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Vor dem Hauptbahnhof in Köln eskalierte die Situation in der Silvesternacht. Zahlreiche Frauen wurden sexuell belästigt und bestohlen.

CSU-Politiker Neumeyer in Wolfratshausen

Nach Sex-Vorfällen: "Bürgern die Wahrheit zumuten"

Wolfratshausen - CSU-Integrationsbeauftragter Martin Neumeyer hat die Wolfratshauser CSU besucht. Dort äußerte er sich klar zum Thema Flucht und Asyl.

Die Anekdote zur Eröffnung war amüsant. „Als ich vor sechs Jahren in Wolfratshausen war, wurde ich als Intrigenbeauftragter vorgestellt“, erinnerte sich CSU-Landtagsabgeordneter Martin Neumeyer. Tatsächlich ist er Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung. Am Donnerstagabend sprach der 61-Jährige auf Einladung des CSU-Ortsverbands erneut in der Flößerstadt. Sein Thema: „Flucht und Asyl“.

"Man darf den Bürgern nicht misstrauen"

Martin Neumeyer (CSU), Integrationsbeauftragter der Staatsregierung

Rund 30 Personen saßen im Wirtshaus Flößerei zusammen, darunter viele CSU-Mitglieder – und ein Sozialdemokrat: Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller. Viel Neues erfuhren sie bei dem Vortrag zunächst nicht, denn Neumeyer wiederholte kurz die zuvor schon von CSU-Vertretern geäußerte Schelte: Sie kritisierten Fernsehsender und Nordrhein-Westfalens rot-grüne Regierung, die den Bürgern die chaotischen Vorfälle in der Kölner Silvesternacht zunächst vorenthalten hätten. „Man darf den Bürgen nicht misstrauen, sondern muss ihnen vertrauen“, betonte Neumeyer. „Da kann man ihnen auch die Wahrheit zumuten.“
 
Er forderte unter anderem die Einrichtung verpflichtender Kurse für Asylbewerber. Darin sollen die Grundlagen des zwischenmenschlichen Umgangs in Deutschland vermittelt werden. „Nur so wird die Integration der aus anderen Kulturkreisen stammenden Menschen gelingen“, unterstrich er.
 
Dass diese Bemühungen zumindest in Wolfratshausen erfolgreich angelaufen sind, bestätigte Ines Lobenstein vom ehrenamtlichen Asylbewerber-Helferkreis: „Wir sind hier kein Kuschel-Helferkreis. Wir setzen auf Integration“, bekräftigte sie. So gäbe es beispielsweise bereits vier Sprachkurse sowie umfangreiche Maßnahmen, den Flüchtlingen „die Spielregeln in Deutschland“ zu erklären. In der Loisachstadt wohnen derzeit 150 Asylsuchende.

Sexuelle Übergriffe in Köln schockieren

Die sexuellen Übergriffe in Köln und anderen deutschen Städten hätten aber auch sie und ihr Team schockiert, sagte Lobenstein. „Für uns als Helfer sind diese Vorfälle unfassbar.“ Ihr sei es während ihrer dreijährigen Amtszeit im Helferkreis „nicht einmal passiert, dass ein Asylbewerber keinen Respekt vor mit hatte“. Lobenstein dankte der Stadtverwaltung, die ihr vor kurzem eine fest angestellte Hilfskraft zur Seite gestellt haben. Auf die Frage eines Zuhörers, ob die Stadt auch die bis Jahresende erwarteten 700 Flüchtlinge unterbringen und integrieren könne, gab sich Lobenstein kämpferisch. „Unsere Batterien sind noch nicht leer. Wir machen einfach unsere Arbeit weiter“, kündigte sie an.

Der Eglinger Gemeinderat Heiko Arndt (CSU) befürchtet indes, dass im Landkreis bald zahlreiche Massenunterkünfte für Flüchtlinge gebaut werden müssen. Die Folge: Sowohl die ehrenamtlichen Helfer als auch die Bevölkerung könnten keine angemessene Integration mehr leisten.

Eine Verschärfung des derzeitigen Asylrechts hält Landtagsabgeordneter Neumeyer für unabdingbar. Gleichzeitig stellte er eine rhetorische Frage zum Nachdenken an das Publikum: „Was ist die Alternative zur Integration?“, so der CSU-Politiker.

von Peter Herrmann

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