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Haben ein Herz für Tiere: Emel Mert und Emrah Güc bringen die Sachspenden persönlich in die Türkei. 

Tierrettung in der Türkei

„Da kommen mir die Tränen“: Deshalb unterstützt Wolfratshauserin mit Spendenaktion herrenlose Tieren in der Türkei

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Aus Tierliebe begann Wolfratshauserin Emel Mert über herrenlose Hunde in der Türkei zu recherchieren - es entstand eine Spendenaktion. Die Hilfsmittel bringt die Friseurmeisterin persönlich zum Zielort.

Wolfratshausen/Bartin –Ein Herz für Tiere bewies die Wolfratshauserin Emel Mert. Sie sammelte Hilfsgüter, um so eine Freundin in ihrer türkischen Heimat zu unterstützen, die sich unermüdlich um Straßenhunde kümmert. Damit die Sachen auch wirklich dort ankommen, hat die 41-Jährige beschlossen, sich in diesen Tagen selbst auf den Weg vor Ort zu machen.

Eine Mülldeponie am Rande von Bartin in der Schwarzmeerregion: Ein Hund, verletzt und abgemagert bis auf die Knochen, wankt durch den Unrat, sucht verzweifelt zwischen verrosteten Metalldosen, zerrissenen Plastiktüten und Glasscherben nach Futter. „Wenn ich das sehe“, sagt Emel Mert und deutet auf das Video auf ihrem Handy, „kommen mir die Tränen.“ Die 41-jährige Friseurmeisterin ist selbst durch Zufall „auf den Hund gekommen“, wie sie sagt: „Meine Tochter hat mich vor die Wahl gestellt: entweder ein Geschwisterchen oder einen Hund.“ Der Familienrat entschied sich für den Vierbeiner – kurz darauf zog „Prince“ zu der Wolfratshauserin und eroberte im Sturm alle Herzen im Hause Mert.

Sevim Arkan kümmert sich in der Stadt Bartin um herrenlose Hunde und Katzen. 

Aus dieser Tierliebe heraus begann die Friseurmeisterin im Internet zu recherchieren. „Ich weiß, dass in meiner Heimat, der Türkei, Hunde oft ein schlechtes Los haben. Ich wollte sehen, ob ich nicht irgendwie helfen kann.“ Über das soziale Netzwerk Facebook stieß sie auf Sevim Arkan. Die 42-Jährige aus Bartin kümmert sich seit Jahren um Straßenhunde und -katzen. Sie rettet die Tiere von der Mülldeponie, lässt sie ärztlich behandeln und sorgt dafür, dass die Tiere kastriert werden. „Ich habe mit ihr Kontakt aufgenommen und mir von ihrer Arbeit berichten lassen.“

Schnell merkte die Wolfratshauserin, dass es bei Sevim Arkan an allen Ecken fehlt. „Futter, Geld für den Tierarzt, Medikamente, Decken.“ Emel Mert rief in ihrem Friseursalon „Vier Haareszeiten“ eine Spendenaktion ins Leben und schrieb zusätzlich Freunde an. Schnell stapelten sich Säcke mit Hilfsmitteln in ihrem Keller. „Ich freue mich, dass so viele geholfen haben.“

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Aber wie bringt man all die Sachen in den 2300 Kilometer entfernten Zielort? Ein Landsmann der 41-Jährigen übernimmt die Transportkosten, Emel Mert und ihr Lebensgefährte Emrah Güc wollen bis Istanbul fliegen und sich dort ein Auto mieten. „Dann wird umgepackt, und wir bringen Sevim alles direkt nach Bartin.“ Dass sie dafür nochmal rund 1000 Kilometer hin und zurück auf sich nimmt, ist für die Wolfratshauserin Nebensache. „Für mich zählt nur, dass ich ein klein wenig helfen kann“, sagt sie und streichelt dabei ihren Hund.

sh

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