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Freuen sich über viele Besucher: (v. li.) Schauspieler Claus Steigenberger, Dr. Sybille Krafft, Vorsitzende des Historischen Vereins Wolfratshausen, KIL-Vorstandsmitglied Assunta Tammelleo und Plakat-Grafiker Gerd Schielein. 

Sensibilisierung für ein wichtiges Thema

Damit Bücher nie wieder brennen

Unglaublich, aber wahr: Es gab Zeiten in Deutschland, da wurden Bücher verbrannt. Und das ist gar nicht so lange her. Daran erinnert eine Veranstaltung am 10. Mai in der Loisachhalle. 

Wolfratshausen – Am 10. Mai 1933 wurden in 22 deutschen Universitätsstädten die Werke jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller in der Öffentlichkeit verbrannt. Genau 84 Jahre später werden Schauspieler und Künstler umrahmt von Schüler-Beiträgen ab 19 Uhr in der Wolfratshauser Loisachhalle Texte aus den verbrannten Büchern vortragen sowie die Schicksale verfolgter bildender Künstler bewusst machen. Der Erlös kommt dem Verein „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald“ zugute, der momentan am Kolpingplatz in Waldram ein Dokumentations- und Begegnungszentrum errichtet.

2013 und 2014 drängten sich jeweils über 200 Besucher in die kleine Geltinger Kulturbühne Hinterhalt, um der Bücherverbrennung zu gedenken. Grund genug für Wirtin Assunta Tammelleo und Initiatorin Dr. Sybille Krafft die Veranstaltung 2015 im Zweijahresrhythmus in die wesentlich größere Loisachhalle zu verlegen „Wir hoffen auf viele Besucher“, erklärte Krafft bei einem Pressegespräch im Badehaus. Ohne die finanzielle Unterstützung der Städte Wolfratshausen und Geretsried, die 5000 beziehungsweise 1000 Euro beisteuern, wäre die vom Historischen Verein Wolfratshausen und vom Kulturverein Isar-Loisach (KIL) organisierte Veranstaltung aufgrund der hohen Saalmiete und den Nebenkosten kaum zu stemmen.

Herzog Franz von Bayern hat die Schirmherrschaft übernommen

Anders als vor zwei Jahren haben die Zuschauer diesmal freie Platzwahl. „Frühes Kommen lohnt sich also“, unterstrich Krafft. Neben dem aus der Krimireihe „Tatort“ bekannten Schauspieler Udo Wachtveitl werden Gerd Holzheimer, Anatol Regnier, Leibl Rosenberg, Helmut Schleich, Belle Schupp, Traudi Siferlinger, Christian Springer, Peter Weiß, Claus Steigenberger und die Wellküren zu hören sein. „Alle treten ohne Gage jeweils fünf Minuten auf“, verrät die Vorsitzendes des Historischen Vereins. Zudem berichten Schüler von Gymnasien, Grund-, Mittel-, Real- und Berufsschulen in jeweils fünfminütigen Beiträgen über das Schicksal bildender Künstler, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. „Es ist wichtig, dass junge Menschen ein Gespür für das Thema bekommen und auch von Prominenten in ihrem Tun bestärkt werden“, sagt Claus Steigenberger. Er verweist darauf, dass in ganz Europa rechtspopulistische Bewegungen an Zulauf gewonnen haben. Steigenberger selbst wird einen Text von Lion Feuchtwanger vorlesen – ein Schriftsteller, der einst vor den Nazis ins Exil floh.

Die Schirmherrschaft hat diesmal Herzog Franz von Bayern übernommen. Der 83-Jährige ist seit 1996 das Oberhaupt des Hauses Wittelsbach, der früheren Herrscherfamilie des Königreichs Bayern. „Auch sie wurde einst von den Nationalsozialisten in Sippenhaft genommen“, erklärt Krafft den besonderen Bezug des Herzogs. Peter Herrmann

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