+
Führungsriege: Die CSU-Mitglieder wählten am Donnerstagabend im Wirtshaus Flößerei (v. li.) Alfred Fraas (Schatzmeister), Dr. Daniela McLoughlia (Schriftführerin), Susan ne Thomas (Vorsitzende), Günther Eibl sowie Claudia Drexl-Weile (beide stellvertretende Vorsitzende) als Vorstand des Ortsverbandes.

Hauptversammlung des Ortsverbands

CSU: In Wolfratshausen „ist Schluss mit Wunschkonzerten“

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
    schließen

Da die Steuerquellen künftig weniger kräftig sprudeln, erteilt die Wolfratshauser CSU „Wunschkonzerten“ eine Absage.

Wolfratshausen – Susanne Thomas bleibt Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Wolfratshausen. 21 Mitglieder votierten bei der Wahl am Donnerstagabend im Wirtshaus Flößerei für Thomas, zwei sagten Nein, drei Stimmzettel waren ungültig.

Thomas hatte zuvor die Aktivitäten des Ortsverbands im vergangenen Jahr kurz Revue passieren lassen. Derzeit zählt die Wolfratshauser CSU 108 Mitglieder, 80 Männer und 28 Frauen. Der Altersdurchschnitt beträgt 56,4 Jahre. „Wir sind jung und dynamisch“, stellte die Ortsverbandsvorsitzende fest.

Fraktionschef Günter Eibl, der für viele als Bürgermeisterkandidat für die Wahl im März 2020 gilt, informierte seine Parteifreunde über die Arbeit der Christsozialen im Stadtrat. Erst kürzlich hatte das Gremium wie berichtet den Haushalt 2019 einstimmig genehmigt – mit einem Gesamtvolumen von knapp 58 Millionen Euro „ein Rekordhaushalt“, merkte Eibl an. Die Kommune will Schulden abbauen und zugleich kräftig investieren, unter anderem in die Aufwertung der Altstadt sowie in den Schulstandort am Hammerschmiedweg. 3,5 Millionen haben die Räte für die Sanierung des städtischen Gebäudes am Untermarkt 10 bereitgestellt. Die Modernisierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg wird in den kommenden Jahren rund 30 Millionen Euro kosten. Stadtkämmerer Roland Zürnstein erwartet heuer 14 Millionen Euro Einkommensteuer sowie rund zehn Millionen Euro Gewerbesteuer.

Aber: Die Deutsche Bank rechne im Jahr 2020 mit einer Rezession, berichtete Eibl. Auch die Bundesregierung wird laut Medienberichten ihre Konjunkturprognose senken: Statt von 1,8 geht Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in 2019 nur noch von einem Prozent Wachstum aus.

„Die fetten Jahre sind vorbei“, sagte Eibl, der Spielraum für Investitionen werde angesichts geringerer Steuereinnahmen kleiner. Die Flößerstadt müsse den Gürtel künftig enger schnallen. „Es ist Schluss mit Wunschkonzerten“, so der CSU-Fraktionsvorsitzende wörtlich. Man müsse sich „wieder auf die Pflichtaufgaben konzentrieren“. An erster Stelle stehe für die Christsozialen die Schulentwicklung in der Loisachstadt: „Die Investition in unsere Kinder und Schüler, das ist eine Investition in die Zukunft.“

Trotz akuter Wohnungsnot plädierte Eibl dafür, „behutsam mit unseren Flächen umzugehen“. Wolfratshausen könne „den Münchner Siedlungsdruck nicht lösen“. Freiflächen wie die Wiesen an der B11 gegenüber Waldram müssen in seinen Augen – zumindest mittelfristig – unangetastet bleiben.

Der Stimmkreisabgeordnete und CSU-Kreisvorsitzende Martin Bachhuber appellierte an seine Parteifreunde, „mehr Optimismus zu verbreiten“. Dass in den eigenen Reihen „auch mal geschimpft werden muss“, räumte Bachhuber ein. „Aber wir dürfen uns auch mal loben“, stellte der Landtagsabgeordnete fest – der politische Widersacher „wird das nicht tun“. Der CSU-Kreisvorsitzende sieht seine Partei auf jeden Fall „für die kommende Zeit, für die kommenden Aufgaben gerüstet“. Bachhuber schärfte den Anwesenden ein, den CSU-Slogan „Näher am Menschen“ in die Tat umzusetzen: „Dieser Slogan hat uns stark gemacht.“ cce

Auch interessant

Kommentare