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H eiß ist es zwar, aber Hitzefrei gibt es nicht. 

Schulbank statt Schwimmbad

Darum gibt es an den Schulen kein Hitzefrei mehr

Endlich ist der Sommer da, das Thermometer knackt derzeit die 30-Grad-Marke. Bei diesen Temperaturen fleißig zu büffeln, fällt vielen Schülern schwer. Doch Hitzefrei gibt es in den Schulen im Nordlandkreis nur noch selten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – „Wir gehen sehr sparsam damit um“, sagt Dr. Hermann Deger, Direktor des Geretsrieder Gymnasiums. Die Hälfte der Schüler sei nach Schulschluss auf die Busse angewiesen, die im Vorfeld bestellt werden müssen. „Kurzfristig umplanen funktioniert da nicht.“

Im Gymnasium und Kolleg St. Matthias in Waldram ist Hitzefrei kein Thema. „Unser Haus hat ein eigenes Lüftungssystem, sodass innen immer ein angenehmes Klima herrscht“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Thomas Erhard. „Daher hat auch heuer noch niemand geklagt.“

Kinder müssen betreut werden

Doch so gut versorgt sind nicht alle Schulen in der Gegend. An Tagen wie diesen ist es in der Weidacher Grundschule schon recht heiß, berichtet Daniela Horber. Hitzefrei gebe es trotzdem schon einige Jahre nicht mehr. „Die Eltern wollen ihre Kinder betreut wissen“, so die Zweite Konrektorin. Auf Anordnung des Schulamts wurde die Regelung daher abgeschafft. „Das wissen alle Kinder, deshalb fragen sie nicht immer wieder nach.“ Einen Vorteil haben die heißen Tage für die Schüler trotzdem: „Wir sparen an den Hausaufgaben“, verrät Horber.

An der Karl-Lederer-Grundschule in Geretsried ist es ähnlich. „Wir haben eine Zeit lang versucht, vorab zu klären, welches Kind bei Hitzefrei trotzdem eine Betreuung braucht“, sagt Schulleiterin Brigitte Leick. „Das war sehr umständlich, daher haben wir Hitzefrei vor drei Jahren abgeschafft.“ Dass es bei 30 Grad draußen auch im Schulhaus heiß wird, leugnet Leick nicht. Die Lehrer versuchen daher, den Unterricht in den letzten Schulstunden in den Garten oder die Aula zu verlegen. „Für eine schwangere Kollegin haben wir kürzlich einen Ventilator angeschafft. Das hilft zumindest ein bisschen“, berichtet die Schulleiterin.

Richtig Lüften ist wichtig

Angenehm ist es an der Grundschule Egling. „Die meisten Klassenzimmer sind nach Westen ausgerichtet“, erklärt Lehrerin Anja Kochmann. „Morgens wird gut gelüftet, dann ist es während des Unterrichts schön kühl.“ Das sei wichtig, betont die Lehrerin, denn auch in Egling gibt es kein Hitzefrei. Der Grund: Die Kinder müssen, wie mit den Eltern vereinbart, bis zum offiziellen Schulschluss betreut werden. 

Magdalena Höcherl

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