben im Schnitt nur noch 25 Prozent des Andrangs aus den Höchstzeiten“, sagt Goller.

Wir sind nie unterbeschäftigt

Robert Klingel, DLRG-Chef

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In Wolfratshausen ist das etwas anders: „Es kommen schon noch Menschen vorbei. Wir testen eifrig weiter“, sagt DLRG-Chef Robert Klingel. Die Wasserrettungsorganisation betreut die Teststationen in Wolfratshausen, an denen viele Vereine beteiligt sind. „Wir sind nie unterbeschäftigt.“ Einige Urlauber oder Menschen, die eine Veranstaltung besuchen wollen, machen einen Schnelltest. Der große Ansturm auf die kostenlosen Tests ist aber vorbei. „Ohne die Testpflicht zum Einkaufen oder Biergarten-Besuch kommen natürlich weniger Leute“, sagt Klingel. Trotzdem gebe es immer noch Tage, an denen 200 Menschen vor der Türe stehen. „Für die werden wir weiterhin da sein“, kündigt der DLRG-Chef an. Die Teststation am Schwankl-Eck soll allerdings stillgelegt werden, alle Abstriche werden künftig in den Räumen in der Loisachpassage gemacht. „Dort sind wir flexibler“, erklärt Klingel. Außerdem könne dann der Kulturverein Isar-Loisach das Schwankl-Eck wieder für Veranstaltungen und Ausstellungen nutzen.

Wegen Aldi-Eröffnung: Teststation in Geretsried muss umziehen

Ein Umzug wird auch in Geretsried nötig. Die Geschäftsräume an der Sudetenstraße gehören Aldi Süd. Der Discounter hat sie dem BRK überlassen, möchte aber dort demnächst eine Filiale eröffnen. „Wenn die ganz großen Bauarbeiten losgehen, können wir dort nicht mehr testen“, sagt Goller. Mitte August könnte es soweit sein. „Wir werden uns davor mit allen Beteiligten an einen Runden Tisch setzen und überlegen, wie wir weiter vorgehen.“ Denn vieles ist im Moment noch unklar: Die Räume an der Sudetenstraße sind für das BRK kostenlos. „Wenn wir für ein neues Gebäude Miete bezahlen müssen, könnte das ein Problem werden“, erklärt Goller. Sollte das Testangebot künftig für die Bürger nicht mehr kostenlos sein, rechnet der BRK-Bereichsleiter mit einem weiteren Rückgang. „Wir müssen abwarten, was passiert.“

DLRG-Chef rechnet mit Ansturm nach den Sommerferien

Klingel geht dagegen davon aus, dass es auch künftig noch Interesse an Schnelltests geben wird. „Es ist inzwischen ein Dauerlauf“, sagt er nach sieben Monaten Betrieb. Die Ziellinie sei aber noch nicht überquert. Nach dem Sommerurlaub oder wenn es kühler wird, „könnte es wieder ganz schnell gehen, dass wir dringend gebraucht werden“, sagt Klingel. Rund 100 Ehrenamtliche hat der DLRG-Chef im Rücken: „Der Zusammenhalt im Team ist immer noch perfekt. Wenn es soweit ist, dann sind wir bereit.“

Erst vor wenigen Wochen hatte eine Abi-Reise die Inzidenz im Landkreis nach oben getrieben. Einige Schulabsolventen fuhren nach Kroatien und infizierten sich dort mit dem Corona-Virus.

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