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Ungebremste Spielfreude mir Grusel-Deko: Dr. Will & The Wizards.

Voodoo, Vibes und Boom Boom

Schauriger Auftritt: Im D'Amato tanzen die Totenköpfe

Wolfratshausen - Voodoo, Vibes und Boom Boom: „Dr. Will & The Wizards“ haben im D‘ Amato Totenkopf und Skelettpuppe wackeln lassen.

Die Lage war ernst. Wenige Stunden vor dem Auftritt der Münchner Band „Dr. Will & The Wizards“ hatte Michel Amato im Vorverkauf kaum Karten abgesetzt. Eine kurzfristige Absage wegen mangelnden Interesses kam aber weder für den Gastwirt noch für die Musiker infrage. „Unser Ziel ist es, im D’Amato weiter ein hochkarätiges und abwechslungsreiches Live-Programm anzubieten“, erklärte Amato unmittelbar vor dem Konzert.

Dank einer kurzfristigen Rundmail in den sozialen Netzwerken kamen doch noch 31 Besucher. „Eine Band, die für ihr aktuelles Album mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde, hätte aber ein volles Haus verdient gehabt“, bedauerte Amato.

Dem Quartett schien das intime Wohnzimmerambiente des Clubs sehr zu gefallen. Sänger Dr. Will, Bassist Jürgen Reiter, Gitarrist Sashmo Bibergeil und Multiinstrumentalist Uli Klümpfel (Banjo und Mandoline) überzeugten von Beginn an durch enorme Spielfreude. So wurden Stücke von Tom Waits oder Creedence Clearwater Revival nicht einfach 1:1 nachgespielt, sondern kreativ verfremdet. Eigenkompositionen wie das dynamische „She’s gone“ oder der bluesige „Railroad Worksong“ bewiesen danach, dass die Band zu Recht mit Preisen ausgezeichnet wurde.

Auch dem Publikum gefiel diese Mischung. In den besten Momenten stimmten die Zuhörer in einen von Dr. Will dirigierten Chor ein. Einer der Gäste griff schließlich selbst zur Gitarre: Schorsch Hampel, der ältere Bruder des Sängers. Beide waren vor einigen Jahren schon einmal bei einem gemeinsamen Auftritt in der Geltinger Kulturbühne Hinterhalt zu sehen. „Höchste Zeit, dass wir uns mal wieder in der Gegend blicken ließen“, kommentierte Willi Hampel später das gelungene Gastspiel.

Mit einer Coverversion des Bluesrockklassikers „Boom Boom“ verabschiedeten sich die Münchner vom Publikum. Der auf der Bühne liegende Totenkopf und die Skelettpuppe Marlene begannen ein letztes Mal zu vibrieren. „Es muss wohl früher mal eine Verbindung zwischen Wolfratshausen und New Orleans gegeben haben“, mutmaßte Dr. Will.

von Peter Herrmann

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